Archivierter Artikel vom 31.01.2012, 09:04 Uhr
Mainz-Kastel

Wasserpfeifen-Fans geht die Luft aus – Vergiftung in Mainz-Kastel

Diesmal war es keine defekte Heizung, aus der Kohlenmonoxid (CO) geströmt war, wie im Fall in Dietzenbach vor wenigen Tagen. Wasserpfeifen haben am Samstagabend einen Unfall in einer Gaststätte in Mainz-Kastel verursacht – „weil nicht ausreichend gelüftet worden war, und das giftige Gas nicht abziehen konnte“, sagt ein Sprecher der Wiesbadener Feuerwehr.

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Wasserpfeifen liegen im Trend und werden auch in öffentlichen Bars gereicht. Ungefährlich ist der Konsum indes nicht.
Wasserpfeifen liegen im Trend und werden auch in öffentlichen Bars gereicht. Ungefährlich ist der Konsum indes nicht.
Foto: picture-alliance/ dpa

Mainz-Kastel – Diesmal war es keine defekte Heizung, aus der Kohlenmonoxid (CO) geströmt war, wie im Fall in Dietzenbach vor wenigen Tagen. Wasserpfeifen haben am Samstagabend einen Unfall in einer Gaststätte in Mainz-Kastel verursacht – „weil nicht ausreichend gelüftet worden war, und das giftige Gas nicht abziehen konnte“, sagt ein Sprecher der Wiesbadener Feuerwehr.

Eine 19- und eine 49-Jährige wurden verletzt und in eine Druckkammer nach Aachen geflogen. Denn die in Wiesbaden und Frankfurt waren zu diesem Zeitpunkt nicht besetzt – und werden auch in nächster Zeit weiterhin nur zu bestimmten Zeiten öffnen. Trotz der stetig ansteigenden Anzahl an CO-Patienten, für die eine Behandlung in einer Druckkammer oft die einzige Überlebenschance ist.

24-Stunden-Bereitschaft ist teuer

Eine 24-Stunden-Bereitschaft kostet viel Geld. Unter anderem wird ein Team, bestehend aus einem Techniker, einer Schwester und einem Tauch- und Überdruckmediziner, benötigt. Die Asklepios-Klinik in Wiesbaden ist bereit, vorzufinanzieren. Sie hat bereits in Kooperation mit dem Druckkammerzentrum auch außerhalb der Öffnungszeiten Notfälle versorgt – auf den Kosten blieben sie aber zum größten Teil sitzen. „Wir stellen die Bereitschaft, jedoch nur, wenn die Refinanzierung gesichert ist“, sagt Geschäftsführer Oliver Zimmer. Und genau da hapert es. „Wir überprüfen noch, wie das Ganze refinanziert werden kann“, heißt es seitens des Sozialministeriums. Probleme gebe es vor allem durch das „hochkomplexe“ bundesweite Vergütungssystem, dem sich auch die Länder unterwerfen müssen. Dazu komme, dass solche Fälle viel zu selten vorkämen und im Vergütungssystem noch nicht adäquat abgebildet werden. „Uns ist klar, dass diese Lücke geschlossen werden muss.“

Nicht der erste Vorfall im Rhein-Main-Gebiet

Doch bis es soweit ist, wird es noch dauern. Und vielleicht wird es wieder zu CO-Unfällen kommen. Vielleicht auch in Shisha-Bars, denn der Vorfall am Samstag war nicht der erste in der Rhein-Main-Region. Erst Mitte Dezember hatten zehn Gäste einer Weihnachtsfeier eines Shisha-Versand-Shops erhöhte CO-Werte im Blut und waren in ein Krankenhaus gekommen. Auch damals war nicht ausreichend gelüftet worden.

Die Polizei ermittelt. Wie viel Schuld der Inhaber der Bar an dem Vorfall hat, wird derzeit geklärt. Und auch, ob „eine Gefahr für Leib und Leben besteht“, so ein Sprecher des Ordnungsamtes. Ihm zufolge gibt es keine speziellen Lüftungsvorschriften für Shisha-Bars.

Ute Fiedler