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Koblenz

TuS Koblenz: Dritte Liga ist Geschichte

Nach vier Jahren in der Zweiten Bundesliga und einer Saison in der Dritten Liga steht die TuS Koblenz weiterhin vor einer ungewissen Zukunft. Die 3. Liga ist abgehakt, Ziel ist es jetzt, die Lizenz zumindest für die Regionalliga zu bekommen.

TuS Koblenz, Stadion am Oberwerth.
Leere Ränge am Oberwerth.
Foto: Frey

Koblenz – Nach vier Jahren in der Zweiten Bundesliga und einer Saison in der Dritten Liga steht die TuS Koblenz weiterhin vor einer ungewissen Zukunft.

Nachdem der Verein in den vergangenen Wochen nicht die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die kommende Spielzeit schaffen konnte, haben die Verantwortlichen nun auch Abstand davon genommen, das sogenannte Zulassungsbeschwerdeverfahren beim Deutschen Fußball-Bund fortzuführen. Angesichts einer finanziellen Lücke von mehr als 1,9 Millionen Euro war die Hoffnung auf die Lizenzerteilung ohnehin äußerst gering – der freiwillige Rückzug des Klubs ist somit als Vorgriff auf ein wahrscheinliches Nein des DFB zu verstehen.

Obwohl der Mittelrhein-Verlag dem Verein seine 49 Prozent Anteile an der TuS Koblenz GmbH im Gegenwert von 1,6 Millionen Euro für einen Euro überlassen hatte und bereits seinen finanziellen Beitrag als Hauptsponsor in Höhe von 800 000 Euro für die nächste Saison überwiesen hat, war es dem Verein nicht gelungen, einen angemessenen Drittliga-Etat auf die Beine zu stellen. Und das, obwohl das Unternehmen den Klub nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga in gleichem Umfang wie zuvor unterstützt.

Nun soll der Start in der Regionalliga zum Rettungsanker für die TuS werden. „Uns bietet sich damit die Chance, möglichst viel davon zu bewahren, was in den vergangenen Jahren entstanden ist“, sagt TuS-Präsident Werner Hecker. Spätestens bis zum Freitag sollen die erforderlichen Unterlagen in der Liga-Zentrale in Frankfurt eingereicht werden. Die Entscheidung des Verbands wird für den 20. Juni erwartet.

Ob die Rechnung der Koblenzer aufgeht, ist allerdings längst nicht sicher. „Wir werden erneut eine Bürgschaft benötigen“, appelliert Hecker einmal mehr an die Region, den Verein in dieser existenzbedrohenden Situation zu unterstützen. Wie hoch die vom DFB geforderte Bürgschaft ist, entscheiden die Verbands-Verantwortlichen nach Durchsicht des Zahlenwerks. Die TuS-Chefs wollen einen Etat von rund zwei Millionen Euro auf die Beine stellen.

Angesichts einer Vielzahl von U 23-Teams der Erst- und Zweitligisten sowie der bescheidenen TV-Gelder (90 000 Euro) ist die Regionalliga alles andere als eine attraktive Klasse. Hecker ist dennoch guter Dinge, die TuS eine Etage tiefer neu aufzustellen. „Wir vermeiden dadurch den Sturz ins Bodenlose“, sagt der Klubchef mit Blick auf die Reform in der Saison 2012/13. Die Regionalliga wird dann auf fünf Klassen aufgestockt, möglicherweise gibt es in der nächsten Spielzeit keinen sportlichen Absteiger.

Fest steht: Die TuS müsste in der Regionalliga mit einem komplett neuen Team an den Start gehen. Bis auf wenige Ausnahmen hat kein Spieler einen gültigen Vertrag, vor allem steht der Klub ohne Trainer da. Dass Petrik Sander sein Engagement auf dem Oberwerth verlängert, ist höchst unwahrscheinlich. Hecker hat aber die leise Hoffnung, den 50-Jährigen zum Bleiben zu bewegen: „Er hat noch nicht Nein gesagt.“

Trotz dieser neuen Planspiele wandelt der Verein nach wie vor am Abgrund. Sollte der DFB der TuS keine Lizenz erteilen, sieht es düster aus. Hecker: „Dann müssen wir über eine Insolvenz nachdenken

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