Archivierter Artikel vom 13.12.2011, 07:00 Uhr

Der verschollene Bezwinger der Kälte

Oslo. Roald Amundsen ist durch die erste erfolgreiche Südpol-Expedition vor 100 Jahren weltberühmt geworden. Dabei war sein eigentliches Ziel immer der Nordpol. Den erreichte er am 12. Mai 1926 an Bord des Luftschiffs „Norge“.

Der verschollene 
Bezwinger der Kälte
Roald Amundsen
Foto: dpa

Oslo – Roald Amundsen ist durch die erste erfolgreiche Südpol-Expedition vor 100 Jahren weltberühmt geworden. Dabei war sein eigentliches Ziel immer der Nordpol. Den erreichte er am 12. Mai 1926 an Bord des Luftschiffs „Norge“. Nicht eindeutig geklärt ist, ob Behauptungen Robert Pearys und anderer US-Polarforscher stimmen, dass sie den Pol schon früher erobert hätten.

Amundsen wurde am 16. Juli 1872 geboren und wuchs in Oslo auf. Schon in seiner Jugend interessierten ihn Polarexpeditionen. Sein großes Vorbild war der spätere Friedensnobelpreisträger Fritjof Nansen (1861–1930), der als Erster das grönländische Inlandeis überquert hatte. Nansens persönliche Popularität hat Amundsen nicht erreicht, obwohl er zum erfolgreichsten Polbezwinger wurde.

1903 bis 1906 durchfuhr Amundsen mit der „Gjøa“ als Erster die Nordwestpassage. Nach der Südpol-Expedition galt sein Hauptinteresse zunächst kommerziellen Aktivitäten. 1918 bis 1920 durchquerte er mit der „Maud“ die Nordostpassage. In den 20er-Jahren konzentrierte er sich auf die Luftfahrt als neues Transportmittel für Polarexpeditionen.

1928 beteiligte sich der Norweger an der Suche nach dem verschollenen Italiener Umberto Nobile und dessen Luftschiff „Italia“. Das Luftschiff war auf dem Rückflug vom Nordpol abgestürzt. Nobile wurde von anderen gefunden. Er starb erst 1978. Amundsen aber verschwand am 18. Juni 1928 für immer, nachdem er mit dem Flugzeug „Latham 47“ zu seinem Suchflug Richtung Nordpol gestartet war. Seine Leiche und das Flugzeug sind nie gefunden worden.