Archivierter Artikel vom 07.07.2013, 19:40 Uhr
Tennis

Andernacher TC zwischen Abstiegsangst und Aufstiegshoffnung

Skeptisch war Tennis-Oberligist Andernacher TC in den Doppelspieltag des Wochenendes gestartet, und noch am Sonntagnachmittag zeigten sich tiefe Sorgenfalten auf der Stirn von Trainer Sascha Müller. Doch am Ende hatte sein Team mit 12:9-Siegen in Saarbrücken und gegen Ludwigshafen nicht nur einen großen Schritt zum Klassenverbleib gemacht, sondern darf nun sogar hoffen, bei weiterhin günstigem Verlauf sogar die Aufstiegsspiele zur Regionalliga zu erreichen. So eng ist das Feld beisammen in dieser ausgeglichenen Liga.

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Als es darauf ankam, war er voll da: Marcel Waloch, Österreicher beim Andernacher TC, holte einen wichtigen Punkt. Foto: Andreas Walz
Als es darauf ankam, war er voll da: Marcel Waloch, Österreicher beim Andernacher TC, holte einen wichtigen Punkt. Foto: Andreas Walz
Als es darauf ankam, war er voll da: Marcel Waloch, Österreicher beim Andernacher TC, holte einen wichtigen Punkt. Foto: Andreas Walz Als es darauf ankam, war er voll da: Marcel Waloch, Österreicher beim Andernacher TC, holte einen wichtigen Punkt.
Foto: Andreas Walz

Tennis – Skeptisch war Tennis-Oberligist Andernacher TC in den Doppelspieltag des Wochenendes gestartet, und noch am Sonntagnachmittag zeigten sich tiefe Sorgenfalten auf der Stirn von Trainer Sascha Müller. Doch am Ende hatte sein Team mit 12:9-Siegen in Saarbrücken und gegen Ludwigshafen nicht nur einen großen Schritt zum Klassenverbleib gemacht, sondern darf nun sogar hoffen, bei weiterhin günstigem Verlauf sogar die Aufstiegsspiele zur Regionalliga zu erreichen. So eng ist das Feld beisammen in dieser ausgeglichenen Liga.

„Meist entscheidet die Tagesform“, hat Müller festgestellt. Und das heißt, dass der Trainer gefragt ist: „Meine Aufgabe ist es, Stimmung und Moral hochzuhalten und den Teamgeist zu befeuern.“ Denn wenn die sportlichen Unterschiede minimal sind, entscheidet nun mal die mentale Stärke.

Gut zu beobachten beim Österreicher Marcel Waloch, der in Abwesenheit von Igor Zelenay erstmals zum Einsatz kam – und das gleich als Nummer eins. Beim TC Rotenbühl unterlag der 20-Jährige dem Saarbrücker Spitzenmann Bas van der Valk deutlich in zwei Sätzen, am Sonntag gegen die zweite Mannschaft des Vorjahresmeister BASF TC Ludwigshafen schien er nach gutem Beginn ebenfalls auf der Verliererstraße, verlor im ersten Satz bei 5:4-Führung sein Aufschlagsspiel zu Null, gab den Satz ab und lag im zweiten Durchgang schnell 0:2 zurück.

Dann griff der Coach ein. „Ich habe ihm eine taktischen Leitfaden an die Hand gegeben“, beschreibt Müller seinen Einfluss, „er hatte zu viel auf die starke Rückhand seines Gegners gespielt.“ Prompt drehte Waloch die Partie und gewann letztlich deutlich.

Das war auch nötig, sonst wäre es wohl nichts geworden mit dem dritten Saisonsieg. Schließlich sorgten an beiden Tagen die bekannt starken Andernacher Doppel für den positiven Ausgang – „etwas glücklich, aber zufriedenstellend“, wie Müller bilanzierte.

Acht der 18 Duelle am Wochenende wurden im Champions-Tiebreak entschieden, fünfmal zugunsten der Andernacher. Zuverlässig wie immer sammelte Richard Nebyla in Einzel und Doppel die Maximalausbeute von vier Siegen ein; der angeschlagene Jan Porteset spielte zwar deutlich unter Normalform, holte im Doppel an der Seite von Urs Breitenberger am Samstag aber den entscheidenden Punkt zum Sieg in Saarbrücken.

Am Sonntag mussten die Andernacher sogar befürchten, nur eines der sechs Einzel zu gewinnen. Doch dann wandelten Waloch (Müller: „Er ist engagiert und ehrgeizig, aber gegen erfahrene Spieler reicht das nicht“) und Urs Breitenberger ihre Rückstande in Siege um, und beim „Doppel-Poker“ lag der ATC mit seinem Umstellungen gegenüber der Samstags-Formation goldrichtig.

Sollte sich nun wirklich am Ende dieser spannenden Saison die Aufstiegschance bieten, dann wollen die Andernacher auch zupacken. „Wenn die Jungs das packen, wollen wir die Chance wahrnehmen“, sagt Trainer Müller, warnt aber gleichzeitig: „Bis diese Runde vorbei ist, wird sich noch einiges tun.“

Von unserem Redakteur

Stefan Kieffer