40.000
Aus unserem Archiv
Koblenz

Profis zum Nulltarif gesucht

Nach dem Pokal-Triumph gegen Fortuna Düsseldorf kehrt bei TuS Koblenz wieder der Alltag ein. Trotz der angespannten Finanzlage sucht Geschäftsführer Wolfgang Loos nach Mitteln und Wegen, um doch noch den einen oder anderen Akteur an Land zu ziehen.

Profis zum Nulltarif gesucht
Die TuS obenauf, die Fans honorieren es mit Applaus: Wie hier Marcus Steegmann stürzten sich die Koblenzer Spieler gegen Düsseldorf unerschrocken in jeden Zweikampf.
Foto: Thomas Frey

Koblenz – Nach dem Pokal-Triumph gegen Fortuna Düsseldorf kehrt bei TuS Koblenz wieder der Alltag ein. Trotz der angespannten Finanzlage sucht Geschäftsführer Wolfgang Loos nach Mitteln und Wegen, um doch noch den einen oder anderen Akteur an Land zu ziehen.

Es ist noch sehr früh in der Saison, aber ein wesentliches Ziel haben Spieler und Verantwortliche von TuS Koblenz bereits erreicht. Das völlig neu formierte Team von Trainer Petrik Sander kommt beim Publikum an. Das 1:0 im DFB-Pokal gegen Fortuna Düsseldorf war ein beeindruckender Beleg dafür, dass da eine Elf auf dem Platz steht, in der kein Platz für persönliche Eitelkeiten ist und in der die Moral stimmt. Eine Mannschaft eben, die trotz mancher Defizite im Passspiel munter den Weg nach vorn sucht.

„Wir können sehr stolz sein“, sparte denn auch Sander nicht mit Lob, „es freut mich, dass die Jungs sich endlich auch einmal für ihren Aufwand belohnt haben.“ Mit nicht weniger als sechs Akteuren unter 23 Jahren hatte die TuS den klassenhöheren Gegner niedergerungen, die Vorlage zum entscheidenden 1:0 kam von Oliver Laux – ein Eigengewächs, das im Vorjahr noch in der Bezirksliga aktiv gewesen ist. „Die Unterstützung der Fans zeigt, dass unsere Philosophie greift und angenommen wird“, freut sich Geschäftsführer Wolfgang Loos. In der Tat: Trotz der sintflutartigen Regenfälle feierten die Zuschauer noch lange nach dem Abpfiff mit den Spielern. Loos: „Diejenigen, die nicht dabei waren, werden sich ärgern“. Dennoch: 9035 Zuschauer, das kann sich sehen lassen.

Ungeachtet des erfreulichen Trends weiß Sander, dass die TuS erst am Anfang eines langen Weges und einer noch längeren Saison steht. „Es wird Rückschläge geben“, lässt sich der Coach nicht blenden und wiederholt: „In der Breite sind wir nicht drittligatauglich.“

Geschäftsführer Loos weiß um die Sorgen des Trainers wegen Verletzungen und Sperren, steckt aber in der Zwickmühle. Das Mini-Budget ist ausgereizt, selbst der warme Geldregen nach dem Pokal-Erfolg lindert allenfalls die Nöte. Trotz der Einnahmen von rund 300 000 Euro bleibt laut Loos nichts für mögliche Neuzugänge übrig.

Und doch lässt der Geschäftsführer nichts unversucht, um bis zum Ablauf der Transferfrist am 31. August noch den einen oder anderen Spieler zur TuS zu locken. „Wenn die Konstellation passt, werden wir natürlich prüfen, ob noch etwas möglich ist“, sagt der Manager verklausuliert. Im Klartext heißt das wohl: Die Koblenzer spekulieren in erster Linie auf eine Ausleihe von Profis, die in der Ersten oder Zweiten Liga durchs Raster gefallen sind. Oder auf solche Akteure, die andernorts Spielpraxis sammeln sollen.

Eine Variante, die sich die Koblenzer bereits im vergangenen Winter zunutze machten, als Edmond Kapllani, Andreas Glockner, Anel Dzaka oder auch Marvin Pourie ausgeliehen wurden. „Auch damals hatten wir eigentlich kein Geld“, so Loos.

Dem Vernehmen nach wird wohl hinter den Kulissen erneut versucht, einen „Leiharbeiter“ zu holen, Pourie könnte ein Kandidat sein. Der talentierte Angreifer hat bei Schalke 04 noch einen Vertrag bis 2013, derzeit aber keine Perspektive auf Einsätze in der Bundesliga-Elf. Loos hält sich dazu bedeckt und sagt nur: „Wir haben gute Kontakte zu Schalke 04.“ Möglichen Freiraum im Etat würde auch ein Wechsel von Lucas Musculus schaffen, doch für den nicht mehr berücksichtigten Angreifer gibt es bislang keine Interessenten.

So bleibt die Suche nach Verstärkungen praktisch zum Nulltarif eine zähe Angelegenheit. Erst das Erreichen des Achtelfinales würde die Lage wohl entspannen. Aber das ist noch Träumerei, Loos wartet gelassen die Auslosung am Samstag ab: „Wir nehmen es, wie es kommt.“

Sven Sabock

TuS Koblenz
Meistgelesene Artikel
Fußball Männer
Fußball Frauen
Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

im Rheinland

- Westerwald

- Mittelrhein/Mosel

- Rhein-Lahn

im Südwesten

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußball Mix
Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

Jugendfußball

- im Rheinland

- im Südwesten

Fußballpokale

Hallenfußball

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Regionalsport Mix
Sport-Lokalteile
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach