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Koblenz

TuS Koblenz sorgt für eine Überraschung

Anschluss ans untere Mittelfeld der Tabelle geschafft: Die zu Hause noch sieglose TuS Koblenz zwingt den bis dato ungeschlagenen TuS Mechtersheim mit einer blitzsauberen Leistung mit 2:0 (0:0) in die Knie – zweifelsohne die Überraschung am neunten Spieltag der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar.

TuS-Spieler Leutrim Kabashi behauptet den Ball – die Koblenzer zeigten gegen den bis dato noch ungeschlagenen TuS Mechtersheim eine starke Leistung und setzten sich im Heimspiel mit 2:0 durch. Foto: Wolfgang Heil
TuS-Spieler Leutrim Kabashi behauptet den Ball – die Koblenzer zeigten gegen den bis dato noch ungeschlagenen TuS Mechtersheim eine starke Leistung und setzten sich im Heimspiel mit 2:0 durch.
Foto: Wolfgang Heil

Wer etwas weiter weg den erst zweiten Heimsieg der Schängel im Kalenderjahr und auch den eigenen 31. Geburtstag feierte, war Kapitän Michael Stahl – im Koblenzer Krankenhaus. Dort war er während des Spiels nicht etwa zur Behandlung seiner lädierten Wade, sondern aus einem freudigen Anlass: Sein zweites Kind kam am Sonntagmorgen zur Welt.

Für „Stahli“ spielte Jurij Gros ersatzweise im Zentrum der Dreierabwehrkette – ein guter Schachzug, wie sich im späteren Verlauf der Begegnung herausstellen sollte. Die Koblenzer starteten ähnlich wie eine Woche zuvor beim 1:0 in Karbach mutig mit einem 3-5-2-System ins Geschehen, wobei der neu ins Team gerückte Eldin Hadzic als zentrales Mitglied der Mittelfeldreihe eher als tiefstehender Solo-Sechser abräumte.

Keine Frage, dass TuS-Trainer Anel Dzaka am Ende rundum zufrieden war und die eigene Leistung durch ein Lob an den Gegner noch mehr ins rechte Licht rückte: „Spielerisch ist der Gegner die beste Mannschaft, die ich bis jetzt gesehen habe. Wir haben in der zweiten Halbzeit alles konsequent umgesetzt, was ich in der Kabine gefordert habe. Natürlich hatten wir da auch einmal Glück, aber das muss man sich auch erst einmal verdienen.“

Ralf Schmitt, der verantwortliche Mechtersheimer Mann fürs sportliche Geschehen, wollte nach dem Spiel nicht lange herumreden: „Das Ergebnis geht in Ordnung. Wir waren nicht aggressiv genug, haben zu wenig Zweikämpfe gewonnen, keinen Willen und keinen Biss gezeigt.“ Von der pauschalen Kritik wollte sich der Trainer gar nicht ausschließen: „Ich habe zweimal nicht gut gewechselt.“

Wer vermeintlicher Außenseiter und wer angebliches Spitzenteam war, ließ sich während der gesamten Spieldauer nicht unterscheiden. Die erste Viertelstunde gehörte eindeutig dem Gastgeber. Mechtersheim hätte im Vergleich der Vereinsvornamenvettern schon da fast den Rückstand schlucken müssen. Rudolf Gonzalez stürmte nach Pass in die Schnittstelle zentral allein auf Schlussmann Peter Klug zu, traf dann aber eine eher unkluge Entscheidung. Anstatt quer auf den mitgelaufenen Amodou Abdullei zu passen, entschied er sich dazu, es selbst machen zu wollen – und setzte den Ball etwa einen Meter über das Tor (11. Minute).

Nach exakt einer Stunde bot sich der Nummer neun eine ähnliche Gelegenheit. Diesmal schoss er Klug an, von da gelangte der abprallende Ball auf Umwegen zum starken Felix Könighaus, der per Nachschuss die verdiente Führung markierte. Die Teilnehmer des internationalen Trainerlehrgangs beim Fußballverband um die Ecke, interessierte Zaungäste auf der Haupttribüne, hatten offensichtlich ihre helle Freude am Geschehen auf dem ramponierten Rasen und skandierten fortan „Koooblenz, Kooooblenz“.

Bevor ihre neuen Günstlinge aber mit einem späten zweiten Treffer den Deckel draufmachten, musste die TuS zumindest einmal um den dünnen Vorsprung bangen. Doch Salvatore Saito setzte den Ball aus nächster Distanz volley übers von Dieter Paucken einmal mehr gut gehütete Gehäuse der Platzherren (67.). Auf der Gegenseite hatte Alen Muharemi drei Minuten nach seiner Einwechslung die dicke Chance zum 2:0, scheiterte aber in einer 1:1-Situation an Klug (75.).

Ein weiterer Personaltausch sollte sich als Glücksgriff erweisen. Eray Öztürk fiel zunächst nur durch überhastete Aktionen auf, war im entscheidenden Moment aber hellwach. Allein steuerte er auf den Mechtersheimer Keeper zu und machte es dann besser als zuvor seine Teamkollegen Gonzalez und Muharemi. Der Treffer war die fast schon logische Reaktion auf den wenig wirkungsvollen Brechstangenfußball, den die favorisierten Mechtersheimer in der letzten halben Stunde zelebrierten.

Zu diesem Zeitpunkt lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit. Schiedsrichter Manuel Reichardt ließ sogar doppelt so lange nachspielen. „Wegen Unsportlichkeit“, wie er später erläuterte. Der Hintergrund im Detail: Nach 83 Minuten hatte die TuS alle Balljungen vom Spielfeldrand abgezogen. Unpopulär bei einem derartigen Spielstand, aber nicht verboten. „Ein Mechtersheimer Betreuer hat einem Jungen den Ball aggressiv aus der Hand gerissen,“ wie Dzaka später entschuldigend die allerdings nicht von ihm eingeleitete Maßnahme erläuterte.

Die Gäste reklamierten daraufhin lautstark, der Unparteiische intervenierte und forderte den Koblenzer Trainer unmissverständlich auf, korrigierend einzugreifen. Das zog sich eine Weile hin, brachte die TuS aber nach der Fortsetzung der Partie in den letzten Minuten nicht aus der Ruhe. In der gezeigten Form kann die TuS auch am Sonntag beim SV Eintracht Trier ohne Weiteres bestehen. Zuvor steht am Mittwoch (19.45 Uhr) aber noch das Rheinlandpokalspiel beim Ahrweiler BC auf dem Programm.

Von unserem Mitarbeiter Bodo Heinemann

TuS Koblenz - TuS Mechtersheim 2:0 (0:0)

TuS Koblenz: Paucken – von der Bracke, Gros, Softic – Hadzic – Klein, Waldminghaus, Kabashi (72. Muharemi), Könighaus – Gonzalez (90.+3 Lubaki), Abdullei (80. Öztürk).

TuS Mechtersheim: Klug – Selzer, Ullemeyer, Bückle, Lieberknecht – Metz (82. Herzner), Schwehm, Marx, Nishinaka – Ester (46. Saito), Veth.

Schiedsrichter: Manuel Reichardt (Bexbach).

Zuschauer: 823.

Tore: 1:0 Könighaus (60.), 2:0 Öztürk (90.+4).

Das nächste Spiel für die TuS Koblenz: am Mittwoch um 19.45 Uhr im Rheinlandpokal beim Ahrweiler BC.

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