Archivierter Artikel vom 20.01.2011, 07:47 Uhr

Vorsorge-Tipps

Vorsorge-Tipps

Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entsteht meist in der Übergangszone des Muttermunds, in der zwei Schleimhautzonen aneinander grenzen. Der häufigste und gefährlichste Eierstockkrebs, das Ovarialkarzinom, stammt von Zellen aus dem Deckhäutchen ab, das die etwa walnussgroßen Organe überzieht. Der Muttermund-Abstrich, der sogenannte Pap-Test, sowie eine Untersuchung der Genitalorgane werden von den Kassen ab dem 20. Lebensjahr einmal pro Jahr bezahlt. Auch die jährliche Tastuntersuchung des Beckens zur Identifizierung des Eierstockkrebses ist Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. Ultraschalluntersuchungen werden nur bei Unterleibsbeschwerden bezahlt. An Gebärmutterhalskrebs sterben pro Jahr 69 rheinland-pfälzische Frauen, 218 erkranken daran (2,5 Prozent aller Krebsfälle). 307 Frauen im Land sterben jährlich an einem Eierstockkarzinom, 324 erkranken daran (3,7 der Fälle).

Krebs der Bauchspeicheldrüse

Krebs der Bauchspeicheldrüse entwickelt sich in neun von zehn Fällen in dem Häutchen, das den Ausführungsgang der Drüse auskleidet, der in den Darm mündet. Wesentlich seltener sind Tumore im eigentlichen Drüsengewebe. Ultraschalluntersuchungen zur Früherkennung des Bauchspeicheldrüsenkrebses werden von der Krankenkasse nicht bezahlt. Es handelt sich um eine individuelle Gesundheitsleistung (Igel), die 11 bis 27 Euro kostet. Wenn die Untersuchung direkt nach einer anderen bei benachbarten Organen durchgeführt wird, kostet die Leistung vier bis elf Euro. 334 rheinland-pfälzische Männer und 395 Frauen sterben jährlich an diesem Krebs. 176 Männer (1,8 Prozent der Krebsfälle) und 205 Frauen (2,4 Prozent der Krebsfälle) erkranken jährlich neu an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das Pankreaskarzinom tritt zumeist erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Nur ein bis zwei von zehn Patienten sind bei der Diagnose jünger als 60 Jahre.

Blasen- und Prostatakrebs

19 von 20 Prostatakarzinomen stammen von Drüsenzellen der Prostata ab. Blasenkarzinome entwickeln sich fast immer aus der Schleimhaut der Harnwege. Die Tastuntersuchung der Prostata wird ab dem 45. Lebensjahr einmal pro Jahr von den Kassen bezahlt. Die Kosten für den PSA-Test übernehmen sie bei akuten Prostatabeschwerden. Der Test kostet 25 bis 36 Euro. Die Früherkennung von Blasenkrebs wird nicht bezahlt. Allerdings beinhaltet der Check-up 35 einen kostenlosen Urintest. Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern. In Rheinland-Pfalz ist er für mehr als jede vierte Krebsneuerkrankung verantwortlich. 682 Rheinland-Pfälzer sterben daran jährlich. An Blasenkrebs sterben 161 Männer und 88 Frauen. 899 Männer erkranken daran pro Jahr (10 Prozent der Krebserkrankungen) und 307 Frauen (3,5 Prozent).

Brustkrebs

Brustkrebs entsteht meist im Inneren der Brust, am häufigsten in der Wand eines der 12 bis 20 Milchgänge, die von den Drüsenläppchen zur Brustwarze führen. Frauen haben ab dem 30. Lebensjahr Anspruch auf eine jährliche von der Kasse finanzierte Tastuntersuchung inklusive der Lymphknoten. Ab dem 50. Lebensjahr werden Frauen alle 24 Monate von ihrem Frauenarzt zu einem Mammografie-Screening eingeladen. Die Kosten übernehmen die Kassen. Das Einladungsverfahren hat in den vergangenen Jahren zu einer leicht rückläufigen Sterblichkeitsrate geführt. Doch noch immer ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Rheinland-Pfalz erkranken jährlich 2866 Frauen an Brustkrebs – jeder dritte Krebsfall bei Frauen. 951 Frauen sterben pro Jahr an Brustkrebs. Doch auch die Männer sind nicht ganz unbelastet. 22 Rheinland-Pfälzer erkranken jährlich an Brustkrebs, immerhin 11 Männer sterben pro Jahr an diesem Karzinom.

Darmkrebs

Dickdarmkrebs entwickelt sich fast immer aus den Zellen der Darmschleimhaut. Grundsätzlich hat jeder gesetzlich Versicherte ab einem Alter von 50 bis 54 Jahren einmal pro Jahr Anspruch auf eine Untersuchung auf Blut im Stuhl. Ab dem 55. Lebensjahr zahlt die Kasse eine einmalige Früherkennungsberatung durch den Arzt. Dann kann man sich einmalig den Darm spiegeln lassen und dann erneut zehn Jahre später. Alternativ zahlt die Kasse jedes zweite Jahr die Stuhluntersuchung. Wird dabei Blut entdeckt, zahlt die Kasse die anschließende Darmspiegelung. Als private Leistung kostet die Darmspiegelung je nach Aufwand zwischen 87 und 202 Euro plus 4 bis 11 Euro Beratungsleistung sowie 7 bis 17 Euro, wenn stärkere Beruhigungsmittel gebraucht werden. Ein Stuhltest kostet 3 bis 5 Euro. In Rheinland-Pfalz erkranken laut Krebsregister jährlich 1554 Männer und 1325 Frauen an Darmkrebs, 697 Männer und 706 Frauen sterben daran.

Hautkrebs

Hautkrebs entsteht meist in der äußersten Schicht der Haut. Drei Krebsarten sind besonders häufig: Basalzellkrebs (Basaliom) und Stachelzellkrebs (Spinaliom) entstehen aus Vorläufern der Hornzellen, der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) aus den schwarz oder braun gefärbten Pigmentzellen. Das Hautkrebs-Screening ist bei einem Hausarzt oder Dermatologen für gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre kostenlos. Als private Leistung kostet das Screening Frauen zwischen 18 und 43 Euro und Männer zwischen 16 und 38 Euro. In Rheinland-Pfalz erkranken jährlich 398 Männer und 433 Frauen am schwarzen Hautkrebs. 54 Männer und 55 Frauen sterben. Am gutartigen Hautkrebs erkranken 7634 Rheinland-Pfälzer, 20 sterben.

Lungenkrebs

Lungenkrebs entsteht meist in der Schleimhaut der Atemwege. Alle drei Methoden zur Früherkennung von Lungenkrebs – Röntgenuntersuchungen und Computertomografien (CT) der Lunge sowie eine Laboranalyse des abgehusteten Schleims – werden nicht von den Kassen übernommen. Röntgen- oder CT-Untersuchungen dürfen wegen der Strahlenbelastung nicht als individuelle Gesundheitsleistungen (Igel) angeboten werden. Die Laboranalysen kosten als private Leistungen 10 bis 19 Euro. Allerdings ist das Abhören der Lunge Bestandteil des Check-up 35. Ab dem 35. Lebensjahr zahlt die Kasse diese Ganzkörperuntersuchung alle zwei Jahre. In Rheinland-Pfalz sterben jährlich 1546 Männer (jährlich 982 neue Erkrankungen) daran. Das ist mehr als jeder vierte Krebssterbefall – die häufigste Krebstodesursache. Bei den Frauen (435 Erkrankungen) ist es mit 11 Prozent die dritthäufigste Krebstodesursache.

Magenkrebs

Magenkrebs entwickelt sich aus den Zellen der Schleimhaut, die den Magen und den Übergang vom Magen zur Speiseröhre auskleidet. Die Magenspiegelung wird nicht von den Kassen bezahlt. Die Kosten werden nur bei Patienten mit erhöhten Risiken oder bestimmten Beschwerden übernommen. Wer dennoch eine Früherkennungsuntersuchung vornehmen lassen will, muss mit Kosten von 46 bis 134 Euro rechnen. Vor 50 Jahren war Magenkrebs noch der häufigste Krebs in Deutschland. Heute steht er angesichts anderer Ernährungsgewohnheiten bei den Männern auf Platz fünf und bei den Frauen auf Platz sechs. In Rheinland-Pfalz sterben jährlich 271 Männer (373 Erkrankungen) und 198 Frauen (252 Erkrankungen) an Magenkrebs.

Mund- und Rachenkrebs

Von den Lippen bis zum Rachen können in jedem Bereich von Mund und Nase über ein Dutzend verschiedene Tumore entstehen. Krebs entwickelt sich an Zahnfleisch, Zunge, Wangen, Mandeln, Nasenhöhle oder Gaumen. Meist stammen die Tumore von Zellen der Schleimhaut ab. Die Kosten für die Untersuchung und das Abtasten zur Früherkennung von Magen- und Rachenkrebs übernehmen die Kassen nicht. Allerdings gehört die Inspektion der Mundhöhle zur Grunduntersuchung der Zahnärzte, die die Krankenkassen einmal pro Halbjahr bezahlen. Bei doppelt so vielen Männern wie Frauen wird dieser Krebs jährlich diagnostiziert. In Rheinland-Pfalz ist dieses Verhältnis noch extremer: 328 Männer (3,3 Prozent der Fälle) und nur 128 Frauen (1,5 Prozent der Fälle) erkranken pro Jahr an diesem Krebs. 164 Männer und 67 Frauen sterben.

Nierenkrebs

Nierenkrebs entwickelt sich meist in den Filtereinheiten des Organs. Von zehn Nierentumoren entstehen acht bis neun aus den Wandzellen der Nierenkanäle. Bei einem von zehn Nierentumoren handelt es sich um einen Krebs, der von der Innenhaut des Nierenbeckens und der Harnleiter ausgeht. Der Urintest ist Teil des Check-up 35, den die Kassen alle zwei Jahre bezahlen. Urinteststreifen gibt es für zehn Euro in der Apotheke. Der Arzt darf dafür zwei bis vier Euro berechnen. Eine Ultraschalluntersuchung kostet 11 bis 27 Euro oder 4 bis 11 Euro, wenn sie an eine Untersuchung benachbarter Organe anschließt. Im Land sterben jährlich 140 Männer und 94 Frauen an Nierenkrebs. 372 Männer (3,8 Prozent der Fälle) und 215 Frauen (2,5 Prozent) erkranken daran.