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Neustadt/Wied

Dem Jäger vor die Linse gelaufen: Wolf bei Neustadt/Wied gesichtet [Update – mit Video]

Am Montag ist es einem Jäger bei Neustadt gelungen, einen Wolf zu fotografieren. Die Experten des Landes Rheinland-Pfalz bestätigten, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelt.

Das Foto des Wolfes durch ein Spektiv aufgenommen.
Das Foto des Wolfes durch ein Spektiv aufgenommen.
Foto: Michael Nell

Die Überraschung erlebte Jäger Michael Nell, als er am Montagmorgen in seinem Revier bei Neustadt unterwegs war. Er beobachtete, wie der Wolf einer Herde Rehe nachstellte, und konnte das Tier sogar mit seiner Handykamera durch ein Spektiv fotografieren. Das Bild übermittelte er unmittelbar an die Experten des Landes Rheinland-Pfalz. Dort wurde bestätigt, dass es sich bei dem Tier auch wirklich um einen Wolf handelt.

„Ich stand wahrscheinlich nur 200, 250 Meter von dem Wolf weg, glaube aber nicht, dass er mich bemerkt hat“, erzählt Nell nach seiner aufregenden Entdeckung. Zwar wusste er durch Infoveranstaltungen des örtlichen Hegerings, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass früher oder später auch ein Wolf in der Verbandsgemeinde Asbach auftauchen wird, die Begegnung mit dem Raubtier beschreibt er aber dennoch als etwas ganz Besonderes: „Man hört und liest ja immer wieder mal von Sichtungen, aber wenn dann ein Wolf tatsächlich in deiner Nähe auftaucht, dann ist das schon spannend“, berichtet Nell.

Im Gegensatz zu dem Wolf, der im April in einem Damwildgehege in Giershofen insgesamt neun Tiere gerissen hat, ist der Neustädter Wolf bisher nicht als Jäger in Erscheinung getreten. „Die Rehe sind im Wald verschwunden und der Wolf schien ziemlich aus der Puste zu sein, als er den Hang hochging und dann am Waldrand verharrte.“ So hatte Nell nicht nur die Chance, ein Foto des Wolfs zu machen, sondern konnte auch ein kurzes Video drehen. Eine schöne Erinnerung – denn auf die Suche nach dem Wolf will er sich nicht machen: „Wölfe haben Jagdreviere, die etliche Quadratkilometer groß sind. Und ich glaube nicht, dass der so schnell noch mal in diesem Gebiet auftaucht“, mutmaßt Nell.

Die Wolfsichtung hatte Umweltministerin Ulrike Höfken am heutigen Dienstag bekannt gegeben. Höfken lobte die konstruktive Zusammenarbeit der Jägerschaft mit den Fachleuten des Landes: "Hier hat sich erneut gezeigt, wie engagiert sich die Jäger am Wolfsmonitoring im Land beteiligen und wie wichtig das ist. Die Jäger sind geschult darin, Tiere zu beobachten und zu erkennen." Zuständig für das Wolfsmonitoring im Land sei die Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt. Das Ministerium werde den Wolfsnachweis aufmerksam verfolgen und mögliche weitere Hinweise aufnehmen, sagte Höfken.

Gemeinsam mit Schäfern, Tierhaltern, Jägern und Naturschützern hat sich das Land auf die Rückkehr des Wolfes vorbereitet und einen Wolfsmanagementplan erarbeitet. Dazu gehört, dass in jedem Landkreis ein Ansprechpartner ausgebildet ist, um Hinweisen nachzugehen. Auch im aktuellen Fall wurden die Meldewege aus dem Managementplan erfolgreich genutzt, so Höfken. Der Plan enthalte zudem Informationen über die natürliche Ausbreitung von Wölfen in Deutschland sowie Maßnahmen zur Akzeptanzbildung und zur Unterstützung von Landwirtschaft und Schafshaltern.

Für alle Fälle im Umgang mit Wölfen hat das Umweltministerium eine zentrale Hotline eingerichtet: Telefonnummer 06306 911 199 oder E-Mail wolf@snu.rlp.de

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