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    Mainz

    Wieder Ärger um Essen bei Polizeieinsatz: Beamte beschweren sich über Verpflegung beim Tag der Deutschen Einheit

    Rund 510.000 Menschen haben in Mainz friedlich und freundlich den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Diese Bilanz hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gezogen. Die Organisatoren des zentralen Einheitsfests hatten mit einer halben Million Besuchern gerechnet – Hoffnungen erfüllt. Nicht erfüllt haben sich dagegen offenbar die Hoffnungen der Polizei, bei anstrengenden Großeinsätzen dieser Art endlich besser verpflegt zu werden.

    Tausende Polizisten waren am Montag und Dienstag zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz im Einsatz. Obwohl für ausreichend Essen gesorgt war, ist es offensichtlich nicht bei allen Einsatzkräften angekommen – laut Polizeigewerkschaft GdP ein Problem der Logistik.
    Tausende Polizisten waren am Montag und Dienstag zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz im Einsatz. Obwohl für ausreichend Essen gesorgt war, ist es offensichtlich nicht bei allen Einsatzkräften angekommen – laut Polizeigewerkschaft GdP ein Problem der Logistik.
    Foto: Bernd Eßling

    Schlagworte wie „Belastungsprobe“ und „Trauerspiel“ kamen aus den Reihen der Polizei und der Polizeigewerkschaft GdP bereits nach dem Großeinsatz bei der Beisetzung Helmut Kohls im Juli. Nun ist mit dem Bürgerfest in Mainz auch der nächste große Polizeieinsatz beendet. Und ein Blick ins soziale Netzwerk Facebook lässt vermuten, dass wieder nicht alles glatt lief. „Warmes Essen leider Fehlanzeige“, schreibt dort die Kreisgruppe Koblenz der Polizeigewerkschaft GdP bereits am Montagabend. Bilder eines Lunchpakets sind im Umlauf, dazu erhebt ein empörter Polizist am Montag auf seinem Privatprofil Vorwürfe: Er schreibt von „unhaltbaren Zuständen bei der Polizei“ und „einer riesigen Unverschämtheit“.

    Für manch einen Polizisten blieb es beim Einsatz zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz bei diesem Einstiegs-Verpflegungspaket.
    Für manch einen Polizisten blieb es beim Einsatz zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz bei diesem Einstiegs-Verpflegungspaket.
    Foto: privat

    Um Verständnis bittet dagegen der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP, Ernst Scharbach. Er stellt klar, dass die Kritik der Koblenzer Kreisgruppe nicht die Meinung der gesamten GdP im Land widerspiegelt. „Ich halte den Einsatz und die Vorbereitungen im Großen und Ganzen für gelungen, mit einem kleinen Schönheitsfehler bei der Logistik“, sagte Scharbach unserer Zeitung. Denn für Verpflegung sei gesorgt gewesen. „Es scheiterte daran, dass das Essen nicht an den Mann kam.“

    In rund 200 Kommentaren diskutierten viele Facebook-Nutzer unter dem Beitrag des empörten Polizisten, gut 200 Nutzer teilten seinen Text. Die Fotos zeigen zwei Halbliterflaschen Wasser, eine Dose mit 250 Gramm Vollkornbrot, eine 125-Gramm-Dose Schinkenwurst, ein Päckchen Nutella, Marmelade und zwei Margarinepäckchen. Dieser Inhalt eines Lunchbeutels und zwei Brötchen waren Scharbach zufolge als Einstieg zum Frühstück vorgesehen. Als Hauptgericht war zudem je Polizist eine große Aluminiumschale voll überbackener Nudeln eingeplant, in einer Fleischvariante und einer vegetarischen. Vier Versorgungsstützpunkte waren in Mainz eingerichtet, drei davon in der Innenstadt und einer bei der Bereitschaftspolizei im Stadtteil Hechtsheim, berichtet Scharbach. Dort hätten sich die Polizisten an einer Theke jeweils Salate holen können, dazu habe es Obst gegeben. Die Qualität der Gerichte empfand der GdP-Landeschef selbst als gut. „Die, die etwas bekamen, waren zufrieden.“

    Mobile Trupps sollten das warme Essen auch zu den Kollegen bringen, die nicht in der Nähe zu einem der Stützpunkte arbeiteten. „Das hat nicht geklappt“, sagt Scharbach. Eine Gesamtzahl der Beschwerden kann er aber bislang nicht nennen. Auch hat er noch keine konkreten Angaben darüber, wo Essen ankam und wo nicht, wie viele mobile Teams im Einsatz waren und wieso genau das Essen nicht bei den Hungrigen ankam. „Möglicherweise ist die Zahl der Beschwerden auch geringer als angenommen“, sagt der Gewerkschaftschef. Polizei, GdP und Innenministerium prüfen das nun.

    Das bestätigt ein Sprecher des Innenministeriums. Dort fehle aber für konkrete Aussagen zur Verpflegungssituation bislang die genaue Faktenlage. Das Polizeipräsidium müsse den Ablauf des Einsatzes prüfen. Eine solche Manöverkritik sei Usus, ungeachtet dessen, ob Beschwerden kommen oder nicht. Mit einem Ergebnis rechnet der Ministeriumssprecher Anfang der kommenden Woche.

    Am Dienstag waren rund 4300 Polizisten in Mainz im Einsatz, berichtet GdP-Landeschef Scharbach. Am Montag waren es etwa 3100 Kollegen. Rund 1600 waren es beim Großeinsatz zur Kohl-Beerdigung im Juli in Ludwigshafen und Speyer. Schon damals hatten Beamte über ungenügende Verpflegung und unprofessionelle Koordination geklagt. Die Erfahrungen aus einem solchen Einsatz werden immer für den nächsten ausgewertet, hieß es damals beim Innenministerium. Das ist nach Angaben von GdP-Chef Scharbach auch geschehen: „Hauptkritikpunkte waren die Logistik und die Verpflegung.“ In Mainz sei versucht worden, das alles richtig zu machen – und ärgerlich sei es für die Verantwortlichen dann, wenn es am Ende womöglich an kleinen „Schönheitsfehlern“ gescheitert sei. Für ein Fazit zum Einsatz war das Polizeipräsidium in Mainz bislang nicht erreichbar.

    Von unserer Reporterin
    Marion Ziegler

    Rheinland-Pfalz
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