40.000
Aus unserem Archiv
Simmern

Hunsrück-Marathon: Debütant gewinnt beim Drama um den Seriensieger

Was die Siegerzeiten betrifft, war der 14. der bisher langsamste Hunsrück-Marathon. 2:48:15 Stunden bei den Männern und 3:34:06 Stunden bei den Frauen, das hätte in den vergangenen Jahren manchmal nicht einmal für einen Podestplatz gerecht. Und dennoch: Die 42,195 Kilometer von Emmelshausen nach Simmern waren an Dramatik kaum zu überbieten.

Freude bei der Marathon-Siegerin: Stefanie Krieg lief als Erste ins Ziel – und zwar nach 3:34:18 Stunden.  Foto: B&P Schmitt
Freude bei der Marathon-Siegerin: Stefanie Krieg lief als Erste ins Ziel – und zwar nach 3:34:18 Stunden.
Foto: B&P Schmitt

Es fing schon nach 2,5 Kilometern an: Marco Diehl griff sich an den rechten Oberschenkel. Neunmal war er bisher im Hunsrück gelaufen. Achtmal hat er gewonnen. Sieg Nummer neun bei Teilnahme Nummer zehn schien nichts entgegen zu stehen. Nach zwei flotten Anfangskilometern jeweils um 3:30 Minuten lag der 45 Jahre alte Vielstarter aus Butzbach in Hessen klar in Führung. Doch als sich Diehl an den Oberschenkel griff, wusste er sofort: Das war's! "Ich bin noch bis Kilometer fünf weitergejoggt, weil da meine Eltern standen", erzählt er. 37 Kilometer vor dem Ziel war sein Rennen beendet. Die erste Selbstdiagnose: Muskelfaserriss – seine erste schwerwiegende Verletzung nach 145 Marathonrennen auf hohem Niveau, oft zwischen 2:30 und 2:40 Stunden.

Seriensieger Marco Diehl signalisiert es: Schluss, aus, es geht nicht mehr. Der Butzbacher zog sich nach seiner Meinung einen Muskelfaserriss zu und musste in Führung liegend aufgeben.  Foto: Hermann-Josef Stoffel
Seriensieger Marco Diehl signalisiert es: Schluss, aus, es geht nicht mehr. Der Butzbacher zog sich nach seiner Meinung einen Muskelfaserriss zu und musste in Führung liegend aufgeben.
Foto: Hermann-Josef Stoffel

Als Diehl die Strecke verließ, sah sich plötzlich einer in der Führungsposition, der damit überhaupt nicht gerechnet hatte. "Das war ein komisches Gefühl, ganz vorne zu laufen", gesteht Josias Schmidt. "Ich fand es schade, dass Marco rausgehen musste. Zusammen läuft es sich leichter." Dass er nun in Führung liegend das Rennen gewinnen könnte, daran glaubte der 30-Jährige aus dem baden-württembergischen Herrenberg erst auf den letzten Metern auf dem Simmerner Schlossplatz, denn es war sein erster Marathon – und er hatte einen Riesenrespekt vor der Strecke: "Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte ich vier Minuten Vorsprung. Da ist noch alles möglich. Das letzte Viertel war einfach eine mentale Sache." Geholfen habe ihm auf diesem unbekannten Terrain die Führungsradfahrerin Sabine Rech. Die zweimalige Hunsrück-Marathon-Siegerin (2010 und 2011) aus Neuerkirch konnte verletzt nicht mitlaufen, baute aber Josias Schmidt in der schweren Phase des Laufs auf. Der, den der Führende immer im Nacken spürte, war Thomas Wendling. Das Ziel schon fast zum Greifen nah, musste der 32-Jährige aus Kastellaun, fünf Kilometer vor Simmern wie Diehl verletzt aufgeben. So sicherte sich der Idar-Obersteiner Sascha Kopp in 2:57:54 Stunden den zweiten Platz vor dem Kirner Christian Müller, der in 2:59:12 Stunden auch noch unter der Drei-Stunden-Schallmauer blieb. Hinter M45-Sieger Lothar Porth (TV Odernheim/3:02:17) belegte Markus Casper vom ausrichtenden Hunsrück-Marathon-Verein als bester Läufer des Rhein-Hunsrück-Kreises in 3:06:13 Stunden den fünften Platz.

Durchgangszeiten von 37:42 Minuten bei fünf Kilometern und 1:21:41 Stunden bei Halbmarathon zeigen, Josias Schmidt ließ einige Minuten auf der zweiten Streckenhälfte liegen. Ein Vorbild an gleichmäßiger Renneinteilung war dagegen Stefanie Krieg. Die ehemalige Deutsche Altersklassen-Meisterin im Landschafts- und Crosslauf auf der 60-Kilometer-Ultradistanz hielt ihr Anfangstempo von 51:55 Minuten für die ersten zehn Kilometer fast minutiös durch. In 3:34:06 Stunden siegte die 39-Jährige aus dem pfälzischen Limburgerhof damit vor der 14 Jahre jüngeren Rebecca Lenger. Nur zwei Wochen nach ihrem vierten Platz beim 56-Kilometer-Ultralauf im Rahmen des Monschau-Marathons rannte die Läuferin von der LG Laacher See die mehr als 42 Kilometer in 3:39:09 Stunden. Susanne Hein (BBTS Dahlbruch) belegte wie vor zwei Jahren in 3:47:06 Stunden den dritten Platz. Die besten "SIM-Läuferinnen" waren Manuela Saurborn (3:50:56) und Tanja Hees (3:51:04) vom TuS Laubach auf den Plätzen vier und fünf. Das Besondere: Die eine (Saurborn) half der anderen bei ihrem Marathondebüt.

Besonders war auch, was Axel Fuchs und Christoph Schnieders geschafft haben. Der 58-Jährige aus dem baden-württembergischen Königsbach-Stein und der gleichaltrige Christoph Schnieders vom Hunsrück-Marathon-Verein kamen bei allen bisher 14 Läufen auf der längsten Distanz ins Ziel.

Ergebnisse folgen

Von unserem Mitarbeiter

Holger Teusch

Leichtathletik (JD)
Meistgelesene Artikel
Fußball Männer
Fußball Frauen
Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

im Rheinland

- Westerwald

- Mittelrhein/Mosel

- Rhein-Lahn

im Südwesten

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußball Mix
Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

Jugendfußball

- im Rheinland

- im Südwesten

Fußballpokale

Hallenfußball

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Regionalsport Mix
Sport-Lokalteile
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Regionalsport
  • Newsticker
  • Lokalticker