Archivierter Artikel vom 25.04.2019, 08:46 Uhr
Neuwied

Mr. Joseph überraschte sein Patenkind in Sri Lanka

Schon mehr als zwei Jahre betreut der Engerser durch seine Mitgliedschaft und Patenschaft im Freundeskreis Neuwied-Matara ein Mädchen in Matara, wo nach dem Tsunami Ende 2004 große Zerstörung zu Tod, Not und Elend geführt hatte.

Achini und die Sonne strahlen um die Wette.

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Achini in Freizeitkleidung statt Schuluniform.

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Besuch und freundlicher Empfang in der kargen Behausung.

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Ein schattiger Platz in der Mittagssonne.

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Josef Busch bei seiner Rundreise auf einem Hochplateau über den Lipton-Teeplantagen.

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Seitdem ist der Freundeskreis dort tätig, hat Schulräume, zwei Internate, eine Vorschule und andere Einrichtungen gebaut und betreut nachhaltig die wirtschaftlich Schwächsten, indem vor allem den Kindern der Schulbesuch, Schulmaterialien, Förderunterricht und so weiter gewährt werden kann. Jährliche Beiträge von mehr als 100 Mitgliedern und 40 Patenschaften machen die nachhaltige und zielgerichtete Unterstützung möglich. Immer wieder sind Vorstandsmitglieder und andere Besucher aus dem Raum Neuwied vor Ort in Matara und können sich von der nutzbringenden Unterstützung und vom Erhalt und der Pflege der gesponserten Gebäude und Mittel überzeugen.

Josef Busch buchte eine Gruppenreise für Ende März und war tief beeindruckt von der Schönheit der Insel, der reichhaltigen Vegetation, der interessanten Tierwelt, der Weite den Indischen Ozeans und den kulturellen Stätten, die ihm Einblick in die Geschichte und Traditionen des früheren Ceylons gaben. Teeplantagen, imposante Wasserfälle, buddhistische Tempel, Reisfelder oder Fischmärkte. Viele wunderschöne Eindrücke, die der Reisende so schnell nicht vergessen wird. Aber am Schluss der Rundreise stand für ihn der Glanzpunkt, nämlich der Besuch seines zwölfjährigen Patenkindes Achini am Anura College in Matara, eine der Projektschulen des Freundeskreises.

Die Zweite Vorsitzende, Edeltrud Pinger, organisierte im Vorfeld den Kontakt über die Schule und einen Englischlehrer, der sich des Gastes aus Neuwied mit der in Sri Lanka üblichen herzlichen Gastfreundschaft annahm. Obwohl es im Vorfeld die Information über Buschs Besuch gab, war die Aufregung und Freude auf beiden Seiten groß. Achini war die Hauptperson des Tages, als plötzlich der Pate aus Deutschland im Klassenraum stand. Mit ein wenig Englisch und der Hilfe des übersetzenden Englischlehrers ins Singhalesische, war der Weg für die Kommunikation geebnet, aber auch freundliche Blicke und liebevolle Gesten wurden schnell verstanden.

Der Besuch in der bescheidenen Hütte, wo Achini mit ihrer Mutter lebt, machte Josef Busch deutlich, dass hier seine Unterstützung bitter nötig ist und auch ankommt. Schon im vergangenen Jahr hatte er seinem Patenkind einen kleinen Schreibtisch und einen Stuhl zukommen lassen, die ihm jetzt ganz stolz gezeigt wurden. Für ein Bett gibt es in dem einzigen Raum keinen Platz, und so werden abends die Sisalmatten auf dem harten Fußboden ausgerollt. Dieser Enge und Armut möchte der Pate aus Deutschland jetzt entgegenwirken und veranlasste sofort den Einkauf von zwei Klappbetten, die ein bequemeres Schlafen erlauben und am Morgen platzsparend zur Seite geräumt werden können. Hinter dem kleinen Häuschen wäre noch Platz, um einen weiteren Raum anzubauen und somit ein weiteres Zimmer möglich zu machen, vielleicht ein richtiges Schlaf- und Arbeitszimmer für Achini?

Josef Busch berichtete am letzten Tag dieser Reise direkt nach dem Besuch in Matara seinen Mitreisenden im Hotel von seinen Erlebnissen, die ihn seitdem umtreiben. Spontan ergab sich eine Kollekte, bei der man ihm gerne die restlichen Rupien überließ, die sich noch in den Geldbörsen befand. Das Startkapital für den kleinen Anbau ist erbracht. Edeltrud Pinger, die im Juni zu ihrer 18. Reise nach Matara aufbricht, wird im Vorfeld mit Koordinatoren vor Ort die notwendigen Planungen und Vorarbeiten auf den Weg bringen und bei ihrem Besuch in einigen Wochen kommen dann die „Nägel mit Köpfen“.

Für Herrn Busch waren die stille Dankbarkeit der Mutter, ihr freundliches Lächeln und die leuchtenden Augen seines Patenkindes Achini der größte Lohn und bleiben die wertvollste Erinnerung. Im nächsten Jahr, nach seinem runden Geburtstag im Frühjahr 2020, den er ordentlich feiern und sich dann auch reich beschenken lassen möchte – allerdings nur mit Spenden zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation seines Patenkindes – plant er seine zweite Reise nach Matara, um selbst zu sehen, dass es seinem Schützling besser geht. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich für die junge Achini nach ihrem Schulabschluss auch mal ein Besuch bei ihrem „sudu uncle“, dem weißen Onkel, in Deutschland.

Mehr Informationen zur Freundeskreisarbeit auf der Internetseite unter www.tsunami-kinder-matara.de.

Der Freundeskreis freut sich über jede kleine, oder gerne auch größere, Unterstützung der Arbeit in Matara – natürlich gegen Spendenbestätigung – unter IBAN: DE58 57450120 00 3004 1800.