Metternich

Goldene Einschulung an der Grundschule Rohrerhof

Das hat die Grundschule Rohrerhof seit ihrer Gründung im Jahr 1900 noch nicht erlebt.

Foto: privat

Kürzlich herrschte reges Treiben auf dem Schulhof. Was war passiert? 50 Jahre nach ihrer Einschulung im Sommer 1971 fanden sich 19 ehemalige ABC-Schützen auf dem Schulgelände ein. Sie alle waren dem Aufruf für ein Treffen der ehemaligen Klasse 1 c gefolgt, wobei selbst die Anreise aus Paris offenbar nicht zu aufwändig war.

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Und so wurde um 11 Uhr auf dem Schulhof nach großem „Hallo“ beim Wieder- oder auch Nichterkennen mit Sekt und Brezeln vor einer Tafel mit Klassenfotos aus jener Zeit angestoßen. Vorbereitete Namens-Aufkleber waren schnell nicht mehr vonnöten. Die aktuelle Rektorin, Frau Schmitt, begrüßte die ehemaligen Schüler und stellte die Schule vor. Nach dem obligaten Gruppenfoto vor dem Schulportal ermöglichte sie den Zugang zum ehemaligen Klassenraum. Hier kamen schnell die Erinnerungen an die damalige Zeit und die hoch geschätzte Klassenlehrerin Frau Bartoszek auf, die 2011 im 100. Lebensjahr verstarb.

Wie der Schulkalender zum 100-jährigen Jubiläum der Grundschule berichtet, verteilten sich im Schuljahr 1971/72 insgesamt 321 Kinder der Baby-Boomer Jahrgänge auf zehn Klassen. Heute, ein halbes Jahrhundert später, besuchen 112 Schüler das unter Denkmalschutz stehende Schulgebäude.

Nach ausführlichen Gesprächen, einem blumigen Dankeschön an Frau Schmitt, dem Austausch von Anekdoten und einem Spaziergang im Umfeld der Schule erwartete die Ehemaligen dann am Nachmittag eine zweistündige informative Stadtführung durch Koblenz. Hierbei sahen die aktuellen und ehemaligen Schängelchen ihre Heimatstadt mitunter mit ganz anderen Augen. Vielen etwa war noch nie das Abbild der Göttin der Hygiene an einem Giebel der Altstadt aufgefallen. „Kopf hoch“ – ein universeller Ratschlag eben in allen Lebenslagen. Den Tag beschlossen die Jubilare am Abend in fröhlicher Runde im Weinhaus Schwaab an der Mosel, wo bereits die damalige Sportlehrerin, Frau Steppling, wartete. Sie treibt heute noch Sport und hatte den Grundschülern damals in der Halle des angrenzenden Haus der offenen Tür, besser bekannt als HoT, die Rolle vorwärts und andere Elemente des Bodenturnens beigebracht.

In nostalgischer Rückschau, bei Geschichten aus der Jetzt-Zeit und unter häufigem Gelächter verging die Zeit wie im Fluge. „Die Erinnerung“, heißt es von Jean Paul, „ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Und so ging ein langer und stimmungsvoller Tag gegen Mitternacht zu Ende, an dem in Zeiten von G-Regeln Geselligkeit, Genuss, Gelingen und gute Laune ganz hoch im Kurs standen. Im Jahr 2025 feiert die Grundschule ihr 125-jähriges Bestehen und die Ehemaligen ihre goldene Schulentlassung im Jahr 1975. Eigentlich ein schöner Anlass für ein Wiedersehen.