Archivierter Artikel vom 30.07.2012, 23:31 Uhr
Olympische Spiele

Undine-Athlet Dimitri Colupaev springt erstmals bei Olympia ins Becken

Dimitri Colupaev, Schwimmstar des SSV Undine Mainz, steht an diesem Dienstag als Mitglied der 4x200-Meter-Freistilstaffel vor seinem Debüt bei Olympischen Spielen in London.

Bei den Europameisterschaften in Debrecen schwammen der Mainzer Dimitri Colupaev (rechts) und Paul Biedermann mit der deutschen 4x200-Meter-Staffel zur Goldmedaille. In London wollen sie an diesem Dienstag ebenfalls aufs Podest.
Bei den Europameisterschaften in Debrecen schwammen der Mainzer Dimitri Colupaev (rechts) und Paul Biedermann mit der deutschen 4x200-Meter-Staffel zur Goldmedaille. In London wollen sie an diesem Dienstag ebenfalls aufs Podest.
Foto: dpa

Olympische Spiele – Dimitri Colupaev, Schwimmstar des SSV Undine Mainz, steht an diesem Dienstag als Mitglied der 4x200-Meter-Freistilstaffel vor seinem Debüt bei Olympischen Spielen in London.

Nein, sagt Dimitri Colupaev, schockiert habe ihn Paul Biedermanns Aus im Vorlauf über 400 Meter Freistil nicht. Missglückte Taktik hin, Mutmaßungen über eine Formschwäche des deutschen Vorzeigeschwimmers her: „Man konnte schon sehen, dass Pauls Fokus in diesem Jahr auf den 200 Metern und der Staffel liegt“, kommentierte Colupaev den ersten Auftritt Biedermanns bei den Olympischen Spielen in London gelassen. „Von daher war alles okay.“

Kein Grund also, sich Gedanken um die deutsche 4x200-Meter-Freistilstaffel zu machen, die heute Vormittag ins Becken geht und heute Abend im Finale um eine Medaille kämpfen will? „Nein“, versichert der Mann vom SSV Undine Mainz.

Im Team herrscht gute Stimmung

Dass er und alle anderen Mitglieder des deutschen Quartetts sich im Vergleich zum Titelgewinn bei den Europameisterschaften steigern müssen, war schon lange vor Beginn der Spiele klar, „und wir haben auch entsprechend trainiert“. Jetzt überwiegt die Zuversicht, und spätestens seit Sonntagabend herrscht im Lager des deutschen Schwimmverbandes auch wieder gute Stimmung. „Wir hatten tolle Ergebnisse“, verweist Colupaev unter anderem auf die 4x100-Meter-Staffel, die im Vorlauf Deutschen Rekord schwamm und im Finale Sechster wurde, sowie auf die Finaleinzüge von Helge Meeuw über 100 Meter Rücken und Biedermann über 200 Meter Freistil.

Einem gelungenen Olympiadebüt des Mainzer Schwimmers, der seit zwei Jahren an der University of Southern California in Los Angeles (USC) studiert und mit Weltklasseathleten trainiert, scheint also nichts im Wege zu stehen. Und es ist davon auszugehen, dass die deutsche Staffel nicht den Fehler der (gescheiterten) 4x100-Frauen um Britta Steffen machen und sich im Vorlauf schonen wird. Colupaev selbst schon gar nicht. „Ich werde selbstverständlich mit voller Kraft schwimmen“, kündigt er an. „Das könnte schließlich mein einziger Start sein, da gibt es nix, wofür man sich schonen müsste...“

Der 22-jährige Olympianeuling ist davon überzeugt, dass seine Vorbereitung auf London den gewünschten Erfolg bringen wird. Weil es in der Sportstadt Mainz für ihn keine Trainingsmöglichkeiten gab, wich Colupaev nach den Deutschen Meisterschaften zunächst zu Paul Biedermann nach Halle, dann zu seinem französischen Kommilitonen und USC-Mannschaftskollegen Clement Lefert nach Nizza aus. Dort trainierte er auch mit Yannick Agnel, dem Star der Franzosen, der die 4x100-Meter-Staffel am Sonntagabend als Schlussschwimmer mit einer sensationellen Aufholjagd an den USA vorbei zum Titel geführt hat.

Froh über französischen Erfolg

„Das war ein super spannendes Rennen“, zeigte sich Colupaev als Zuschauer im Aquatics Center begeistert. „Ich freue mich sehr für meine französischen Freunde, dass sie die Amerikaner ausstechen konnten.“ Gut, räumt der Mann aus Mainz mit Stipendium in Los Angeles ein, „amerikanische Freunde habe ich auch. Aber die sind am Sonntagabend nicht in der Staffel geschwommen...“

Peter H. Eisenhuth