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Umwelt: Verpesten Kaminöfen die Luft?

Berlin/Rheinland-Pfalz – Verpesten viele der gemütlichen Kamine oder Kachelöfen die Luft mit zu viel Feinstaub? "Wir empfehlen Kamine grundsätzlich nicht zum Heizen", sagt die Präsidentin des Umweltbundesamts (UBA), Maria Krautzberger. Schrittweise sollen ab 2015 durch strengere Grenzwerte besonders schadstoffintensive alte Öfen verboten werden.

Von unserer Redakteurin Ursula Samary

Nach den Berechnungen der Experten liegen die Emissionen aller Kleinfeuerungsanlagen teils über denen des Straßenverkehrs. Sie machten im Herbst und Winter bis zu 25 Prozent der Feinstaubbelastung aus. Der von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschlagene Feinstaubgrenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft am Tag wird selbst in ländlichen Regionen oft überschritten, warnt Krautzberger.

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium gibt fürs Land aber Entwarnung: Die wohlige Wärme neuer oder nachgerüsteter Holzöfen mit guten Wirkungsgraden und damit geringerem Verbrauch ist laut Ministerium "durchaus sinnvoll. Sie sind energiesparend und umweltschonend", heißt es aus Mainz. Denn mit einem Raummeter Holz lässt sich der Wert von 200 Liter Öl oder 200 Kubikmeter Gas einsparen, wie Rainer Albus beim Schornsteinfegerinnungsverband vorrechnet.

In Deutschland sind nach Angaben des Umweltbundesamtes 14 Millionen sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen installiert. Nach dem rheinland-pfälzischen Emissionskataster Hausbrand sorgen im Land 1,363 Millionen Zentralheizungen und sogenannte Einzelraumfeuerstädten für Wärme – 143 193 davon werden mit Holz beheizt. In Rheinland-Pfalz liegen aber "glücklicherweise keine Grenzwertüberschreitungen bei den Feinstäuben vor", erklärt die Sprecherin des Mainzer Umweltministeriums, Heike Spannagel. Die Konzentrationen seien seit Jahren rückläufig, dank der Anstrengungen von Industrie, Gewerbe und Kraftwerken. Allerdings hätten einige Städte trotzdem Probleme, EU-Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxide einzuhalten, wegen dichten Verkehrs oder Öfen ohne Filter. Deshalb gibt ihnen das Land für die nächste Heizperiode die gesetzliche Handhabe, lokal schärfere Auflagen machen zu können. Städten wie Mainz ist es möglich, mit kommunalen Luftreinhalteplänen die Atemwege zu schonen. Kommunen dürfen strengere Grenzwerte wie auch Brennmaterialien vorschreiben. Allerdings wache die Struktur- und Genehmigungsdirektion über die lokalen Vorschriften, die auch verhältnismäßig sein müssten.

Aber für Dreckschleudern, die zu viel Feinstaub in die Luft blasen, ist der Ofen ohnehin bald aus. Sie müssen nachgerüstet werden: Seit 2010 verlangt eine Bundesverordnung für jeden Ofen eine Art Unbedenklichkeitserklärung für den Ausstoß von Feinstaub und Kohlenmonoxid. Dies prüfen Schornsteinfeger. Stichtag ist der 1. Januar 2015 für Kachel- und Kaminöfen, die vor dem 31. Dezember 1974 installiert wurden. Ende 2017 folgen Öfen, die bis 1984 gekauft wurden. Zu viel Feinstaub kann zu Entzündungen der Atemwege und Blutgefäßverstopfungen führen. In Deutschland darf ein Grenzwert von 50 Mikrogramm Luft nur an 35 Tagen überschritten werden.

Das Mainzer Umweltministerium nennt die ab 2015 geltenden Vorschriften für Öfen im Internet unter www.mulewf.rlp.de

Rheinland-Pfalz
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