Archivierter Artikel vom 17.09.2011, 07:00 Uhr
Berlin

Krieg der Studien: Mehrweg kontra Einweg

Der Kampf um die Dose beziehungsweise das Einweg-Pfand ist auch ein Krieg der Studien. Einer der Kontrahenten, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), hat im Juni eine Expertise von PriceWaterhouseCoopers vorgelegt – mit der klaren Zusammenfassung „Mehrweg schlägt Einwegpfand schlägt den Grünen Punkt.“

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Berlin – Der Kampf um die Dose beziehungsweise das Einweg-Pfand ist auch ein Krieg der Studien. Einer der Kontrahenten, die Deutsche Umwelthilfe (DUH), hat im Juni eine Expertise von PriceWaterhouseCoopers vorgelegt – mit der klaren Zusammenfassung „Mehrweg schlägt Einwegpfand schlägt den Grünen Punkt.“

Obwohl Mehrwegflaschen in der Regel etwas robuster und deshalb schwerer sind als ihre Einwegpendants, verursachten sie durch die mehrfache Nutzung deutlich weniger Müll als Einwegverpackungen, schlussfolgert die DUH.

Doch die Kämpfer für die Dose haben ebenfalls nachgerüstet: Der Branchenverband BCME hat sich eine neue vergleichende Ökobilanz für Bier-Getränkeverpackungen im deutschen Markt vom IFEU-Institut anfertigen lassen. Kein Zufall, dass genau dieses Institut beauftragt wurde: Es hat auch frühere Untersuchungen für das Umweltbundesamt angestellt, die letztlich Argumentationshilfe fürs Einwegpfand wurden.

Die Dosenhersteller sind aber der Ansicht, dass die teils 15 Jahre alten Daten nicht mehr als Basis für heutige Entscheidungen taugen. Das IFEU-Institut kommt nun zur Erkenntnis, dass keine eindeutigen Aussagen über ökologische Vor- und Nachteile getroffen werden können. Anders gesagt: Es kommt auf die Umstände an.

Bei Mehrweg-Glasflasche kontra Einweg-Metalldose (Bild: Das mittlerweile vertraute Pfand-Logo) spielen Transportwege und die Zahl der Umläufe die entscheidende Rolle. Je öfter die Glasflasche wiederbefüllt wird und je näher sie in den Handel gelangt, desto besser schneidet sie ab. In einem Szenario mit regionalem Vertrieb (100 Kilometer vom Abfüller zur Filiale) und 25 Wiederbefüllungen liegt die Stahldose in Sachen CO2 hinten. Bei nationaler Distribution (400 Kilometer) und wenig Umläufen (die Flasche wird nur fünf- bis zehnmal neu gefüllt) kann die Dose aber gut mithalten.

Die Dosenhersteller halten das zweite Szenario für zutreffender. Große Brauereien sind national aktiv und setzen auf individuelle Verpackungen. 1000 verschiedene Kästen, 800 unterschiedliche Mehrwegflaschen gebe es mittlerweile, heißt es beim BCME: Sie müssen zur jeweiligen Brauerei zurück, was die Wege verlängere. Und die oft unterstellte hohe Zahl an Mehrweg-Umläufen sei nicht realistisch. hil