Archivierter Artikel vom 19.08.2016, 18:52 Uhr

Selbstkontrolle: USK stuft Spiele ein

Alle in Deutschland im Handel erhältlichen Spiele auf Datenträgern, also PC- und Konsolenspiele, sind von der USK geprüft. Die USK ist die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, deren Träger Staat und Spielindustrie sind und die sich dem Jugendschutz verpflichtet hat.

Jedes Spiel, das von einem Publisher, also der veröffentlichenden Firma, bei der USK in Berlin eingereicht wird, wird zunächst von USK-Sichtern komplett durchgespielt. Diese stellen anschließend eine Präsentation darüber zusammen.

Eine Alterseinordnung dürfen die Sichter selbst nicht geben, dafür sind die Gremienmitglieder zuständig. Im Gremium sitzen jeweils 5 von insgesamt 60 Sachverständigen, zum Beispiel Mitarbeiter von Jugendämtern oder Universitäten. Diese abstrahieren ihre Beobachtungen auf die Anforderungen des Jugendschutzes. Kriterien dabei sind zum Beispiel Gewalt und Krieg, Drogen, Sexualität, hoher Handlungsdruck, der überfordern kann, Angst und Bedrohung sowie ein zu großes Identifikationspotenzial, zum Beispiel wenn Szenen des Spiels in einer Schule spielen.

Alterseinstufungen von 0-18

Das geprüfte Spiel bekommt ein Siegel mit der Alterseinstufung 0, 6, 12, 16 oder 18. Bekommt das Spiel gar kein Kennzeichen, weil zum Beispiel die Gefahr besteht, dass es auf dem Index landet, stellt die USK das Verfahren ein und gibt das Spiel an die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien weiter. Ein Spiel ohne USK-Label darf jedoch bis auf Weiteres an Erwachsene verkauft werden. Seit 2014 beteiligt sich die USK auch am IARC-System. Das Prüfsystem der International Age Rating Coalition stuft auch Onlinespiele und Apps per Fragebogen ein.

Warum man die USK ernst nehmen sollte, zeigt „Grand Theft Auto“ (GTA). Die Spielreihe ist mit einer Ausnahme mindestens auf USK16 oder USK18 eingestuft, liegt jedoch schon bei 10- bis 13-Jährigen auf Platz drei der beliebtesten Spiele. Im Spiel ist es zum Beispiel möglich, eine Prostituierte im gestohlenen Wagen mitzunehmen und sie anschließend zusammenzuschlagen oder zu töten. Obwohl „GTA“ eines der vielseitigsten und durch sein Spielkonzept spannendsten Spiele auf dem Markt ist, ist es für Kinder und Jugendliche absolut ungeeignet.

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