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    Motorradsaison: Das Risiko fährt immer mit

    Es ist das Gefühl von Freiheit, der Rausch der Geschwindigkeit, das Beherrschen der Technik – oder einfach nur das reine Vergnügen, gemütlich auf der Landstraße unterwegs zu sein. Das Hobby Motorradfahren hat viele Facetten.

    Pflegen ihr Hobby – und ihre Maschinen: Steve Gacks (hinten) aus Dierdorf und Eugen Poludov mit ihren Kawasaki ZX6R sind Motorradfahrer mit Leib und Seele. Die Gefährte sind gewienert, die passende Lederkombi gehört dazu.
    Pflegen ihr Hobby – und ihre Maschinen: Steve Gacks (hinten) aus Dierdorf und Eugen Poludov mit ihren Kawasaki ZX6R sind Motorradfahrer mit Leib und Seele. Die Gefährte sind gewienert, die passende Lederkombi gehört dazu.
    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserer Redakteurin Petra Mix

    Allerdings fährt auch die Gefahr immer mit. Das gilt im Grunde für alle motorisierten Zweiräder. Drei Menschen kamen im Jahr 2013 im Kreis Neuwied bei solchen Verkehrsunfällen (insgesamt 204) ums Leben. 128 Kradfahrer wurden verletzt: 38 schwer und 90 leicht. Hauptunfallursache ist überhöhte Geschwindigkeit. Das war bei 36 Unfällen so, wie die Polizeidirektion Neuwied in einer Statistik zusammenfasst.

    Regelmäßig gibt es Kontrollen, das machen alle Polizeidienststellen im Kreis. „Die Kontrollstellen werden anhand der Unfallstatistik und aufgrund der zu erwartenden Frequentierung durch motorisierte Zweiradfahrer ausgewählt“, erklärt Markus Jonas, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeidirektion (PD) Neuwied. Wiedtal, Sayntal und Alteck sind beliebte Strecken: Unfälle gibt es öfter im Bereich der L 255 (Wiedtal), L 257 (zwischen Bad Hönningen und Hausen), L 258 (Alteck), B 42 (Rheinschiene), B 256 (Neuwied-Altenkirchen) und B 413 (Sayntal). Kontrolliert wird, wie der Experte erläutert, an Orten und zu Zeitpunkten, die sich aus der Verkehrsunfallanalyse ergeben. „100 von 204 Unfällen haben sich zwischen 12 und 18 Uhr ereignet“, nennt Jonas ein Beispiel.

    Darüber hinaus gibt es auf Ebene der Polizeidirektion Neuwied eine sogenannte Zweiradkontrollgruppe. Dazu gehören Polizeibeamte, die über spezielles Fachwissen verfügen. Einer von ihnen ist der 46-jährige Polizeioberkommissar André Volk, Bezirksbeamter in Engers, der nicht nur dienstlich, sondern auch privat seit mehr als 20 Jahren begeisterter Motorradfahrer ist. „Aber eher ein gemächlicher“, wie er auf die Frage nach seinem Fahrstil antwortet. Er kann aber nachvollziehen, dass es verlockend ist, schnell zu fahren. „Es ist der besondere Reiz, am Gas zu drehen, und wer eine schnelle Maschine hat, der wird auch dazu verleitet, ganz klar.“

    Volk allerdings ist weit davon entfernt, allen Motorradfahrern Raserei zu unterstellen. Was er im Laufe der Jahre bei den Kontrollen feststellte: „Die Motorradfahrer achten auf ihre Maschinen, die sind in der Regel technisch in Ordnung“, stellt er den Bikern ein gutes Zeugnis aus. Die Atmosphäre bei diesen Kontrollen bezeichnet er als entspannt. „Da kommt es so gut wie nie zu Reibereien oder Problemen, das ist immer sehr angenehm“, berichtet Volk und ergänzt, dass die Zweiradfahrer zum Beispiel nicht wie Autofahrer unter hohem Termindruck stünden. Volk weiß aus Erfahrung, dass die Motorradfahrer „in der Regel sehr verantwortungsbewusst sind, nicht nur auf ihr Gefährt achten, sondern auch die entsprechende Kleidung tragen, weil es einfach dazugehört. Außerdem wissen sie genau, dass es ein Risiko gibt.“ Technische Manipulationen kommen zwar vor, sind aber eher die Ausnahme. „Da sind die Rollerfahrer eindeutig schwieriger“, erläutert der Beamte. Was für ihn wichtig ist: „Motorrad- und Autofahrer müssen Rücksicht aufeinander nehmen, denn nicht jeder Motorradunfall wird auch von einem Motorradfahrer verursacht.“ Laut Statistik (ausgehend von allen motorisierten Zweirädern) sind sie in 57,4 Prozent der Unfälle Hauptverursacher.

    „Es gehört schon sehr viel Leidenschaft dazu, Motorrad zu fahren“, berichtet auch Fahrlehrer Günter Graf, der Bezirksvorsitzende im Verbandsbezirk Neuwied/Altenkirchen des Fahrlehrerverbandes Rheinland. „Mit Angst auf ein Motorrad zu steigen“, sagt er, „ist keinem angeraten.“ Zurzeit stagniert die Anzahl der Anwärter auf den Motorradführerschein allerdings. Der Grund sind veränderte Prüfungsbedingungen und damit verbundene hohe Kosten, wie Graf erklärt. Für den Fahrlehrer steht fest: „Motorradfahren ist immer noch eine Männerdomäne.“ Volk sieht das anders. „Es kommen immer mehr Frauen dazu, zwar mit leichteren Maschinen, aber es gibt sie.“

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