40.000
Aus unserem Archiv
Simmern

Zwei Derbys, vier Abstiegskandidaten?

Zwei Derbys stehen in der Fußball-Bezirksliga Mitte am Sonntag an – und beide haben es in sich, denn die Tabelle sagt folgendes aus: Es geht sowohl in Mörschbach und in Rheinböllen um Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

SG Mörschbach/Liebshausen/ Argenthal – SG Niederburg/ Biebernheim/Damscheid (So., 14.30 Uhr, in Mörschbach). Siggi Wächter war in den 1990er-Jahren Trainer beim TSV Emmelshausen – und Patric Muders war einer seiner Torhüter. Seitdem kennen sich die beiden, mit der Zeit sind sie gute Freunde geworden. „Siggi ist sogar einer meiner besten Freunde“, sagt Muders über den eine Generation älteren Wächter. Zweimal arbeiteten beide sogar als Trainergespann zusammen, immer war der jüngere Muders der Chef, Wächter sein Assistent. „Eigentlich sollte 1999 Siggi Trainer der Binger B-Jugend-Regionalliga-Elf werden, aber das wollte er nicht“, erzählt Muders: „Dann wurde ich es, meine erste Trainerstation. Sein Sohn Jan war Kapitän, Siggi wollte ich auch dabei haben.“ Als Co-Trainer machte es Wächter, auch weil er seinen Freiraum vor allem für das Scouting bei Mainz 05 haben wollte. 2005 die nächste gemeinsame Arbeitsstelle: Muders übernahm den Südwest-Verbandsligisten SC Idar Oberstein und führte diesen mit seinem Co-Trainer Wächter 2007 in die Oberliga, wo aber schnell der Rauswurf erfolgte. Die langen Fahrten nach Idar-Oberstein verstärkte die Bande, die bis heute hält. „Am Sonntag ruht aber für 90 Minuten die Freundschaft“, sagt Wächter: „Das ist ein Derby, man muss nur auf die Tabelle gucken. Jeder muss heiß sein, die drei Punkte zu holen, sonst ist er fehl am Platz.“ Fehl am Platz waren wohl alle Mörschbacher vor acht Tagen beim 0:4 gegen das Ex-Schlusslicht Vordereifel. Wächter fehlte wegen eines Termins für Mainz 05. „Was ich gehört habe, war nicht erfreulich, das Spiel bei Vordereifel muss eine Katastrophe gewesen sein“, sagt Wächter, der Klartext redet: „Unsere Situation ist beschissen, wir stehen zwar noch auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, aber wir brauchen die drei Punkte nun unbedingt – mehr als die Niederburger.“ Das sieht sein Kumpel Muders ähnlich, der als Neunter vier Punkte mehr hat als der Dreizehnte Mörschbach: „Natürlich ist es für Mörschbach etwas wichtiger. Ich habe sie bei Vordereifel gesehen, da sind sie nicht an ihre Leistungsgrenze gekommen. Ich denke, sie werden es gegen uns anders angehen. Ein 0:0 würde ich sofort nehmen.“ Niederburg muss auf Tobias Kasper und Lucas Theiß verzichten, bei Mörschbach fehlen nur die Langzeitverletzten Stefan Hohl, Pascal Endres und Marvin Schulzki. Michael Schmidt und Simon Peifer sind gegenüber dem Vordereifel-Debakel wieder dabei. „Wir werden nicht viele Veränderungen vornehmen“, sagt Wächter. Und was sagt Muders zum ersten Trainerduell gegen seinen Freund? „Dass Siggi wieder als Trainer in vorderster Front steht, hat auch mich überrascht“, antwortet Muders: „Er hat in Mörschbach gute Bedingungen, kennt die meisten Spieler seit seiner JFV-Zeit. Ich denke, Siggi weiß genau, was ihn erwartet.“ Momentan ist das für Mörschbach Abstiegskampf.

TuS Rheinböllen – SV Oberwesel (So., 14.30 Uhr). Nach dem 1:1 in Kirchberg vor knapp einem Monat hatte Rheinböllens Trainer Kevin Schneck gesagt: „Jetzt kommen die Spiele, die wir gewinnen müssen.“ Zwei von vier Mal tat das seine Elf, gegen Cosmos Koblenz und Elztal. Gegen Mörschbach gab es ein 2:2, gegen Müden zuletzt ein 0:1. Nun folgen Oberwesel, Vordereifel (A), Niederburg (A) und Metternich (H). Die drei ersten Partien dürften theoretisch in die erwähnte Kategorie fallen, aber Schneck weiß: „Es sind drei Spiele, die wir gewinnen können, aber sie werden alle nicht einfach. Im Idealfall gehen wir mit 23 Punkten in die Winterpause.“ Sollte dieser Idealfall aber nicht eintreten, läuft der TuS Gefahr, viel schlechter dazustehen als erwartet. Doch Schneck ist keiner, der in „Was- wäre-wenn-Szenarien“ denkt, er konzentriert sich auf die Aufgabe Oberwesel. „Wir haben sie zwei-, dreimal beobachtet, das ist eine sehr kompakte Mannschaft. Vielleicht kommt uns unser Kunstrasen entgegen“, sagt Schneck. Ein Geläuf, das generell ungewohnt für die Gäste ist – bis auf einen von ihnen: Trainer Peter Ritter. Der war bekanntlich fünf Jahre Coach in Rheinböllen. „Peter ist mit Sicherheit clever genug, sich was für dieses Spiel zu überlegen und mit Oberwesel die Klasse zu halten.“

Ritter sieht das und die Rückkehr zu seinem Ex-Klub so: „Natürlich habe ich eine Idee, wie wir spielen werden und wie Rheinböllen spielt, aber das muss dann auch umgesetzt werden. Da weißt du im Fußball nie, wie sich das entwickelt. Generell freue ich mich natürlich auf das Wiedersehen, wenn man in Rheinböllen um die Ecke kommt und die Jungs stehen da. Aber das ganz große Wiedersehen ist es nicht, weil ich vor zwei Wochen in Mörschbach war und man sich dort getroffen hat. Aber mein Team heißt jetzt Oberwesel und es geht darum, die Klasse zu halten.“ Die Konstellation sieht er so: „Rheinböllen ist sicherlich favorisiert, wir sind ein Aufsteiger, der sich nicht wie die anderen beiden groß verstärkt hat. Wir sind hier in Oberwesel dabei, aus jungen Spielern eine erwachsene Mannschaft zu machen, so wie das gerade in meinem zweiten und dritten Jahr in Rheinböllen der Fall war. Es wird ein schwieriges Spiel gegen eine technisch gute Mannschaft. Wir müssen unheimlich wach sein.“ Den Nachteil Platz sieht Ritter nicht so extrem, denn Oberwesel trainiert seit drei Wochen in Winzberg, einem Ortsteil von Oberdiebach, auf Kunstrasen. Dennoch weiß er: „Rheinböllen ist heimstark, schon all die Jahre.“

Zum Personal: Bei Rheinböllen sind soweit alle an Bord, Schneck überlegt noch, mit welchem Personal er die Partie angehen wird. Im Zentrum dieser Überlegungen steht die Offensive, denn augenscheinlich ist, dass der TuS zu wenig Tore macht. 20 in 13 Spielen sind es bislang, allerdings wurden 12 dieser 20 Treffer gegen 3 Gegner erzielt (Niederburg, Cosmos und Elztal). Schneck kann sich vorstellen, auf zwei, drei Positionen zu rotieren gegenüber dem 0:1 gegen Müden. Christopher Rott und Nico Merg sind mögliche Startelfkandidaten, beide waren zuletzt zunächst auf der Bank. Bei Oberwesel sind auch alle an Bord, Sebastian Mitchard ist wieder ins Training eingesteigen und könnte zum Kader gehören.

Michael Bongard/Mirko Bernd

j5 bon sport_k_k

Hoch her geht es am Sonntag in Rheinböllen (links mit Arash Rudneshin) und Mörschbach (von links mit Marc Thönges, Max Kunze und Roman Theise): In beiden Orten stehen Derbys an – Rheinböllen hat Oberwesel zu Gast und Mörschbach empfängt Niederburg.

Foto: B&P Schmitt

j5 bon sport_k_k_k_k

Fußball

Bezirksliga Mitte

 1. FC Metternich  13 30:10 33  2. Ahrweiler BC  12 43: 5 32  3. Ata Spor Urmitz  13 38:17 28  4. TuS Kirchberg  13 35:18 24  5. SG Mülheim-Kärlich II  13 23:24 20  6. SG Gönnersdorf-Brohl  13 20:21 19  7. SG Müden/Moselkern  13 18:20 18  8. SV Anadolu Spor Koblenz  12 26:27 16  9. SG Niederburg  13 25:35 15 10. TuS Rheinböllen  13 20:20 14 11. SV Oberwesel  13 24:27 14 12. SG Elztal Gering-Kollig  13 28:32 13 13. SG Mörschbach  13 22:31 11 14. SG Mengerschied  13 19:44 10 15. SG Vordereifel  13 21:39  9 16. FC Cosmos Koblenz  13 19:41  7

Fußball-Bezirksliga Mitte
Meistgelesene Artikel
Fußball Männer
Fußballverband Rheinland

Rheinlandliga

Bezirksliga Ost

Bezirksliga Mitte

Bezirksliga West

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußballverband Rheinland - Kreisligen
Unter der Woche feierte der Unzenberger Marcel Klein (links) seinen 27. Geburtstag. Feiert er am Wochenende die Punkte 27 bis 29 seiner Elf?  Foto: Walz

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußball Frauen
Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

im Rheinland

- Westerwald

- Mittelrhein/Mosel

- Rhein-Lahn

im Südwesten

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußball Mix
Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

Jugendfußball

- im Rheinland

- im Südwesten

Fußballpokale

Hallenfußball

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Regionalsport Mix
Sport-Lokalteile
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Regionalsport
  • Newsticker
  • Lokalticker