Archivierter Artikel vom 01.04.2019, 13:12 Uhr
Neuwied

Segelflugzeuge legten Strecke von Dierdorf nach Neuseeland zurück

Einmal halb um den Erdball im reinen Segelflug, das haben die Piloten des Luftsportvereins Neuwied im vergangenen Jahr geschafft.

Dieses stolze Resumee zog der Verein bei seiner Jahreshauptversammlung für das Sportjahr 2018. Exakt 21.111 Streckenkilometer weist die Bilanz der 13 Piloten für ihre 60 Flüge vom Flugplatz Dierdorf-Wienau aus. Aneinandergelegt hätten die Flüge sie vom Westerwald aus bis nach Neuseeland getragen.

Im weltweit ausgetragenen Online Wettbewerb, in dem alle internationalen Startorte für Streckensegelflüge berücksichtigt werden, hat sich der LSV Neuwied ebenfalls gut geschlagen. Mit 144 Flügen platzierte er sich im vorderen Drittel. Ein paar Piloten waren besonders stark vertreten. Allein 32 Flüge meldete Gerhard Marzinzik, Jens Schulz 21, Andrea Abt 19 und Thorsten Hecken zwölf.

Den größten Flug von Dierdorf-Wienau aus absolvierte Jens Schulz mit 768 Kilometern. Die Eckpunkte für den Dreiecksflug wählte er am Nordostrand des Sauerlands, tief im Saarland an der französischen Grenze und bei Aachen. Wie schnell man auch über Westerwald, Eifel und Hunsrück im Segelflug unterwegs sein kann, zeigte Gerhard Marzinzik mit einem Nachmittagsflug Ende August. Für 328 Kilometer benötigte er weniger als drei Stunden. Obwohl er auf der Strecke immer wieder in Aufwinden kreisen musste, kam über die Distanz eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h zustande.

Auch Flugschüler unternahmen ihre ersten Flüge über Land. Gleich drei absolvierten den wichtigen Navigationsflug über 100 Kilometer als Voraussetzung für die Segelfluglizenz. Fluglehrer Claus Noll wies Günter Koch, Sascha Ittner und Christoph Zickenheiner in die Geheimnisse des Überlandfliegens ein. Christoph Zickenheiner absolvierte danach als Abschluss der Ausbildung – mit 16 Jahren gerade alt genug dafür – die praktische Prüfung zur Lizenz. Mit 14 Jahren hatte er begonnen. Gleich mit 14 Jahren zum Abschluss des ersten Ausbildungsabschnitts kam Till Niebergall im vergangenen Jahr. 35 Flüge reichten ihm, um jetzt den Schuldoppelsitzer ASK 13 im Alleinflug steuern zu können.

Sportliches Segelfliegen heißt im LSV Neuwied Streckenfliegen. Für die Einweisung in die großen raumgreifenden Flüge besitzt der Verein mit dem Doppelsitzer Nimbus 4D ein sehr leistungsfähiges Flugzeug. Dank seiner 26,5 Meter Spannweite gleitet der Nimbus unter idealen Bedingungen aus 1000 Meter Höhe 56 Kilometer weit. Um das zu erleben, stiegen im vergangenen Jahr 16mal Streckenflugneulinge zu Coach Gerhard Marzinzik in Cockpit und lernten auf Flügen bis über 700 Kilometer die Schönheit des Segelfliegens in den Alpen kennen.