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Koblenz

TuS Koblenz holt den ersten Punkt im vierten Spiel

Über Anel Dzaka ist schon viel geschrieben und noch mehr geredet worden. Dass der knapp 34-jährige Ex-Profi nach vier Pflichtspielen der neuen Saison aber mutterseelenallein die vereinsinterne Torjägerliste der TuS Koblenz ziert, das hätte wohl kaum ein Experte und auch kein Fan der Schängel so vorhergesagt. Mit seinem zweiten Tor rettete der Routinier, zu Zweitliga-Zeiten vom Anhang noch respektvoll als "Fußballgott" bezeichnet, seinem Verein nun ein 1:1 (1:0) im Heimspiel der Regionalliga Südwest gegen den SVN Zweibrücken.

Dreh- und Angelpunkt des Koblenzer Spiels: Mittelfeldmann Anel Dzaka (Bildmitte) sorgte nicht nur für das zweite Saisontor der TuS beim 1:1 gegen Zweibrücken (links Adam Bouzid), sondern war auch an vielen guten Offensivaktionen des Gastgebers entscheidend beteiligt.  Foto: René Weiss
Dreh- und Angelpunkt des Koblenzer Spiels: Mittelfeldmann Anel Dzaka (Bildmitte) sorgte nicht nur für das zweite Saisontor der TuS beim 1:1 gegen Zweibrücken (links Adam Bouzid), sondern war auch an vielen guten Offensivaktionen des Gastgebers entscheidend beteiligt.
Foto: René Weiss

Nach zwei grundverschiedenen Halbzeiten fiel das Fazit von TuS-Teamchef Evangelos Nessos entsprechend zwiegespalten aus: "Wir hätten zur Pause schon mit 2:0 führen können. Am Ende aber müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein." Spiegelverkehrt, aber mit gleichem Zungenschlag formulierte es sein Zweibrücker Kollege Adis Herceg: "Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen. Was meine Mannschaft aber danach abgeliefert hat, war der totale Wahnsinn."

Die Koblenzer, die in Ermangelung eines echten Angreifers mit Mittelfeldspieler Dustin Ernst als einzige Spitze aufwarteten, hatten im ersten Abschnitt wesentlich mehr vom Spiel. Allein vor dem Tor waren die Platzherren nicht zielstrebig genug, die viel zitierte Kaltschnäuzigkeit fehlte im und am gegnerischen Strafraum an allen Ecken und Enden. Und so war es wohl auch mehr ein Zufallsprodukt, als Dzaka die Farben der TuS nach 27 Minuten in Führung brachte. Eine scharfe Hereingabe von Kevin Steuke verlängerte er mit der Fußspitze reaktionsschnell ins SVN-Gehäuse. Nach 290 torlosen Spielminuten war es das erhoffte, aber nur scheinbar erlösende Erfolgserlebnis für die Schängel.

Ernst hätte wenig später schon für klare Verhältnisse sorgen müssen, als Dzaka den Ball mit einer Körpertäuschung klug für ihn passieren ließ, der Neuzugang mit der Nummer 27 aber aus nur fünf Meter Entfernung völlig verzog (35.). Nessos stöhnte später: "Wenn er den reinmacht, dann ist das die halbe Miete. Aber ich mache ihm da keinen Vorwurf." Auch nicht, als der Koblenzer Angreifer einige Sekunden vor dem Pausenpfiff wieder in aussichtsreicher Position nicht zum gewünschten Abschluss kam.

SVN-Coach Herceg fasste die erste Halbzeit zusammen: "Am Anfang hat uns einfach das Selbstvertrauen gefehlt, da haben wir die Koblenzer kaum gestört. In der Pause habe ich mir dann gedacht, dass es schlimmer eigentlich nicht mehr kommen kann." Nassim Banouas zählte als Innenverteidiger schon in den schwachen Minuten eins bis 45 zu den Besseren im Dress der Pfälzer, den Wirkungskreis von Dzaka konnte aber auch er nur selten stören. Der Zweibrücker Torwart Thorsten Hodel sagte später: "Wir hatten echt Glück, dass die vor der Pause nicht noch einmal getroffen haben." Was er explizit meinte, waren die zwei geschilderten Szenen, in denen Ernst anstelle von Dzaka zum TuS-Protagonisten des Nachmittags hätte avancieren können.

Das Spiel kippte allmählich, als die Koblenzer Kräfte nach knapp einer Stunde sichtlich erlahmten. Fortan blieben nennenswerte Offensivaktionen des Gastgebers eher Mangelware. In dieser Phase gelang dem SVN auch der Ausgleich, als Jannik Sommer völlig freistehend die Einladung des Gastgebers auf dem Silbertablett dankend annahm. Als die Viererabwehrkette der TuS nämlich ungeordnet und in der Mitte blank stand, landete das Spielgerät beim Zweibrücker Mann mit der Nummer neun, der in aller Seelenruhe den Ball mit der Innenseite von der Strafraumgrenze im rechten Torwinkel platzierte (67.). Kapitän Michael Stahl konnte das Gesehene kaum fassen: "Da gehen wir mit drei Mann blöd hin, und dann passiert so etwas. Das hat uns das Genick gebrochen."

Schon in der 51. Minute war der Ausgleich eigentlich fällig gewesen, als Rufat Dadashov zentral durch die Koblenzer Abwehr spazierte, seinen Meister aber im herausstürzenden TuS-Torwart Fabrice Vollborn fand. "Am Schluss war der Gegner doch total tot. So gesehen haben wir natürlich zwei Punkte verloren", befand Hodel.

Damit mag er nicht ganz unrecht haben, verschwieg dabei aber wohl geflissentlich die drei Szenen, als die TuS einem zweiten Tor recht nahe war: Ein als Flanke gedachter Schuss von Julius Duchscherer tickte nur auf die Latte (60.), 17 Minuten danach wollte Dzaka den besser postierten Christian Luitz mustergültig per Hacke bedienen, doch das ging gründlich daneben. Und auch der eingewechselte Stürmer Carlos Penan hatte bei seiner Regionalliga-Premiere in der letzten Minute noch eine gute Gelegenheit, doch auch die verstrich ungenutzt.

"Ich weiß nicht genau, warum das vorn bei uns nicht klappt. Aber ohne einen echten Stürmer hat auch der FC Barcelona so seine Probleme. Es wird jetzt ganz schwer, das sollte jedem bewusst sein. Wir müssen alle anpacken, um da rauszukommen", appellierte Dzaka. Teamkollege Stahl ergänzte: "Wir müssen uns bei einer Führung auch mal cleverer anstellen. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr klar genug gehandelt." Umgehend handeln will jedoch TuS-Präsidiumsmitglied Thomas Theisen: "Es muss und wird in den nächsten Tagen etwas geschehen, wir werden noch einen Stürmer verpflichten."

Bis dahin regieren die nackten Fakten: TuS Koblenz bleibt trotz des ersten Punktgewinns im vierten Spiel erst einmal auf dem letzten Platz der Tabelle hängen. Gelegenheit zum ersten Saisonsieg erhält die TuS am Freitag, dann steht um 19 Uhr die Partie beim FC Nöttingen auf dem Programm.

Von unserem Mitarbeiter

Bodo Heinemann

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