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Merxheim

Nach dem Bahnunglück von Monzingen: Der Trauer Raum und Zeit geben

Mit einem ökumenischen Gottesdienst der katholischen wie evangelischen Kirchengemeinden gedenken die Menschen am Mittwoch, 16. September, 19 Uhr, in der evangelischen Kirche Merxheims der fünf jungen Männer, die am Samstagmorgen beim Bahnunglück in Monzingen ums Lebens kamen.

Damit möchten Pfarrer Jörg Ruttloff (Weiler) und Diakon Joachim Höhn (Bad Sobernheim) ein Angebot an alle unterbreiten, die ihre Trauer ein Stück weit verarbeiten wollen. Es geht um Stille und Besinnung und darum, mit seinen Gedanken nicht alleine zu sein. Pfarrer Jörg Ruttloff: „Ein solcher Gedenkgottesdienst ist wichtig, weil wir der Trauer junger und erwachsener Menschen Raum und Zeit geben möchten.“

Es wird darum gebeten, in diesem Gottesdienst weder zu fotografieren noch zu filmen.

Schon am Montagabend, darüber informierte VG-Wehrleiter Lothar Tressel (Monzingen) auf unsere Anfrage, hatten die rund 30 am Samstagmorgen an der Unglücksstelle eingesetzten Aktiven der Feuerwehren Bad Sobernheim und Monzingen im Sobernheimer Gerätehaus zu einem Nachgespräch zusammengefunden, begleitet von Diakon Joachim Höhn. Auch an diesem Abend ging es um die Verarbeitung des Erlebten. Manchmal zeigten sich die seelischen Folgen nach so schweren Einsätzen erst zeitverzögert, so Tressel, der ausdrücklich auch die anderen Kräfte wie DRK, Ärzte, Polizei einschließt. „Auf ein solches Unglück ist niemand vorbereitet, egal, ob ehren- oder hauptamtlich“, weiß der VG-Wehrleiter.

Unterdessen geht der Austausch in sozialen Netzwerken weiter, werden immer wieder Behauptungen, meist ohne Beleg, über die defekte Schranken- und Ampelanlage auf dem Monzinger Bahnübergang aufgestellt. Spekulationen schießen aus dem Boden, fast scheint sich jeder, auch völlig Unbeteiligte, berufen, den Unfall rekonstruieren zu können. Fest steht: Erst Ende September wird das Gutachten über den Verlauf vorliegen, erst dann wird sich die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach zum Unglück im Detail äußern.

Auch die Berichterstattung wird im Internet unter die Lupe genommen. Fazit: Den einen ist es viel zu viel, den anderen viel zu wenig, was da in den vergangenen Tagen in lokalen oder überregionalen Blättern geschrieben wurde. „Denkt immer auch an die Eltern, die Familien, die Mitschüler und Freunde“, so der nachdrückliche telefonische Appell einer Leserbriefschreiberin aus Staudernheim, die sich gestern beim „Oeffentlichen“ zu Wort meldete und „die Medien um Sensibilität“ bat.

Stefan Munzlinger

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