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    Maria LaachKnatsch im Kloster: Ein Riss geht durch die Gemeinschaft

    Eigentlich sollte Prior Administrator Pater Andreas Werner bei der Mitgliederversammlung des Freundeskreises der Benediktinerabtei Maria Laach nur einige begrüßende Worte sprechen – aber dann ließ er, wenn auch klausuliert, eine Bombe platzen. Zur großen Überraschung des hinter ihm versammelten Förderkreisvorstands redete Pater Andreas Klartext über seine 13-monatige Amtszeit im Laacher Konvent. Seine Schilderungen machten deutlich, dass es in den vergangenen Monaten gebrodelt hat unter den Laacher Benediktinerbrüdern. Mit der Konsequenz, dass einige der Mönche den Entschluss gefasst haben, Maria Laach zu verlassen.

    Trügerische Idylle: Im Kloster Maria Laach gibt es Streit.  Foto: dpa
    Trügerische Idylle: Im Kloster Maria Laach gibt es Streit.
    Foto: dpa

    Pater Andreas: Belastendes Jahr

    Das Jahr sei ein belastendes, ein emotional forderndes Jahr gewesen, sagte er. Und es habe auch Momente gegeben, in denen er am liebsten seine Sachen gepackt hätte, um dorthin zurückzugehen, wo er hergekommen war: ins Kloster St. Joseph in Gerleve im Münsterland. Als er auf die aktuelle Situation in der Gemeinschaft in Laach zu sprechen kommt, redet er von einer „Wende“. Die Wende „von einem individualisierten Leben in einer selbst gebauten Nische hin zu einem Leben in der Gemeinschaft“. Eine Gemeinschaft, die „zur Kommunikation herausgefordert“ sei. Eine „kleiner werdende Gemeinschaft“, die auch eine Chance sei, denn: „Das Miteinander könnte größer werden“, so der Prior Administrator. Dann sagt er die entscheidenden Sätze: Mitbrüder würden den Konvent verlassen, hätten ihren Austritt schon vor längerer Zeit beschlossen. Mehr sagt er zu ihnen nicht. Lieber bleibt er bei denen, die bleiben: die Mitbrüder, „die das Leben hier gut gestalten wollen. Darauf kann man aufbauen.“ Und er äußert seine Zuversicht, „dass es eine Zukunft gibt für diesen Ort und diese Kommunität“. Seine Ausführungen schließt Pater Andreas mit dem Satz: „Ich träume von der Arbeit hier mit Menschen, die jung sind, besser: die jung geblieben sind.“

    Später, in der Aussprache der Mitgliederversammlung, will es ein Freundeskreismitglied genauer wissen: Was ist los im Konvent? Und er zitiert einen der Mönche, der Maria Laach bereits den Rücken gekehrt und in Richtung Mutterkloster Beuron verlassen hat. Es gehe ein Riss durch die Kommunität, soll der gesagt haben. Das wiederum will der Prior Administrator so nicht stehen lassen. „Es geht wohl vielmehr ein Riss durch den, der das sagt“, so Pater Andreas, „ich hoffe nur, dass er in Beuron glücklich wird.“ Mehr möchte er dazu nicht sagen.

    Spannungen sind nicht neu

    Was hinter Klostermauern geschieht, soll wohl hinter Klostermauern bleiben. Die Spannungen innerhalb des Laacher Konvents sind nicht neu. Zur Erinnerung: Schon Abt Benedikt Müntnich bekam sie zu spüren, als im Herbst 2014 seine Wiederwahl zum Abt scheiterte, weil er nicht das uneingeschränkte Vertrauen seiner Mitbrüder auf sich vereinen konnte. Der nach ihm eingesetzte erste Prior Administrator Pater Albert Sieger stand danach keine zwei Jahre an der Spitze des Konvents. Dann kam Pater Andreas.

    Zu seinem Amtsantritt forderte dieser eine Rückbesinnung auf die Spiritualität – weniger Weltlichkeit, mehr Geistlichkeit. Ein schwieriges Unterfangen an einem Ort, der einerseits als Sitz eines Mönchskonvents ganz natürlich ein spirituelles Zentrum ist, andererseits aber auch ein überaus beliebtes Ausflugsziel von Menschen, die hier nicht unbedingt viel mit Spiritualität im Sinn haben. Doch die Mönche leben auch von diesen Besuchern.

    Während einige Mönche das Laacher Kloster verlassen, kommt Altabt Benedikt Müntnich zurück. Pater Andreas habe den Altabt zur baldigen „Heimkehr“ ausdrücklich ermuntert, vermeldet der hocherfreute Freundeskreisvorsitzende Gernot Mittler. Die Freundeskreismitglieder quittierten dies spontan mit Applaus.

    Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

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