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    Mainz

    Wieder offen: Schiersteiner Brücke besteht ersten Härtetest

    Die Erleichterung in Mainz war deutlich zu spüren: "Sie sehen mich entspannt", sagte der Mainzer Polizeisprecher Achim Hansen unserer Zeitung. Am Tag eins nach der Wiederfreigabe der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden fuhren die Autos im morgendlichen Berufsverkehr fast problemlos.

    Foto: dpa

    Von unserer Mitarbeiterin Gisela Kirschstein

     Das westliche Rhein-Main-Gebiet hat eine seiner wichtigsten Rheinquerungen zurück, doch es bleiben Probleme: Die Schiersteiner Brücke bleibt für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt. Prompt fuhren sich rund ein Dutzend Brummis in den neuen Sperren vor der Brücke fest.

    Entspannt und problemlos

    Es war am Sonntagabend um 20.10 Uhr, als der Landesbetrieb Mobilität in Rheinland-Pfalz die Schiersteiner Brücke nach acht Wochen Vollsperrung wieder für den Verkehr freigab. Die Spannung war groß, wie sich das im Berufsverkehr am Montagmorgen nach den Osterferien auswirken würde. "Es lief vollkommen entspannt und problemlos", sagte Hansen. Die kilometerlangen Staus in der Mainzer Innenstadt und auf dem Autobahnring - wie von Zauberhand weggefegt.

    In der Nacht zum 11. Februar war bei Bauarbeiten unter der Schiersteiner Brücke ein Pfeiler der Vorlandbrücke weggerutscht, die Brücke um 30 Zentimeter abgesackt. Seither herrschte Verkehrschaos zwischen Mainz und Wiesbaden mit bis zu 16 Kilometer langen Staus im morgendlichen Berufsverkehr. 90.000 Fahrzeuge querten normalerweise die Schiersteiner Brücke, über Nacht mussten sich die Pendler andere Wege suchen. Rund ein Drittel stieg auf den öffentlichen Nahverkehr um, andere nutzten die Fährverbindungen über den Rhein.

    Am Montagmorgen nun ein völlig anderes Bild: "Wir hatten auf der A 60 keinen Stau", sagte Hansen, erst gegen halb neun sei es zu leichtem zäh fließenden Verkehr gekommen. "Das haben wir aber jeden Tag, mit und ohne Schiersteiner Brücke", sagte der Polizeisprecher: "Wir hatten heute einen Tag mit Berufsverkehr, der einem Tag vor Schließung der Schiersteiner Brücke ähnelte."

    Schranken versperren schweren LKW den Weg

    Doch völligen Normalzustand wird noch eine ganze Weile nicht geben: Für schwere Lkw über 3,5 Tonnen bleibt die Brücke auf Weiteres gesperrt. Die Wirtschaft in Hessen und Rheinland-Pfalz fordert nun schnelle Lösungen für ihre Transporter, schließlich gehen pro Tag rund 1,4 Millionen Euro durch Umwege verloren. Beim Landesbetrieb fürchtet man aber, die schweren Brummis könnten dem maroden Bauwerk aus den 1960er-Jahren den Rest geben. An den Zufahrten zur Schiersteiner Brücke wurden deshalb umfangreiche Sperren eingerichtet: Waagen ermitteln das Gewicht jedes Fahrzeugs, das über die Brücke will. Bei Gewichtsüberschreitungen springt die Ampel auf rot und es werden Schranken ausgelöst. So soll verhindert werden, dass Brummis überhaupt auf die Brücke kommen. Rund ein Dutzend Mal gingen am Montag die Schranken auf beiden Seiten der Brücke runter. Etwa vier Mal war es Fehlalarm, die Messanlagen hatten zwei dicht aufeinander fahrende Pkw als einen Lkw interpretiert.

    In zwei Fällen wurden Sprinter gestoppt, die zwar eigentlich über die Brücke dürfen, aber mit mehr als 3,5 Tonnen überladen waren. Auf hessischer Seite fuhr sich am Morgen ein ungarischer Lkw in den Beschränkungen so fest, dass 45 Minuten lang nichts mehr ging. Das zeige aber auch, "wie wichtig die Sperren sind, eine einfache Beschilderung hätte nicht gereicht", sagte Ottmar May vom Landesbetrieb Mobilität.

    Nadelöhr

    Auf die Brücke führen aus jeder Richtung aber jetzt nur noch eine Auffahrt und eine weitere Fahrspur, die durch Betonbegrenzungen zudem auf 2,20 Meter verengt wurde - die Stellen sind nur im Schritttempo zu bewältigen. In den kommenden Monaten wird es dadurch weiter lange Staus geben. Die Polizei hofft nun, dass nicht noch weitere Lkw die Beschränkungen austesten und das Nadelöhr verstopfen. Die Gewichtsmessungen an den Waagen wurden unterdessen nachjustiert.

    "Wir sind recht zufrieden, wie es funktioniert", sagte der Wiesbadener Polizeisprecher Markus Hoffmann dieser Zeitung, schließlich sei das System bundesweit einmalig. Trotzdem befürchtet die Polizei, dass der wahre Test noch kommt: Viele hätten wahrscheinlich am Montag erst einmal abgewartet. Das dicke Ende, es kann noch kommen.

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