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Koblenz

Mit 3,1 Promille am Steuer: Polizist klagt gegen Rauswurf

Er ist Polizist, fährt aber immer wieder betrunken Auto: Der Beamte (56) wurde von Kollegen mit 3,1 Promille am Steuer erwischt, später mit 1,5 Promille. Beim letzten Vorfall trank er im Dienst und fuhr dann am Vizechef seiner Polizeiwache vorbei – ohne Führerschein, aber mit Dienstwaffe.

Foto: S. Engels – stoc

Jetzt hat der Polizist in Koblenz am Oberverwaltungsgericht, dem höchsten Verwaltungsgericht in Rheinland-Pfalz, gegen seinen Rauswurf geklagt. Er beteuerte im Prozess: „Ich bin kein Alkoholiker!“ Aber der Vertreter der Landespolizei blieb hart: „Wir können uns nicht vorstellen, dass er noch einmal bei uns Dienst macht.“

Der Polizist aus der Pfalz behauptet: Er habe kein Alkoholproblem, sondern leide an depressiven Episoden – Episoden, die manchmal sehr lang dauern. Er sei durch die Trennung von seiner Frau in eine Lebenskrise geraten.

Unstrittig ist, dass der Polizist lange Zeit viel Alkohol trank: Er leerte laut seiner Gesundheitsakte zehn Jahre lang fast täglich zwei Flaschen Wein. Doch als man ihn mit 3,1 Promille am Steuer erwischte, behauptete er, nur eine Flasche Wein getrunken zu haben – was bei diesem Promillewert unmöglich ist.

Die Polizei begründet die Entfernung des Polizisten aus dem Dienst mit vier Punkten: Erstens trank er seit 2004 trotz mehrerer Therapien mehrfach Alkohol. Zweitens verursachte er 2014 einen Unfall, trug eine Regenjacke mit „Polizei“-Aufdruck und versuchte, seine Kollegen bei der Unfallaufnahme zu beeinflussen. Drittens betrank er sich 2015, fuhr Auto, baute mit 3,1 Promille einen Unfall und flüchtete. Viertens betrank er sich 2016 im Dienst und wurde mit 1,5 Promille am Steuer erwischt.

Im Prozess kritisierte der Anwalt des Polizisten, dessen Kollegen hätten ihn 2016 stoppen müssen, bevor er ins Auto stieg: „Sie ließen ihn ins offene Messer laufen!“ Doch der Vertreter der Polizei hielt dagegen: Der Beamte zeige keinerlei Einsicht in seine Fehler und beschönige seine Sucht.

Bereits 2017 klagte der Polizist erfolglos am Verwaltungsgericht in Trier, verlor und legte Berufung ein. Das Oberverwaltungsgericht gibt sein Urteil im Berufungsverfahren in zwei Wochen bekannt.(Az.: 3 A 11721/17.OVG)

Von unserem Chefreporter Hartmut Wagner

Rheinland-Pfalz
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