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Bad Kreuznach

Rekordbeteiligung und Premierenauftritte

Tina Paare

Als Katharina Barskov die Matte in der Jakob-Kiefer-Halle betritt, hat sich eine stattliche Fangruppe versammelt, um die Lokalmatadorin zu unterstützen. Ihr Auftritt beim vierten offenen Rheinland-Pfalz-Cup wird mit Spannung erwartet. Nicht nur, weil es der letzte Kampf mit Beteiligung des TC Han Kook Bad Kreuznach ist, sondern auch, weil sie erstmals in der Leistungsklasse 1 startet, in die sie als Blaugürtel aufgestiegen ist.

Westentreffer: Leon Thiele (rechts) vom TC Han Kook Bad Kreuznach gelingt ein Treffer gegen Anas El Bachiri von der TG Schwalbach. Wegen Kreislaufproblemen muss der Lokalmatador jedoch aufgeben.  Foto: Klaus Castor
Westentreffer: Leon Thiele (rechts) vom TC Han Kook Bad Kreuznach gelingt ein Treffer gegen Anas El Bachiri von der TG Schwalbach. Wegen Kreislaufproblemen muss der Lokalmatador jedoch aufgeben.
Foto: Klaus Castor

Zu tun bekommt es die Gymnasiastin mit einer Trägerin des schwarzen Gürtels und macht ihre Sache gegen die erfahrenere Gegnerin richtig gut. Zunächst läuft die Bad Kreuznacherin, die trotz ihrer zierlichen Statur über einen harten Tritt verfügt, in einen Konter, übernimmt dann aber mit 4:3 die Führung, baut sie auf 7:3 auf, ehe die Kontrahentin zum 6:7 verkürzt. Doch Katharina Barskov bringt ihren Vorsprung ins Ziel und darf sich über die Goldmedaille freuen. "Das war leider mein einziger Kampf. Aber es war mein erster Kampf in dieser Klasse und ein richtig guter Einstieg", sagte die Siegerin. Martin Heymann, der Pressereferent des TC Han Kook, war begeistert: "Der Sieg ist umso höher einzuschätzen, da es gegen einen Schwarzgurt war."

Den zweiten Erfolg für die Gastgeber, die erneut von der Taekwondo-Union Rheinland-Pfalz mit der Ausrichtung des Turniers betraut worden waren, sicherte sich Rohit Singh (grün-blauer Gürtel). Sein harter Kampfstil brachte ihm den Spitznamen "Hulk" ein, und den bekam auch sein Gegner zu spüren, der beim Stand von 1:8 demoralisiert war und aufgab. Das gleiche Schicksal ereilte Gelbgurt Leon Thiele. Er hielt bei seiner Turnierpremiere gut mit, landete einige Treffer, musste beim Stand von 6:11 aber wegen Kreislaufproblemen aufhören. Für Daniel Krämer und Sebastian Moore war jeweils nach einem Kampf Schluss. Beide hatten es mit körperlich größeren Kontrahenten aufnehmen müssen. "Wer kleiner ist, hat eine geringere Reichweite. Das ist immer ein Nachteil", verdeutlichte Heymann. Moore, der sein Wissen als Trainer beim TC Han Kook weitergibt, ist Formenläufer, hat sich nach zweijähriger Pause aber dazu entschlossen, mal wieder an einem Wettkampfturnier teilzunehmen.

Die Gastgeber hatten nur mit fünf Startern aufwarten können, der Rest musste krankheitsbedingt passen oder war verhindert. Aushängeschild Viviana Valentino beispielsweise weilte bei einem Spezialtraining der Nationalmannschaft. Dennoch bekam das Publikum einen Valentino-Kampf geboten: Maurizio, der fünfjährige Bruder der mehrfachen Deutschen Meisterin, bestritt einen Freundschaftskampf. "Das sah sehr süß aus, und man hat bei Maurizio auch das Kämpfergen gesehen", erzählte Heymann.

Mit der Teamwertung hatten die Bad Kreuznacher bedingt durch ihre kleine Abordnung nichts zu tun. Der Gesamtsieg ging an Sporting Taekwondo aus Eitorf (115 Punkte), Zweiter wurde TS Wuppertal (74). Dafür erntete der TC Han Kook viel Lob für die Ausrichtung. "Das Turnier läuft ziemlich geschnitten durch", freute sich Heymann und fügte an: "Die Starterzahl ist äußerst befriedigend, die Zuschauerränge sind voll, und unsere Küche ist am Dampfen." Kein Wunder, schließlich wollten allein 287 Taekwondokämpfer, dazu Trainer, Eltern und Zuschauer verköstigt werden.

"Gemeldet waren 315 Teilnehmer, durch die Grippewelle waren es zwar nur 287, dennoch hatten wir noch nie so viele Leute", berichtete der Pressereferent des TC Han Kook. Im Vorjahr hatte die Veranstaltung wegen zu geringer Meldezahlen ausfallen müssen, umso mehr freuten sich die Organisatoren nun über die Rekordbeteiligung. Heymann: "Vergangenes Jahr fiel die Veranstaltung in den Fastenmonat Ramadan. Wir vermuten, dass es deshalb weniger Meldungen gab. Und umso mehr sind dieses Mal am Start." Neben vielen Teilnehmern aus Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Bundesländern zeigten auch Kämpfer aus Luxemburg, der Schweiz und Schweden ihr Können. Um den großen Andrang bewältigen zu können, wurde auf vier Matten gleichzeitig gekämpft. Dementsprechend hoch war der Geräuschpegel in der Halle, da die Sportler von Familie und Teamkameraden lautstark angefeuert wurden. Und für die vielen jungen Talente gab es reichlich Gelegenheit zum Anschauungsunterricht.

Regionalsport extra (E)
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