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    RZ vom 11.09.2010: Kinder kommen bald zurück – Deutsche Botschaft informiert Kreisverwaltung

    Sarina Heirapetjan kann hoffen, dass sie ihre im Juni nach Armenien abgeschobenen Kinder Alik und Kristina sowie deren Vater Albert Muradjan in Kaisersesch bald wieder in die Arme schließen kann.

    Cochem-Zell - Sarina Heirapetjan kann hoffen, dass sie ihre im Juni nach Armenien abgeschobenen Kinder Alik und Kristina sowie deren Vater Albert Muradjan in Kaisersesch bald wieder in die Arme schließen kann.

    Die Deutsche Botschaft in Eriwan hat der Kreisverwaltung Cochem-Zell mitgeteilt, dass das armenische Außenministerium beabsichtigt, die Familie nach Deutschland zurückzuschicken.

    Der Aufenthalt von Alik, Kristina und Albert Muradjan ist nicht erwünscht, weil sie offensichtlich eben nicht armenische Staatsbürger sind. Die Familie hatte vor der Abschiebung immer bestritten, aus dem Land zu stammen, in das sie trotz aller Widersprüche ausreisen musste. Die Mutter durfte in Kaisersesch bleiben, weil sie am Morgen der Abschiebung einen Nervenschock erlitt.

    Die Kreisverwaltung hatte sich zur Klärung der Identität der Familie auf die Expertenaussagen der Clearingstelle Rheinland-Pfalz verlassen, die die armenische Staatsbürgerschaft der Familie festgestellt hatte.

    In ihrer jüngsten Pressemitteilung rechtfertigt die Kreisverwaltung erneut die Abschiebung: „Es war ein langjähriges Asylverfahren mit zahlreichen rechtskräftigen Urteilen vorausgegangen." Es habe auch keine erkennbaren Gründe gegeben, an der armenischen Staatsangehörigkeit der Betroffenen zu zweifeln. Zum weiteren Vorgehen teilt die Kreisverwaltung mit, dass die Clearingstelle Rheinland-Pfalz nun „die Rücküberstellung" der Familie nach Deutschland vorbereitet.

    Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt hatte das Vorgehen der Ausländerbehörde mit Hilfe der Clearingstelle als „Identitätsverschleierung" scharf kritisiert. Zur neuen Entwicklung des Schicksals von Albert, Alik und Kristina sagt IGFM-Mitarbeiterin Wanda Wahnsiedler: „Natürlich bin ich erleichtert, aber ich glaube erst an die Rückreise, wenn die Familie im Flugzeug sitzt."

    Insbesondere auf die Clearingstelle ist die Menschenrechtlerin nicht gut zu sprechen: „ Sie war es doch, die es so zurechtgebogen hat, dass die Familie nach Armenien abgeschoben werden konnte." Wanda Wahnsiedler bemängelt auch, dass die Clearingstelle die Geburtsurkunde von Albert Muradjan der Asylakte entnommen habe. Das einzige Originaldokument der Familie, das die wahre Herkunft aus Aserbeidschan beweist, gilt seitdem als „nicht auffindbar". Außerdem seien der Familie bei Ankunft in Armenien keine Heimreisedokumente ausgehändigt worden.

    Mutter Sarina kann die Nachricht kaum fassen. Schluchzend erzählt sie: „Die Deutsche Botschaft hat meinen Mann gebeten, sein Handy nicht auszuschalten."

    Brigitte Meier

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