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Metternich gratuliert den Rot-Weißen

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Akrobatische Szene von Gökan Bigün (rechts) – der Rot-Weiß-Stürmer brachte die Koblenzer Vorstädter im Bezirksligaderby mit dem Treffer zum 1:0 auf die Siegerstraße. Am Ende setzte sich der Tabellenführer mit 2:0 durch, und die Germania hakt die Meisterschaft ab.
Foto: Wolfgang Heil
Akrobatische Szene von Gökan Bigün (rechts) – der Rot-Weiß-Stürmer brachte die Koblenzer Vorstädter im Bezirksligaderby mit dem Treffer zum 1:0 auf die Siegerstraße. Am Ende setzte sich der Tabellenführer mit 2:0 durch, und die Germania hakt die Meisterschaft ab.
Foto: Wolfgang Heil

Dessen Gegenüber Michael Maur versuchte zwar – bei einer imponierenden Bilanz von acht Siegen und einem Remis in den neun Begegnungen des Jahres – die Bedeutung des Erfolgs in der Kaul herunterzuspielen ("Wir haben drei Punkte geholt und noch neun Spiele vor uns"), aber die Statistik spricht, bei elf Zählern Vorsprung, eine klare Sprache: In der Vorsaison stand selbst Überflieger TuS Koblenz II nach dem 27. Spieltag nicht besser da.

Auch wie die Rot-Weißen ihren 94-minütigen Auftritt auf dem Metternicher Rasenplatz vor guter Kulisse beim Lokalrivalen und gefährlichsten Verfolger gestalteten, legt die Vermutung nahe, dass hier der kommende Meister spielte: Abwarten, gegnerisches Missgeschick in Form einer verunglückten Faustabwehr des sonst sicheren Germania-Keepers Kai Warth eiskalt ausnutzen (Gökan Bigün traf zum 1:0), die folgende Drangperiode der Heimelf mit Glück und Geschick überstehen, in der zweiten Halbzeit alsbald mit einem zweiten Tor nachlegen und den Rest der Spielzeit routiniert abspulen. "Die mannschaftliche Geschlossenheit und unser Spielsystem waren ausschlaggebend", meinte Maur.

"Wir waren vor der Pause die bessere Mannschaft, und wäre uns der Ausgleich gelungen, hätten wir das Spiel noch umgebogen", urteilte FC-Trainer Treis. Doch der kapitale Fernschuss von Andreas Schaffranek unmittelbar nach dem RWK-Führungstor landete am Lattenkreuz, fünf Minuten später beförderte Gökhan Acar den Ball nach guter Flanke des in dieser Phase stark spielenden Jan Rittgen bar jeder Kopfballtechnik freistehend übers Tor. Ein Zoran Juranovic hätte der Germania zu dem Zeitpunkt gut getan, doch der hat sich vom Verein verabschiedet.

Die Partie war gelaufen, als Rot-Weiß-Routinier Patrick Wagner per Freistoß zum 2:0 traf (58.). Vorangegangen waren hitzige Diskussionen und Beschwerden von beiden Seiten. Coach Treis monierte eine Tätlichkeit, Kollege Maur sah sein Team benachteiligt ("Sechsmal Gelb und dann noch Rot, keine Karte für den Gegner, das passt nicht") – mit nachlassender Spannung und spielerischer Klasse stieg die Hektik, die junge, couragierte Schiedsrichterin Nicola Massold ("Meine erste Bezirksliga-Saison") stand immer mehr im Mittelpunkt des Geschehens, dass in einer Tätlichkeit von Ahmet Akbulut gegen Metternichs Mehmet Zorlu in der Schlussminute kulminierte. "Das trübt unseren Erfolg", beklagte Maur den Ausraster seines Torjägers, der schon vor gut einem Monat Rot gesehen hatte – beim 6:0 gegen Höhr, auch da kurz vor dem Abpfiff.

Für Germania Metternich ist die Rheinlandliga kein Thema mehr, und in der kommenden Spielzeit "steht bei uns die Entwicklung der Jugend im Vordergrund, wobei wir in Kauf nehmen, wenn andere Dinge zu kurz kommen", kündigte Treis "eine Zäsur" an. Ebenfalls vor einem Einschnitt steht Rot-Weiß Koblenz, auch wenn man zweigleisig plane, wie Michael Maur betonte, der seinen Vertrag um ein Jahr verlängert hat: "Noch sind wir ja Bezirksligist."

Von unserem Mitarbeiter

Thomas Wächtler

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