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    Krebs: Soldat scheitert mit Klage

    Koblenz/Büchel – Er war Radartechniker auf dem Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell), erkrankte 25 Jahre später an Krebs – und verklagte die Bundeswehr auf Schmerzensgeld.

    Koblenz/Büchel – Er war Radartechniker auf dem Fliegerhorst Büchel (Kreis Cochem-Zell), erkrankte 25 Jahre später an Krebs – und verklagte die Bundeswehr auf Schmerzensgeld.

    Jetzt aber hat das Oberlandesgericht Koblenz die Klage des 55-Jährigen aus dem Kreis Ahrweiler abgewiesen. Der Kläger schäumt vor Wut. Unserer Zeitung sagte er: „Hier wird getrickst und getäuscht! Nur weil die Bundeswehr nicht zugeben will, dass sie Fehler gemacht hat.“

    Der Kläger absolvierte ab 1975 in Büchel seinen Wehrdienst als Radartechniker. Sein Vorwurf: Die Bundeswehr wusste, dass die Radargeräte schädliche Strahlen aussandten, aber sie warnte ihn nicht. Wie 750 andere radargeschädigte Ex-Soldaten erhält der Kläger zwar eine monatliche Versorgung von 200 Euro – aber er fordert zusätzlich Schmerzensgeld. Für ihn steht außer Frage, dass die Radargeräte bei ihm Prostata- und Blasenkrebs verursacht haben. Am Landgericht Koblenz forderte der Kläger vergangenes Jahr 100 000 Euro, die Klage wurde abgewiesen. Im Berufungsprozess am Oberlandesgericht reduzierte er seine Forderung auf 1000 Euro, um bei einer Niederlage Prozesskosten zu sparen.

    Darum lehnten die Oberlandesrichter die Klage ab: Der Kläger hat nur Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein früherer Vorgesetzter seine Erkrankungen durch eine vorsätzliche unerlaubte Tat verursacht hat. Der Kläger hätte diesen Vorgesetzten benennen müssen – doch das konnte er nach 35 Jahren nicht mehr. Er kann das Urteil nicht anfechten, das Gericht hat die Revision nicht zugelassen.

    Der 55-Jährige kritisiert das Gericht, weil es ablehnte, seinen früheren Vorgesetzten als Zeugen zu vernehmen: „Ja, dieser Mann hätte auch nicht sagen können, wer für meine Erkrankungen verantwortlich ist. Aber er hätte zumindest aussagen können, dass er auch nicht wusste, wie gefährlich die Radargeräte waren.“

    Von unserem Redakteur Hartmut Wagner

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