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Koblenz

Im Verlauf der Woche das Segelhandwerk perfektioniert

Die Jahrgangsstufe 12 der Carl-Benz-Schule stach mit drei Segelbooten ins IJsselmeer.

Foto: Carl-Benz-Schule Koblenz

Auch in diesem Jahr fand wieder der alljährliche Segelturn des Beruflichen Gymnasiums der Koblenzer Carl-Benz-Schule mit der Fachrichtung IT statt, und auch in diesem Jahr waren es wieder drei Segelboote, die als CBS-Armada von Stavoren aus ins Meer stachen, um das IJsselmeer zu durchkreuzen. Auch wenn auf jedem der drei Boote wieder ein Lehrer beziehungsweise eine Lehrerin an Bord war, so hatte auch diesmal keiner von ihnen das Sagen an Deck.

Foto: Carl-Benz-Schule Koblenz

Befehligt wurden die klassischen Plattbodenboote von je einem Skipper und einer Bootsfrau oder einem Bootsmann, unter dessen Anleitung die Schüler das Segelhandwerk ausübten und im Verlauf der Woche perfektionierten. So kam es, dass die Schüler es sich auch bei schwierigsten Wetterbedingungen nicht nehmen ließen, die Takelage und die Segel trotz Anwesenheit der professionellen Besatzung immer wieder selbst zu bedienen. Beeindruckt vom Engagement der Schüler entschieden die Skipper, den Sprung über die offene See zur schönen westfriesischen Insel Terschelling zu wagen und wurden mit herrlichem Sonnenschein für ihren Mut belohnt.

Foto: Carl-Benz-Schule Koblenz

Belohnt wurden aber auch alle Mann an Bord durch den täglich wechselnden Kombüsendienst, dem es immer wieder gelang, handelsübliche Frikandel durch geschicktes hinzufügen von Spezialsoßen (wie Ketchup und Senf) in eine neue holländische Delikatesse zu verwandeln. Unvergessen bleiben Chili und Hamburger, wenngleich es bestimmt auch mal etwas mit Salat und Gemüse gab oder gegeben haben soll. Auch soll der ganze Törn ziemlich ereignislos verlaufen sein, wie das Gedicht eines unbekannten Schülers verdeutlicht:

Auf unserer Kursfahrt gab es ganz schön wenig Platz,

das hat unser Dornröschen aber nicht gekratzt.

In der Nacht war es ganz schön warm,

da kamen die Mücken in einem ganzen Schwarm.

Die Luke nach draußen war sehr klein,

aber ein Fahrrad passte dennoch hinein.

Bei einem Fremden bekamen wir ein Bier,

dieses Ziel war eigentlich nicht in unserem Visier.

Am letzten Abend waren wir lange feiern,

morgens versuchten wir die Fete zu verschleiern.

Allen in Erinnerung bleibt die majestätische Vrouwezand, das Plattbodenboot, das stets die Armada anführte und mit ihrem schneidigen Rumpf das Meer für die nachfolgen Schiffe teilte, die milden Temperaturen in den windgeschützten sonnigen Häfen, einige wenige, trotz Warnung, leicht rothäutige Schüler, gebratene Schweinelendchen und komplizierte Kartenspiele. Michael Schöffel

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