Archivierter Artikel vom 18.02.2012, 00:05 Uhr
Berlin

Wulff-Nachfolge: Stimmung gegen Gauck im Netz

Im Internet rühren sich einen Tag nach Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff die Stimmen gegen Joachim Gauck als möglichen Nachfolgekandidaten.

Im sozialen Netzwerk Facebook etwa wurden mehrere Gruppen gegründet, die sich gegen den Ex-DDR-Bürgerrechtler aussprechen, darunter die Gruppe „Gauck: Nein, danke“. Ein Grund dafür: Gauck hatte sich abfällig über die kapitalismuskritische Occupy-Bewegung geäußert und in einem früheren Interview dem Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin Mut attestiert, als der mit strittigen Äußerungen zur Zuwanderung im Feuer der Kritik stand.

Ein Internetnutzer twitterte am Samstag: „Gauck meinte vor nicht langer Zeit: Sarrazin sei mutig & Anti-Banken-Proteste seien “unsäglich albern„.“ Die Ablehnung kommt besonders auch aus Migrantenkreisen. „Sarrazin-Unterstützer Joachim Gauck als neuer Präsident? NEIN DANKE...“, schreibt etwa der türkische Journalist Erhan Mertürk aus Berlin auf Facebook. Ein anderer kommentierte auf Twitter: „Gauck: Keine Distanzierung von Sarrazin, Kapitalismuskritik ist albern, Atomausstieg gefühlsduselig #BitteNichtGauck“.

Unter den unzähligen Kommentaren, Einträgen und Gruppen gegen Gauck gibt es aber auch viele Befürworter.

Gauck war bereits 2010 Präsidentschaftskandidat – unterlag aber Wulff. Diese hatte am Freitag mit sofortiger Wirkung sein Amt aufgegeben und damit die Konsequenzen aus der Affäre um mögliche Vergünstigungen von befreundeten Unternehmern gezogen.