Archivierter Artikel vom 30.05.2012, 08:41 Uhr

Bad Münster am Stein: 17 Urnen in falschen Gräbern bestattet

Bad Münster am Stein-Ebernburg – Unglaublich: Ein Bestattungsunternehmer hat offenbar mindestens 17 Urnen vertauscht und diese falsch beigesetzt. Diese Hinweise jedenfalls hat die Staatsanwaltschaft und ermittelt gegen ihn wegen Betrug, Urkundenfälschung und Störung der Totenruhe.

Bad Münster am Stein-Ebernburg – Unglaublich: Ein Bestattungsunternehmer in Bad Münster am Stein-Ebernburg hat offenbar mindestens 17 Urnen vertauscht und diese falsch beigesetzt. Diese Hinweise jedenfalls hat die Staatsanwaltschaft und ermittelt gegen ihn wegen Betrug, Urkundenfälschung und Störung der Totenruhe.

Der Bestatter selbst hat sich bereits öffentlich in einer Zeitungsanzeige entschuldigt und am Nachmittag auf dem Vorplatz vor dem Landgericht eine Erklärung abgegeben. „Ich möchte mich bei den betroffenen Angehörigen in aller Form entschuldigen“, sagte er. Er bedauere, dass die Familien ein zweites Mal Schmerz erleiden müssten.

Der Mann will die persönliche Verantwortung für das Ganze übernehmen: „Es ist klar, dass ich künftig nicht mehr als Bestatter tätig sein werde.“

Wie es zu den falsch beigesetzten Urnen kommen konnte, dazu wollte er mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nichts sagen. In seiner Zeitungsanzeige, die sich an die „Kundinnen und Kunden des Bestattungsunternehmens“ wendet, spricht er von „bedauerlichen Verwechslungen“, wodurch „Urnen in wenigen Einzelfällen nicht in die richtigen Gräber beigesetzt“ wurden.

Ewige Ruhe gegen Zeitdruck des Bestatters

Doch wie kam es zur falschen Beisetzung der Urnen? Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft und des Bestatter-Anwalts stand der Unternehmer im Jahr 2008 offenbar sehr unter Zeitdruck. Er soll kurzfristig festgestellt haben, dass eine Beerdigung ansteht, zu der er aber noch nicht die Urne vom Krematorium zurückerhalten hatte.

Er stand vor der Wahl, die Beerdigung abzusagen und sich den Ärger der trauernden Angehörigen einzuhandeln oder eine Attrappe beisetzen zu lassen. Laut Staatsanwaltschaft soll er sich für Letzteres entschieden haben. Dies war der Anfang einer ganzen Kette ...

Von unseren Redakteurinnen Cordula Kabasch und Silke Jungbluth-Sepp