Archivierter Artikel vom 24.04.2013, 07:00 Uhr

Die Planung der „Endlösung“

Am 20. Januar 1942 beorderte der von der NS-Führung mit der „Endlösung der Judenfrage“ beauftragte Reinhard Heydrich 13 Staatssekretäre verschiedener Ministerien sowie hohe Parteiund SS-Funktionäre zu einer Besprechung in die Berliner Villa „Am Großen Wannsee“.

Der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über Fritz Kraemer
Der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über Fritz Kraemer

Das Ziel: Die „Endlösung“, wie man den Völkermord nannte, sollte mit allen beteiligten Dienststellen koordiniert werden. Das Protokoll der Besprechung führte Adolf Eichmann, zuständig für die zentrale Organisation der Deportationen. Es gibt einen Einblick in die wesentlichen Ziele und Ergebnisse der Besprechung: die Information über den Plan zum Mord an den europäischen Juden und die ausdrückliche Betonung der Federführung des Reichsführers der Schutzstaffel (SS), Heinrich Himmler, und Reinhard Heydrichs.

Die vertretenen Institutionen sollten in die Planung und technisch- organisatorische Umsetzung des Völkermords eingebunden werden. Der Genozid wurde bereits exekutiert. Einsatzgruppen hatten bis Januar 1942 in Polen und in der Sowjetunion bereits mehr als 500 000 Juden erschossen oder qualvoll vergast. Mit der Konferenz setzte der NS-Staat das Signal, den Völkermord europaweit zu koordinieren und systematisch zu vollstrecken.