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    Budenheim

    Arbeitsplätze, Vereinsleben und viel Wald: In der Blütengemeinde lebt sich's gut

    Blütengemeinde ist das Synonym von Budenheim. Die Zeiten, als Obstbäume im Frühling das Bild der Gemeinde prägten, sind zwar vorbei. Die sprichwörtlichen blühenden Landschaften sind geblieben. Wenn auch in übertragenen Sinne. Wirtschaftlich geht es Budenheim nämlich gut.

    Budenheim aus der Luft: Die Gemeinde bietet ihren Bürgern viel Lebensqualität. Vor allem der Wald trägt dazu bei.
    Budenheim aus der Luft: Die Gemeinde bietet ihren Bürgern viel Lebensqualität. Vor allem der Wald trägt dazu bei.
    Foto: Bernd Eßling

    Die "Chemische Fabrik Budenheim", seit Generationen mit dem Ort und seinen Menschen verwoben, gehört zu den führenden Herstellern von reiner Phosphorsäure und Phosphaten. Genauso wie "Bericap", der Hersteller von Kunststoffverschlüssen, agiert sie weltweit. Zusammen mit zahlreichen mittelständischen Firmen sprudeln die Gewerbesteuern.

    Der kontinuierliche Wandel Budenheims von einer ländlichen zur vorstädtischen Struktur setzte mit dem Bau der Eisenbahnlinie (1856) ein. Um 1900 steigt die Einwohnerzahl rapide von 518 auf 1800 an. Heute leben im Ort rund 8800 Menschen. Doch gerade die Zahl könnte der Gemeinde zum Verhängnis werden. Noch ist Budenheim die einzige verbandsfreie Gemeinde im Landkreis Mainz-Bingen. Doch das Land will dies bis zur Kommunalwahl in 2014 ändern.

    Um selbstständig zu bleiben, müsste Budenheim nach Vorgaben des Innenministeriums jedenfalls 10 000 Einwohner haben. Weil das aber nicht der Fall ist, setzt das Land auf eine Fusion. Am besten mit der Verbandsgemeinde Heidesheim. Das wollen die Budenheimer aber um jeden Preis vermeiden (siehe nebenstehendes Interview). Den Willen haben sie eindrucksvoll bei einer Bürgerbefragung belegt. Knapp 98 Prozent sprachen sich für die Selbstständigkeit aus.

    42 Vereine gibt es in der Gemeinde

    Die Budenheimer lieben ihre Unabhängigkeit. Denn auf diese Weise können noch viele freiwillige Leistungen aufrecht erhalten werden. Zum Ausdruck kommt das zum Einen in der guten Infrastruktur im Ort, in dem ein Schwimmbad und zahlreiche Sportstätten unterhalten werden.

    Zum anderen kommt die Unterstützung auch auf anderen Wegen. Die Struktur und die Lage der Gemeinde am Stadtrand von Mainz haben die Bevölkerungsstruktur beeinflusst. Rund 13 Prozent aller Budenheimer haben einen Migrationshintergrund. Menschen aus 60 Nationalitäten haben die Blütengemeinde zu ihrer zweite Heimat gemacht. Die Grundhaltung des Gemeinderates, zum Wohl aller Bürger zu handeln, spiegelt sich etwa in der Unterstützung für das "Familienzentrum Mühlrad" des Caritas-Verbandes Mainz. Von den Projekten, in die das Familienzentrum involviert ist, wie die Sprachkurse "Mama lernt Deutsch" oder der Fahrradlernkurs für muslimische Frauen profitieren die Bürger mit Migrationshintergrund.

    Frühzeitig erkannte die Gemeinde außerdem die Folgen des demografischen Wandels. Der "Platz der Generationen", auf dem Jung und Alt zum Beispiel beim Blütenfest gemeinsam feiert, ist dessen jüngster Ausdruck.

    Vom Vereinssterben ist in Budenheim keine Spur. 42 Vereine beleben die Blütengemeinde, 21 sind im Vereinsring vertreten, der seit 1963 existiert. "In Budenheim kann der Bürger fast jede Sportart treiben", erzählt Matthias Meincke vom Vereinsring. Für die Entfaltung kultureller Interessen gibt es ebenfalls Platz. Sei es in den Gesangvereinen, dem Künstlerkreis oder der Theatergruppe "Pank und Ratius". Wünsche für die Zukunft? "Von einem stärkeren Austausch mit den Gewerbetreibenden könnten beide Seiten profitieren", so Meincke.

    Es gibt noch viel zu tun

    Nicht zu vergessen ist in dem Zusammenhang der Lennebergwald mit dem Schloss Waldthausen und dem markanten Lennebergturm, der als Naherholungsgebiet ersten Ranges gelten kann. Auftrumpfen kann Budenheim auch mit einem Golfplatz. Ende November steht die Einweihung der Parkallee zum "Freizeit-, Sport- und Erholungspark" auf dem Programm.

    Freilich gibt es noch Einiges zu tun. Die zweite Anbindung an das Industriegebiet fehlt. Mit dem Baurecht rechnet Bürgermeister Rainer Becker (CDU) für Anfang 2014. Die barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofsareals steht ebenfalls an. Zudem überlegt die Gemeinde, wo zwei weitere Kita-Gruppen untergebracht werden könnten. Viele Bürger wünschen sich schließlich eine Neugestaltung am Rheinufer. Doch das ist teuer. Becker das Vorhaben zunächst hinten an.

    Gregor Starosczyk-Gerlach

    Komme was wolle: Budenheim pocht auf SelbstständigkeitAm Anfang war ein Klosterhof
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