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Koblenz

Fußball: TuS Koblenz will die Kickers-Pleite ausbügeln

Noch ist sie nicht verdaut, die 0:2-Heimniederlage der TuS Koblenz zum Auftakt der Regionalligasaison gegen die Offenbacher Kickers. "Wir hatten die Messlatte mit dem 4:0 im Testspiel gegen Aachen sehr hoch gelegt", erinnert Trainer Peter Neustädter, "aber im Ernstfall haben wir nichts von dieser Leistung abgerufen. Ich hätte schon nach drei Minuten die ersten Spieler auswechseln können." Mit veränderter Aufstellung und vor alle einer komplett anderen Einstellung soll Neustädters Team nun die Auswärtsaufgabe beim FC Homburg am Samstag (14 Uhr, Waldstadion) angehen.

Nach seiner couragierten Vorstellung als Einwechselspieler gegen Offenbach darf sich Kevin Lahn (Mitte) Hoffnungen machen, am Samstag in Homburg zur Startelf von TuS Koblenz zu gehören. Foto: Andreas Walz
Nach seiner couragierten Vorstellung als Einwechselspieler gegen Offenbach darf sich Kevin Lahn (Mitte) Hoffnungen machen, am Samstag in Homburg zur Startelf von TuS Koblenz zu gehören.
Foto: Andreas Walz

Wer dem Trainer lauscht, der könnte glauben, Neustädter plane eine komplette personelle Revision seiner vermeintlichen Stammelf: "Wir hatten keine Ordnung, keine Disziplin und haben nicht gefightet", schimpft der frühere Profi, "die Abwehr hat sich individuelle Fehler geleistet, das Mittelfeld hat alle Bälle gleich verloren, und die Stürmer kamen nicht ins Spiel."

Doch die personellen Alternativen sind begrenzt. "Wenn ich lese, wir hätten 28 Spieler im Kader, kann ich es nicht glauben", meint Neustädter. "Viele junge Spieler haben noch kein Regionalliganiveau, und von den älteren, erfahrenen Akteuren muss ich mehr Führungsqualitäten erwarten."

So sind nicht mehr als zwei oder drei Umstellungen zu erwarten; Tempodribbler Kevin Lahn, der in der zweiten Halbzeit gegen Offenbach mit seiner couragierten Spielweise für frischen Wind sorgte, dürfte ebenso seine Chance in der Anfangself bekommen wie Neu-Stürmer Ideal Iberdemaj, der zum Auftakt noch gesperrt war. "Kevin hat nach seiner Verletzung ordentlich gespielt", sagt Neustädter, "wir wissen, was wir an ihm haben." Zudem hat Kerim Arslan, der seine starke Leistung aus dem Aachen-Spiel nicht bestätigte, aus beruflichen Gründen in dieser Woche noch nicht trainiert.

Der Ex-Schalker Iberdemaj könnte die Position von Anel Dzaka als zweite Spitze übernehmen. Der Routinier lieferte in Neustädters Augen ein Beispiel dafür, woran das Koblenzer Spiel krankte: "Er muss in die Positionen laufen, wo er etwas bewirken kann. Anel weiß genau, wie ich die Führungsrolle interpretiere, die ich von ihm erwarte."

Ob er die neu formierte Viererkette mit drei Neuzugängen, die bei beiden Kickers-Toren nicht gut aussah, gleich wieder auseinanderreißt, ließ der Trainer zwei Tage vor dem nächsten Spiel noch offen. Als Alternativen stünden bewährte Kräfte wie Stefan Haben oder Patrick Nonnenmann bereit.

Doch bevor er seine personellen Entscheidungen trifft, will Neustädter zunächst die Videoanalyse vom ersten Spiel des nächsten Gegners abschließen. Die ambitionierten Saarländer haben ihren Saisonstart ebenfalls in den Sand gesetzt, verloren beim designierten Abstiegskandidaten SC Pfullendorf mit 0:1. Dennoch hält Neustädter einiges von den Homburgern: "Das ist eine technisch gute Truppe, die sehr systemsicher spielt", schildert er seine ersten Eindrücke.

Doch auch die großen finanziellen Anstrengungen des einstigen Bundesligisten, der sich mit etlichen namhaften Profis verstärkt zu haben glaubt, beeindrucken den Koblenzer Coach nicht wirklich. "Am Anfang stehen die Chancen immer 50:50", sagt er. "Es kommt darauf an, für welche Art von Leistung wir uns entscheiden. Wer mehr Begeisterung, Leidenschaft und Kampfgeist investiert, der wird gewinnen und kann hinterher den Fans in die Augen gucken."

Als Profi in Karlsruhe, Chemnitz und Mainz war Peter Neustädter alles andere als ein Mimöschen. "Wenn ich auf die Fresse bekommen, stehe ich wieder auf und tue alles, um beim nächsten Mal hundert Prozent zu geben", schildert er seine Philosophie in drastischen Worten. "Gegen Offenbach waren wir viel zu lieb. Im Männerfußball aber brauche ich Kerle."

Wiedergutmachung ist also angesagt, auch aus Sicht der Vereinsführung. Präsidiumsmitglied Frank Linnig war eigens zur Pressekonferenz gekommen, um Mannschaft und Trainerteam seiner vollen Unterstützung zu versichern: "Wir wissen, dass es die Mannschaft erheblich besser kann. Ich bin sicher, dass am Samstag die Leistung wieder stimmt – Begeisterung und Leidenschaft sowieso. Dann hat man sich nichts vorzuwerfen, egal, wie es am Ende ausgeht." Linnig appellierte an die Fans, deren Enttäuschung nach dem verpatzten Auftakt er gut verstehen kann: "Auf nach Homburg! Zeigt den Jungs, dass ihr weiter an sie glaubt. Wir tun es garantiert."

Stefan Kieffer

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