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Koblenz

Unesco: Buga-Seilbahn schadet Welterbe nicht

Das Welterbe Mittelrheintal und die Buga-Seilbahn können gut miteinander. Aus Sicht der Welterbevertreter kann die Seilbahn bleiben. Lange hatte es gehießen, sie müsse wegen des Welterbes wieder abgebaut werden. Knackpunkt ist damit das Geld.

Koblenz – Das Welterbe Mittelrheintal und die Buga-Seilbahn können gut miteinander. Aus Sicht der Welterbevertreter kann die Seilbahn bleiben. Lange hatte es gehießen, sie müsse wegen des Welterbes wieder abgebaut werden. Knackpunkt ist damit das Geld.

Der 7. Unesco-Welterbetag am Wochenende hat der Buga Koblenz wichtige Besucher beschert: "Ich habe die Seilbahn erstmals gesehen, und ich bin begeistert", sagt etwa Horst Wadehn, Vorsitzender der UNESCO Welterbestätten Deutschland e.V. "Die Eleganz hat mich zu der Aussage bewogen, dass die Seilbahn nicht schädlich ist für das Landschaftsbild. Ich finde sie genial." Für diese Ansicht würde Wadehn auch "jederzeit in den Ring gehen, wenn es da Widersacher gibt", so der Vorsitzende des Vereins, in dem die Welterbestätten zusammengeschlossen sind und der sich die bessere Koordination von Denkmalschutz und Tourismus sowie die Förderung eines behutsamen und hochqualifizierten Tourismus im denkmalverträglichen Ausmaß zum Ziel gesetzt hat.

Doch wie es aussieht, muss er für die Unbedenklichkeit der Seilbahn gar nicht streiten. Auch Walter Hirche, Präsident der deutschen UNESCO-Welterbe Kommission, sieht keine Gefahr für den Status Welterbe. Auch Hirche erlebte die Seilbahn am Wochenende selbst. Die Seilbahn könne dauerhaft eine gute Verbindung zwischen dem Deutschen Eck und der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz bleiben, zitiert der SWR den Präsidenten.

Wadehn unterstreicht das: "Gäbe es die Seilbahn nicht, die Erreichbarkeit der Festung wäre deutlich schlechter. Mit der Seilbahn ist dort völlig neues Leben eingezogen." Die Frage im Vorfeld des Seilbahnbaus, ob das Landschaftsbild zerstört werden könnte, kann Wadehn heute nicht nachvollziehen. "Ich habe bis jetzt noch keinen gehört, der das vertritt."

Wadehn kündigte an, "wenn es finanziell darstellbar ist", in allen Gremien für die Seilbahn zu kämpfen. Doch das könnte der Knackpunkt sein. "Es ist eine Rechenaufgabe." Die Stadt will nach eigenem Bekunden zunächst Betreiber Doppelmayr zu einem längeren Betrieb bewegen – fünf statt drei Jahre,

wie es im April hieß. Eigentlich soll die Seilbahn im Herbst 2013 abgebaut und an anderer Stelle eingesetzt werden.

Der österreichische Betreiber, der die Seilbahn auch gebaut hatte, wolle allerdings erst Ende 2012 darüber Gespräche führen, hatte der Koblenzer OB und Buga-Aufsichtsratsvorsitzende Joachim Hofmann-Göttig gesagt. Dann habe man ein Jahr "Normalbetrieb" hinter sich – und Erfahrungen zur Nutzung und Wirtschaftlichkeit. In seiner Funktion als Staatssekretär hatte er noch erhebliche Einwände wegen des Denkmalschutzes geltend gemacht. Für den Betrieb der Seilbahn spricht sich auch eine Facebook-Seite aus. Die Koblenzer Gruppe des BUND hatte dagegen in ihrer Mitgliederversammlung kürzlich "harten Widerstand" gegen einen Weiterbetrieb angekündigt. „Die Talstation liegt im Hochwasser-Abflussbereich und stört empfindlich die Sichtbeziehungen zum kulturhistorischen wertvollsten Bereich der Rheinpromenade“, hatte der 2. Vorsitzende Egbert Bialk argumentiert.

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