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    Opa missbraucht jahrelang die eigene Enkelin

    VG Mendig/Mayen. Über einen Zeitraum von sieben Jahren hat ein heute 78-jähriger Mann aus der Verbandsgemeinde Mendig seine Enkelin sexuell missbraucht. Insgesamt wurden 170 Taten angeklagt. Jetzt musste sich der Rentner vor dem Mayener Schöffengericht verantworten.

    Von unserer Mitarbeiterin Katrin Weber

    Als "eigenwillig und verstockt" beschrieb der Verteidiger des 78-Jährigen seinen Mandanten. Erst die sehr emotionale Zeugenaussage seines Sohnes, des Vaters des Opfers, brachte den Rentner dazu, die Taten zu gestehen. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

    Mit drei Jahren startete für das Opfer Martyrium - Vom Opa in den Gartenschuppen gelockt

    Bei den ersten Übergriffen im Jahr 1999 war seine Enkelin gerade einmal drei Jahre alt. Erst sieben Jahre später, nach dem Tod der Großmutter, endete ihr Martyrium. Immer wenn die Eltern arbeiten mussten, blieb das kleine Mädchen zur Aufsicht bei seinen Großeltern. Keiner ahnte, dass das Kind von diesem Zeitpunkt an regelmäßig von seinem Großvater in den Gartenschuppen gelockt wurde, damit der Mann an dem Mädchen und an sich selbst sexuelle Handlungen vornehmen konnte. Das heute 16-jährige Opfer, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, konnte sich nicht mehr genau an alle Vorfälle erinnern. Das Mädchen ging jedoch davon aus, dass diese Dinge etwa zwei- bis viermal pro Monat vorkamen.

    Die Eltern schöpften keinen Verdacht, glaubten, ihr Kind wäre gut bei den Großeltern untergebracht. Erst Jahre später, als ihre Tochter 13 Jahre alt ist, bemerkten sie psychische Auffälligkeiten und dass sie sich selbst verletzte. Eine einfühlsame Befragung durch die Mutter brachte den sexuellen Missbrauch ans Licht.

    Angeklagter: "Nur ein bisschen gespielt."

    Der Vater des Opfers sagte aus, dass er daraufhin sofort seinen Vater zur Rede gestellt habe. "Ich habe ihm gesagt, dass er einmal ehrlich sein soll. Immer hat er in seinem Leben alles so gedreht, dass es für ihn passte", sagte der Vater des Mädchens aufgebracht. Der Angeklagte habe dann mit den Worten "Ich habe nur ein bisschen mit ihr gespielt" die Taten eingeräumt. Dem Vater des Mädchens fiel es sichtlich schwer, diese Worte über die Lippen zu bringen. Immer wieder unterbrach er seine Aussage, um tief durchzuatmen.

    Der 78-Jährige stritt zunächst alles ab. Auch leugnete er, bei der Polizei eine Tat gestanden zu haben. Er ging sogar so weit zu behaupten, seine Unterschrift unter dem Protokoll sei gefälscht. Erst die Aussagen seiner Enkelin, der Schwiegertochter und schließlich die seines Sohnes brachten den 78-Jährigen nach einer Unterredung mit seinem Verteidiger zur Besinnung. Öffentlich gab er die Taten zu und auch, dass der Missbrauch über eine lange Zeit stattgefunden habe. Der Angeklagte entschuldigte sich bei den zahlreich erschienenen Familienangehörigen.

    Für eine Bewährungsstrafe kam dieses Eingeständnis für den Staatsanwalt jedoch zu spät. "Das hätte früher kommen müssen, auch um ihrer Familie und vor allem dem Opfer die Aussage zu ersparen", sagte er in seinem Plädoyer. Hart ins Gericht ging vor allem die Anwältin der Opferfamilie. Sie nannte das Verhalten des 78-Jährigen "perfide", da er dem Mädchen gedroht habe, alles den Eltern zu erzählen, wenn sie sich weigert. "Damit hat er ihr suggeriert, dass sie für die Taten mitverantwortlich ist und ihre Eltern womöglich mit dem Verhalten des Großvaters einverstanden sind. Deshalb hat sie sich auch nicht offenbart", sagte sie.

    Zweieinhalb Jahre Haft - ohne Bewährung

    Der Verteidiger hoffte, aufgrund des hohen Alters seines Mandaten eine Bewährung erwirken zu können. Außerdem gehe von ihm keine Gefahr mehr aus, sagte er. Das Schöffengericht folgte jedoch dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte den Rentner zu zweieinhalb Jahren Haft.

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