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Zandvoort/Neuwied

Rockenfeller hofft in Zandvoort auf Wende im Saisonverlauf

Wer die Piloten der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) nach ihrer Lieblingsstrecke fragt, der bekommt fast immer die gleiche Antwort: „Zandvoort.“ Der anspruchsvolle Dünenkurs vor den Toren der niederländischen Metropole Amsterdam ist an diesem Wochenende der Austragungsort für das fünfte von insgesamt zehn Rennwochenenden der populären europäischen Tourenwagenserie.

Mike Rockenfeller (Nr. 99), hier an der Spitze eines Fahrerfeldes, fährt in der DTM-Saison 2018 den Schnellsten bislang hinterher.  Foto: Martina Schlimbach
Mike Rockenfeller (Nr. 99), hier an der Spitze eines Fahrerfeldes, fährt in der DTM-Saison 2018 den Schnellsten bislang hinterher.
Foto: Martina Schlimbach

Gleich zwei Mal, am Samstag und am Sonntag jeweils um 13.30 Uhr, werden die 18 Piloten von Audi, BMW und Mercedes die 4,307 Kilometer lange Strecke im Renntempo unter die Räder ihrer mehr als 500 PS starken V 8-Boliden nehmen und knapp eine Stunde lang um Punkte für den Meistertitel kämpfen.

Für Audi Sport war Zandvoort in der Vergangenheit stets ein gutes Pflaster, denn die Marke mit den vier Ringen kann auf dem bereits 1948 eröffneten, ehemaligen Formel 1-Kurs praktisch alle Bestmarken für sich verbuchen. Insgesamt zehn Siege konnten die Werksteams Abt Sportsline, Phoenix Racing und Rosberg in den zurückliegenden Jahren bereits erzielen, alleine vier davon gehen auf das Konto des Schweden Mattias Ekström, aber auch der aus Neuwied stammende Mike Rockenfeller hat in Zandvoort schon zwei Mal ganz oben auf dem Siegerpodest gestanden. Im vergangenen Jahr stellte zudem sein Teamkollege, der Franzose Loïc Duval, mit dem Audi RS 5 DTM in 1:29,168 Minuten einen neuen Rundenrekord auf.

Ob die Audi-Piloten der bisherigen Erfolgsbilanz ihres Arbeitgebers am kommenden Wochenende weitere Topergebnisse werden hinzufügen können, ist aber eher unwahrscheinlich. Um die Entwicklungskosten der spektakulären Tourenwagen weiter zu reduzieren, wurden die technischen Möglichkeiten bei der Aerodynamik über den Winter deutlich beschränkt, wodurch besonders der Audi des Jahrgangs 2018 gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen geriet. Nach acht Läufen führt Mercedes mit 421 Punkten die Markenwertung vor BMW (313) an. Audi dagegen gelang in dieser Saison bisher noch kein einziger Sieg und hat erst 122 Zähler gesammelt. Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Fahrerwertung, wo Mike Rockenfeller als bestplatzierter Pilot der Ingolstädter mit 34 Punkten aktuell nur an der zehnten Position zu finden ist.

„Ich bin natürlich mit anderen Erwartungen in die Saison gestartet“, gesteht Rockenfeller. „Jeder Fahrer in der DTM rechnet sich zurecht Sieg- oder vielleicht sogar Titelchancen aus. Deswegen kann ich überhaupt nicht zufrieden sein.“ Jetzt geht es für den 34-jährigen Familienvater darum, die vergangenen Rennen so schnell wie möglich abzuhaken und nach vorne zu schauen.

Das DTM-Gastspiel in Zandvoort ist dafür der ideale Ort, denn an den anspruchsvollen Dünenkurs hat „Rocky“ nur die besten Erinnerungen. „2011 durfte ich nach vier Saisons mit einem Vorjahreswagen endlich in ein aktuelles Auto wechseln und habe dort bereits beim zweiten Rennen den ersten Sieg geholt. Zwei Jahre später gelang mir an gleicher Stelle vorzeitig der Titelgewinn und im vergangenen Jahr habe ich in Zandvoort das Sonntagsrennen gewonnen. Ich freue mich auf das Wochenende und hoffe, wir können nach dem schwierigen Start in die laufende Saison nun endlich an diese Erfolge anknüpfen“, sagt Rockenfeller.

Für reichlich Spannung dürfte auf jeden Fall gesorgt sein, denn die Rennen in Zandvoort sind stets für Überraschungen gut. Der Kurs liegt nur einen Steinwurf vom Nordseestrand entfernt, wodurch dort häufig ein böiger Wind herrscht, den die Fahrer in ihrem Rennwagen spüren. Zudem wird immer wieder Sand auf die Strecke geweht, der das Grip-Level des Asphalts von Runde zu Runde variieren lässt.

Auch die Reifen werden in Zandvoort stärker strapaziert als auf anderen DTM-Rennstrecken. „Durch den reduzierten Abtrieb dürfte der Reifenabbau in diesem Jahr ein noch größeres Thema sein als bisher“, sagt der Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Speziell der linke Vorderreifen ist hohen Belastungen ausgesetzt, sodass der Wahl des optimalen Zeitpunkts für den Pflichtboxenstopp eine besondere Bedeutung zukommen wird.“

Farid Wagner

Motorsport (ABCK)
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