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    A 643-Ausbau: Lenkt der Bund ein?

    Überraschung in der Ausschussitzung: Bei der Frage, ob die A643 durch Lennebergwald und Mainzer Sand nun sechsspurig ausgebaut werden muss oder nach der "Vier-plus-zwei"-Lösung mit zeitweilig befahrbaren Seitenstreifen, sieht ein Straßenplaner aus dem Landes-Infrastrukturministerium ein "Umdenken beim Bund".

    Die Schiersteiner Brücke wird sechsspurig neu gebaut. Doch ob die A643 auch im Naturschutzgebiet unbedingt sechsspurig werden muss, scheint wieder offen.
    Die Schiersteiner Brücke wird sechsspurig neu gebaut. Doch ob die A643 auch im Naturschutzgebiet unbedingt sechsspurig werden muss, scheint wieder offen.
    Foto: Archivfoto: Bernd Eßling

    Und das trotz des Machtworts von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), die Autobahn entgegen den Plänen der rot-grünen Mainzer Landesregierung sechsspurig auszubauen (wir berichteten). So äußerte sich Straßenplaner Klaus Noll am Donnerstagabemd in der gemeinsamen Sondersitzung des Park- und Verkehrsausschusses mit den Ortsbeiräten der betroffenen Stadtteile Finthen, Gonsenheim und Mombach.

    Der Bund scheine sich für die Mainzer Vorstellungen "zu öffnen". Und dass es bei dem sechsspurigen Ausbau inzwischen nur noch um den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Gonsenheim und Mombach gehe, habe man dem Bund gewissermaßen schon abgerungen. Nur: Ausgerechnet der geht durch das einzigartige Naturschutzgebiet Mainzer Sand. Eigentlich wurde in der Sitzung das vom Infrastrukturministerium in Auftrag gegebene Gutachten des Darmstädter Verkehrsplanungsbüros R+T vorgestellt, das dem Ministerium bereits seit Mai vorliegt.

    Gutachten zum Ausbau von Bus- und Radverkehr

    Die Verkehrsplaner sollten herausfinden, wie durch den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und der Radwegenetze Autoverkehr aus Mainz und dem Umland von der A643 herunter geholt werden kann. Durch Wechsel des Verkehrsmittels. Und da könnte sehr viel geschehen: Ein Bus- und Bahnnetz, das die westlichen Mainzer Stadtteile, aber auch etwa Ingelheim und Bingen besser an Wiesbaden anbindet, und der Schnelligkeit der scheinbar unschlagbaren Verbindung über A 643 und Schiersteiner Brücke nahe kommt, erklärte der Planer Sebastian Hofherr mit Prognosen, Zahlen, Karten, Szenarien, Prozenten, Grafiken.

    Viel schlauer machte die aufwendige Präsentation die Ortsbeirats- und Ausschussmitglieder nicht. Außer: Der Verkehr nimmt zu, der Großraum Mainz-Wiesbaden sei eine Boomregion, es gibt immer mehr Pendler. Auch bei gleichbleibenden Einwohnerzahlen - und selbst die steigen - gebe es immer mehr Verkehr, weil immer mehr Menschen nicht dort arbeiten, wo sie wohnen. Auch von den Kosten eines aufwendigen intensiven ÖPNV-Ausbaus war keine Rede.

    Auslöser für tägliche Staus identifiziert

    Eine Empfehlung, welche Ausbauvariante nun die bessere ist, gaben die Darmstädter Planer nicht. Nur dass ausbaut werden muss. Die Anschlussstelle Mombach in Richtung Wiesbaden haben sie per Simulation als Quelle allen Übels für die morgendlichen Staus bis zum Dreieck Mainz ausgemacht. Am Nachmittag ist das Schiersteiner Kreuz mit seinen Auffahrten von der A66 aus Frankfurt und der Äppelallee Schuld. Ausgebaut werden müsse, um die "Flaschenhälse" hüben wie drüben aufzulösen. Unterm Strich sei das Gutachten zu einem ÖPNV-Ausbau im Großraum Mainz-Wiesbaden für ihn auch Argument gegenüber dem Bund, seine Sechsspuren-Haltung zu überdenken, erklärte der ministeriale Planer Holl.

    Von unserem Redakteur Jochen Dietz

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