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Lokalmatador Marijan Griebel: "Es liegt an mir, wie weit es geht"

Am Wochenende rast er für das ADAC Opel Rallye Junior Team bei der ADAC Rallye Deutschland über die Pisten. Bereits am Montag saß Marijan Griebel aus Hahnweiler neben den ganz Großen der Szene wie Thierry Neuville oder Jari-Matti Latvala beim Pressegespräch. Im Interview spricht der 25-Jährige Lokalmatador über seine Perspektiven sowie über den Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) im Südwesten Deutschlands.

Deutsche Hoffnungsträger: Fabian Kreim (links) und Marijan Griebel aus Hahnweiler werden intensiv gefördert und wollen am Wochenende bei der Deutschland-Rallye auf sich aufmerksam machen.  Foto: Joachim Hähn
Deutsche Hoffnungsträger: Fabian Kreim (links) und Marijan Griebel aus Hahnweiler werden intensiv gefördert und wollen am Wochenende bei der Deutschland-Rallye auf sich aufmerksam machen.
Foto: Joachim Hähn

Wie greifbar ist an einem solchen Abend, an dem Sie neben den großen Stars der WRC sitzen, der Traum, selbst einmal in die Riege der WRC-Fahrer aufzusteigen?

Das ist mit Sicherheit noch ein weiter Weg, aber es ist realistisch. Deswegen ist es es auch wert, für das große Ziel hart zu arbeiten. Die Basis von Opel und vom ADAC ist echt gut. Ich fange jetzt mit dem Opel Adam R2 an. Das ist die Unterstufe der WRC, und damit hat man eine reale Chance sich zu empfehlen, um irgendwann mal in einem WRC-Wagen zu sitzen.

Haben Sie einen konkreten Plan, um das große Ziel zu erreichen?

Opel hat mit dem ADAC einen Fünfjahresplan aufgestellt. Der sah im ersten Jahr den ADAC Opel Junior Cup vor. Den habe ich gewonnen. Aktuell befinde ich mich mit dem Opel Adam R2 in der Mittelstufe. Dann würde mit dem Corsa R5 der nächste Schritt folgen. Das Auto gilt es im nächsten Jahr mitzuentwickeln. Und in zwei Jahren fahre ich dann hoffentlich in der WRC mit.

Wo sehen Sie denn noch Entwicklungspotenzial auf dem Weg?

Großer Nachholbedarf besteht für uns deutsche Fahrer auf Schotter, weil wir das in Deutschland fast gar nicht vorfinden. Allerdings finden mindestens die Hälfte der WM-Läufe auf Schotter statt. Hinzu kommen generell Allrad-Autos, da ich bisher nur Frontantrieb gefahren bin, die schnelleren haben aber alle Allrad.

Nichtsdestotrotz sieht das Programm, an dem Sie teilnehmen, vor, Sie zum WRC-Fahrer aufzubauen.

Die Basis ist definitiv nicht schlecht. Ich habe zum Glück einen der wenigen Plätze in Deutschland, der die Unterstützung eines Herstellers garantiert. Jetzt liegt es auch an mir, wie weit es dann geht.

Ihr Teamkollege Fabian Kreim beschreibt Sie als einen "sehr akribischen Fahrer, der viel nachdenkt". Ist das immer ein Vorteil?

Wahrscheinlich nicht. In bestimmten Drucksituationen, in denen man ohnehin viel nachdenkt, kann es durchaus sein, dass jemand mit meinem Naturell mitunter zu viel denkt. Beispielsweise bin ich dieses Jahr in Lettland als einziger aus unserem Team den Europameisterschafts-Auftakt gefahren,. Dort war auch kein anderer Deutscher. Da ging es schief, weil ich dem ganzen Land beweisen wollte, wie gut es mit dem Auto geht.

Was macht für Sie die Arbeit mit dem Team bei Opel aus?

Es ist viel professioneller. Bis vergangenes Jahr bin ich mit meinem Papa und zwei Kumpels als Mechaniker angereist. Jetzt habe ich eigene Mechaniker und Ingenieure. Jetzt am Wochenende sogar einen Mentaltrainer sowie einen Fitnesstrainer. Man kann sich als Fahrer wirklich nur auf das Fahren konzentrieren.

Am Wochenende startet das Highlight des Jahres. Benötigt man bei einem solchen Großevent wirklich einen Mental- und Fitnesstrainer?

Es hilft auf jeden Fall. In den vergangenen Jahren funktionierte es auch ohne nicht schlecht, aber wenn man immer weiter will, werden auch die Fahrer immer besser. Die Luft wird immer dünner, daher sind es schon Faktoren, die helfen können.

Was haben Sie sich für Ziele am Wochenende gesetzt?

In unserer R2-Klasse sind 27 Fahrzeuge am Start. Das oberste Ziel ist zunächst einmal, das Ziel auch tatsächlich zu sehen und anzukommen, und dann möchte ich schon unter die ersten Fünf kommen.

Was sind die Schwierigkeiten, die eine Top-Platzierung verhindern könnten?

Die Rallye ist außergewöhnlich lang im Vergleich zu den Läufen der deutschen Meisterschaft, die ich sonst fahre. Wir haben 300 Kilometer Zeit, einen Fehler zu machen und das Auto in einen Weinberg zu setzen. Außerdem ist es körperlich und physisch extrem anstrengend. Wir sitzen täglich zehn Stunden im Auto. Da ist es nicht einfach, immer die Konzentration zu halten.

Bereiten Ihnen konkrete Streckenpunkte Kopfzerbrechen?

Ganz konkrete Punkte gibt es nicht. Generell ist das Wetter ein Faktor. Wenn es regnet, macht man sich mehr Gedanken, weil es dann einfacher ist, einen Fehler zu machen. Die Panzerplatte bin ich bisher immer mit kontrollierter Offensive angegangen.

Überwiegt beim Heimspiel die Vorfreude oder der Druck?

Die Vorfreude überwiegt. Wir hatten bis zum vergangenen Lauf der Deutschen Meisterschaft vor zwei Wochen eine lange Pause von zwei Monaten. In der Zeit konnte ich mich schon umfangreich mit der Rallye befassen und mich darauf freuen.

Nervt Sie das ganze "Drumherum" bei einem solchen Großevent?

Auf keinen Fall. Vielleicht die Werksfahrer, die noch mehr Termine haben, die könnte es nerven, aber mir macht es wirklich Spaß. Das ist rundum schön.

Das Interview führte unser

Mitarbeiter Jan Schüßler.

Motorsport (EL)
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