Archivierter Artikel vom 11.12.2017, 16:50 Uhr
Rheinland-Pfalz

Schwanen-Polizei und Katzen-Alarm – Tierisches aus dem Jahr 2017

Tiere in Rheinland-Pfalz haben auch im zu Ende gehenden Jahr so manches Herz erobert. Weil sie Übeltäter in die Flucht schlagen, Temperament zeigen – oder einfach nur niedlich sind.

Sie machen es sich mit ihrem roten Fell in einem fremden Bett bequem, blockieren zu Hunderttausenden ein Häuschen im Wald oder erobern mit süßen Fotos inklusive Polizeimütze das Internet. So manche Tiere haben Rheinland-Pfalz 2017 auf Trab gehalten. Ein Überblick.

Papageien: Bekommen die Papageien im Eifel-Zoo einen Tannenbaum in ihren Käfig, machen sie Streichhölzer daraus. Deswegen richtet der Zoo erstmals eine Sammelstelle für ausrangierte Weihnachtsbäume ein. Auch Schafe, Ziegen und Kamele stehen auf die Bäume: Für sie sind die Nadeln und die Rinde ein Festschmaus.

Schwan: Ein schwarzer Schwan steht in Kaiserslautern wie ein Polizist auf der Straße und regelt den Verkehr. Da offenbar nicht alle Verkehrsteilnehmer mit dem Tier zufrieden sind, wählt eine Fußgängerin den Notruf. Feuerwehrmänner treiben das Tier zum Stausee Vogelwoog.

Hund I: Der Fahrer eines Rettungswagens sieht einen Malteser-Lasso-Mix auf der Autobahn 61 bei Speyer und schaltet das Blaulicht ein. Auch ein Lkw-Fahrer hilft beim Herunterbremsen des Verkehrs. Als Polizisten den kleinen Hund einfangen wollen, zeigt er sich wenig dankbar – und beißt seine Retter.

Hund II: Ein Exhibitionist überrascht eine Joggerin bei ihrer Runde am Laacher See. Der Hund eilt seinem Frauchen sofort zur Hilfe und beißt dem Mann in den rechten Oberschenkel. Der Mann flieht blutend.

Kamele: Bewohner im pfälzischen Freimersheim sichten Kamele, die aus einem Zirkus-Winterlager ausgebüxt waren, beim Grasen. Auch in Andernach im Kreis Mayen-Koblenz werden fünf Höckertiere gemeldet. Ehe die Ausreißer zurückgetrieben werden, kuscheln sie noch mit der Polizei.

Fuchs: Ein Rotfuchs macht es sich im Bett einer Wormserin bequem. Er kommt eines Tages unerwartet durch die Terrassentür ins Haus und läuft schnurstracks ins Schlafzimmer. Die Tierrettung setzt ihn wieder im Garten aus.

Ameisen: Mehr als 250.000 Kahlrückige Waldameisen werden in Oberlahr im Westerwald umgesiedelt, weil sie den Treppenaufgang eines Ferienhauses im Wald zugebaut hatten. Bei der Aktion werden die Ameisen abgeschöpft, in Papiersäcke gefüllt und auf einer Waldlichtung wieder ausgesetzt.

Den Treppenaufgang eines Ferienhauses in Oberlahr hatten Waldameisen besetzt. Der Ameisenschutzbeauftragte Werner Ebach (rechts) und Helmut Wagner verfrachteten die Tiere in Papiersäcke, um sie umzusiedeln. Foto: Beate Christ
Den Treppenaufgang eines Ferienhauses in Oberlahr hatten Waldameisen besetzt. Der Ameisenschutzbeauftragte Werner Ebach (rechts) und Helmut Wagner verfrachteten die Tiere in Papiersäcke, um sie umzusiedeln.
Foto: Beate Christ

Rinder: 18 Stunden lang blockiert eine Rinderherde eine Bundesstraße in der Pfalz. Der Besitzer, mehrere Jagdpächter und ein Tierarzt können die Paarhufer stundenlang nicht unter Kontrolle bringen. Weil die Tiere unter Stress stehen, reagieren sie aggressiv und schreckhaft – und der Verkehr muss warten.

Biene: Eine Biene fliegt einem Autofahrer in Kaiserslautern vor das Gesicht und verursacht so einen Unfall. Der Fahrer gerät in Panik, weil er gegen Bienen allergisch ist. Der Mann wird leicht verletzt. Das von der Polizei als “Unfallverursacherin„ ausgemachte Insekt saß hinterher etwas benommen, aber unverletzt im Auto.

Luchse: Die Luchspopulation im Pfälzerwald wächst. Mehr und mehr Pinselohren werden ausgesetzt, im April ist es Nummer 17. Im Mai gibt es sogar Nachwuchs im Land – zum ersten Mal seit dem 18. Jahrhundert. Luchs Cyril aber will nichts von der Pfalz wissen und schwimmt durch den Rhein. Er wird eingefangen und zurückgebracht.

Eichhörnchen: Die Mainzer Polizei päppelt ein kleines Eichhörnchen auf, das vor der Tür des Präsidiums gefunden wurde. Das Findelkind Peter wird zum Social-Media-Star. “Wenn er mal groß ist, möchte er #Streifenhörnchen werden", twittern die Beamten. Zwei Wochen später kommt der flauschige Peter in eine Auffangstation für Wildtiere.

Maifische: Der über Jahrzehnte im Rhein ausgestorbene Maifisch ist zurück: In Koblenz werden die Fische beim Laichen belauscht. Das Plätschern auf Unterwasser-Kiesbänken wird von Wissenschaftlern aufgezeichnet und dient als Nachweis, dass die Fische im Rhein wieder Nachwuchs zeugen.

Berberlöwen: Fünf neue Berberlöwen wohnen in Rheinland-Pfalz – dabei gibt es weltweit nur noch rund 100 Exemplare in Zoos. In der Natur sind sie ausgerottet. Löwin Zari bringt im Zoo Neuwied sandfarbene Fünflinge zur Welt. Die Kleinen bekommen arabische Namen mit den deutschen Übersetzungen Falke, König, Löwe, Perle und Sonnenkönigin.

Echse: Spaziergänger finden in einem Wald bei Cochem eine exotische Echse. Die Bartagame hat Glück: Ein Polizist betreibt mit seiner Frau einen Tierschutzverein, nimmt die rund 40 Zentimeter lange Echse in seinem Wintergarten auf und tauft sie Tabaluga. Draußen hätte das in Australien heimische Tier wohl nicht überlebt.

Katze: Eine Katze wird unruhig, als ein Mann über eine Terrasse in ein Wohnhaus in Rheinbreitbach im Kreis Neuwied einzubrechen versucht. Das Miauen des Stubentigers weckt die Bewohnerin, die den maskierten Täter in die Flucht jagt.

Waschbär I: Die kleine Jacky aus Gehrweiler im Donnerbergkreis ist weltweit der wohl einzige Waschbär mit Herzschrittmacher. Im Alter von sechs Monaten erhält der Bär mit Herzrhythmusstörung das Implantat in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Zuvor wurde Jacky immer wieder ohnmächtig, weil das Herz so langsam schlug.

Waschbär 2: Ein Paar aus Nassau hatte sich schon gewundert, dass die Vogelfutterketten – erst einen Tag zuvor aufgehängt – schon ratzeputz leergefuttert waren. So viele Piepmätze unterwegs? Naja, nicht nur... Auch ein Waschbär machte sich heimlich über das Vogelfutter her:

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dpa