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Engers/Koblenz

Torwartlegende bat um Freigabe: Dieter Paucken will von Engers zur TuS Koblenz wechseln

Das wird der Transfercoup des Winters: Dieter Paucken, Torwartlegende vom Mittelrhein, wechselt aller Voraussicht nach in der Spielpause vom Oberligisten FV Engers zum Regionalligisten TuS Koblenz.

Blondierte Ikone: Dieter Paucken, als Torwart und Kapitän bisher großer Rückhalt beim Oberligisten FV Engers, steht noch einmal vor dem Wechsel in die nächsthöhere Klasse zur TuS Koblenz.  Foto: Jörg Niebergall
Blondierte Ikone: Dieter Paucken, als Torwart und Kapitän bisher großer Rückhalt beim Oberligisten FV Engers, steht noch einmal vor dem Wechsel in die nächsthöhere Klasse zur TuS Koblenz.
Foto: Jörg Niebergall

Der 35-jährige Keeper war Mitte der vergangenen Woche mit seinem Wechselwunsch an die Engerser Verantwortlichen herangetreten, am Samstagabend beschloss die Vereinsspitze, dem Wunsch ihres Kapitäns zu entsprechen. Im Laufe dieser Woche wollen die Engerser die Verhandlungen mit der TuS über die Ablösemodalitäten führen. „Wir versuchen, eine Lösung zu finden, die für beide Seiten vertretbar ist“, umreißt Heinz Keuler, der ehemalige Sportliche Leiter beim FVE, die Herangehensweise, „uns geht es weniger ums Geld, wir haben andere Hintergedanken.“

Abschreiben müssen die Engerser wohl ihren Stürmer Giovani Lubaki (rechts). Foto: Jörg Niebergall
Abschreiben müssen die Engerser wohl ihren Stürmer Giovani Lubaki (rechts).
Foto: Jörg Niebergall

Offenbar versprechen sich die Engerser von einer engeren Zusammenarbeit mit den Koblenzern ein wenig Nachhilfe vor allem im Jugendbereich, wo beim FVE seit etlichen Jahren dringender Handlungsbedarf besteht. „Jeder braucht jeden irgendwann einmal“, bringt Keuler seine seit jeher bewährte Verhandlungsstrategie auf den Punkt.

Leichten Herzens lassen die Grün-Weißen ihren routinierten Keeper und Spielführer allerdings nicht gehen. Vor allem Trainer Sascha Watzlawik, der dem bisweilen extravaganten 1,93-Meter-Hünen seit der gemeinsamen aktiven Zeit beim FVE zu Anfang des Jahrtausends freundschaftlich verbunden ist – oder war –, wirkt etwas angefressen: „Natürlich ist sein Wechselwunsch legitim, so ist das halt im Leistungsfußball“, sagt der Coach, „wir wünschen ihm und seinem neuen Verein alles Gute. Die TuS ist nun mal das Zugpferd der Region und soll nicht absteigen.“

Doch für den Engerser Trainer gibt es auch eine andere Seite dieser Geschichte: „Menschlich sind wir alle ein bisschen enttäuscht von unserem Kapitän. Die ganze Mannschaft war ziemlich geschockt, für sie tut es mir besonders leid.“ Und er erinnert daran, wie Paucken vor genau vier Jahren in einer persönlich schwierigen Situation den umgekehrten Weg gegangen war, auch weil er beim damaligen TuS-Trainer Evangelos Nessos seinen Stammplatz an Fabrice Vollborn verloren hatte: „Unser Verein hat einiges für Dieter getan“, erinnert Watzlawik, „zwar hat er auch für den FVE einen guten Job gemacht. Dennoch ist es nicht leicht zu verkraften für ein Team, wenn der Kapitän in der Winterpause abhaut.“

Paucken selbst wollte sich auf Anfrage am gestrigen Sonntag zu der Angelegenheit nicht äußern: „Solange das noch nicht in trockenen Tüchern ist, habe ich noch nicht viel zu sagen.“ Auch sein ehemaliger (und künftiger?) Trainer Petrik Sander hält sich im Gespräch mit unserer Zeitung bedeckt: „Wir haben unserem Ersatztorwart Levent Vanli nahegelegt, sich einen anderen Verein zu suchen“, holt Sander aus, „und dafür sind wir auf der Suche nach Ersatz. Da ist auch Dieter Paucken ein Kandidat, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Ein bisschen mehr sagt Sander dann aber doch: „Ich habe zu Paucken ein sehr gutes Verhältnis, seit er in der zweiten und dritten Liga bei mir gespielt hat, und wir haben zwischendurch immer Kontakt gehabt. Jetzt haben wir das Thema ein bisschen aufgewärmt.“

Mit Interesse nahm der TuS-Trainer sodann zur Kenntnis, dass die Engerser offenbar einem Wechsel ihres Torwarts nicht im Wege stehen wollen: „Wir sind davon abhängig, dass der abgebende Verein die Freigabe erteilt. Wenn die Engerser das jetzt machen, dann ist das umso schöner für Dieter Paucken und vielleicht auch für uns. Aber noch ist nichts in trockenen Tüchern.“

In Engers planen sie derweil die Zukunft ohne Paucken. „Unsere Torleute Andreas Pütz und Safet Husic müssen es jetzt richten“, sagt Watzlawik, der vor allem auf den 19-jährigen Husic, vor der Saison von der Rheinlandliga-A-Jugend des VfL Oberbieber gekommen, große Stücke hält: „Safet ist einer der talentiertesten Torhüter, der sich auch nicht zu schade war, im vergangenen halben Jahr in unserer zweiten Mannschaft in der D-Klasse Spielpraxis zu sammeln. Ihn werden wir jetzt behutsam an die Oberliga heranführen.“

Neben Dieter Paucken werden die Engerser im neuen Jahr wohl auf ein weiteres vertrautes Gesicht verzichten müssen. Beim Verein haben sie inzwischen die Hoffnung aufgegeben, dass sich Stürmer Giovani Lubaki noch mal meldet. Der Kongolese hat seit dreieinhalb Wochen kein Lebenszeichen von sich gegeben und ist offenbar aus persönlichen Gründen nach Köln übergesiedelt. „Das ist schon sehr traurig“, sagt Watzlawik, „wenn er Probleme hatte, hätte er doch mit uns sprechen können. Wir tun viele Dinge hier mit Herzblut; auch wenn wir wenig Geld haben, können wir schon das eine oder andere regeln.“

Doch der Engerser Trainer bleibt optimistisch: „Wir machen uns nicht verrückt“, versichert er. „Wir haben eine gute Ausgangsposition und einen größeren Kader als in der Vergangenheit. Jetzt müssen eben die anderen Jungs unsere Verluste kompensieren.“

Von unserem Redakteur Stefan Kieffer

Eine Torwartkarriere zwischen Köln, Koblenz und Engers

Dieter Paucken, geboren am 20. September 1982 in Koblenz, unterschrieb 2001 seinen ersten Vertrag beim FV Engers und bestritt während der Oberligajahre am Wasserturm 74 Spiele für den FVE. Danach wechselte er zum 1.

FC Köln, für dessen zweite Mannschaft er im September ein „Tor des Monats“ erzielte. In der Saison 2007/08 gehörte er zum Profikader der Kölner, kam aber in der Bundesliga nicht zum Einsatz. 2009 unterschrieb Paucken bei der TuS Koblenz, bestritt 14 Zweitliga- und 29 Drittligaspiele und wechselte nach dem freiwilligen Rückzug der TuS zu Fortuna Köln. Von dort kehrte er 2012 zu TuS Koblenz zurück und heuerte im Dezember 2013 beim damaligen Rheinlandligisten FV Engers an, wo er seinen ehemaligen Mitspieler Sascha Watzlawik als Trainer traf. kif

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