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    Montabaur

    Wegen Denkmalschutz: Kapellensanierung gerät zur Hängepartie

    Die Sanierung einer kleinen Kapelle unweit des Montabaurer ICE-Bahnhofs entwickelt sich zu einer Hängepartie mit immer höheren Kosten. Etwa 20.000 Euro wurden dank der großzügigen Unterstützung eines privaten Spenders bereits in Gutachten investiert, doch noch immer gibt es keine endgültige Einigung darüber, was an der Wegekapelle in Allmannshausen restauriert werden muss und was nicht. Knackpunkt sind abweichende Vorstellungen der Landesdenkmalpflege in Mainz und der Westerwälder Akteure, wie das nur etwa 15 Quadratmeter große Gebetshaus künftig im Inneren aussehen soll.

    Foto: Thorsten Ferdina

    Die kleine Kapelle an der Staudter Straße wurde im Jahr 1893 eingeweiht und steht heute unter Denkmalschutz. Viele Westerwälder verbinden Erinnerungen mit dem Kapellchen. Seit einigen Monaten allerdings wirkt sein Zustand alles andere als einladend. Der Innenraum ist leer, und es sind Arbeitsspuren zu sehen. Ein Baufortschritt lässt sich schon länger nicht erkennen.

    Grund für die Verzögerung: Die Landesdenkmalpflege in Mainz möchte, dass der Innenraum des Kapellchens möglichst im Originalzustand wieder hergestellt wird. Der private Investor und die zuständigen Behörden im Westerwald halten diese Auflagen jedoch teilweise für unverhältnismäßig und auch optisch für nicht optimal. Unter anderem geht es dabei um eine vergitterte Tür im Innenraum, die den Altarraum vom Andachtsraum trennte. Würde diese Tür restauriert und wieder eingebaut, so wäre der Blick auf die Marienfigur blockiert. So war es wohl im ursprünglichen Zustand der Kapelle, den Bedürfnissen der heutigen Besucher entspricht dies aber nach Auffassung der Westerwälder aber nicht mehr. Weiterhin befand sich an der Wand hinter der Marienstatue einst eine Malerei. Die Landesdenkmalpflege würde es am liebsten sehen, wenn diese wieder hergestellt würde. Die hohen Kosten hierfür möchte der private Spender aber nicht tragen. Als Kompromiss soll nun eine Wandfarbe gewählt werden, die zur Kapelle passt, sofern sich diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder rückstandslos entfernen ließe. Damit würde die Option, die Wandmalerei irgendwann doch noch zu restaurieren, zumindest theoretisch erhalten bleiben. Doch in diesem Fall zeigen sich die beauftragten Handwerker skeptisch. Eine derartige Farbe sei für eine offene Kapelle, die Witterungseinflüssen ausgesetzt ist, nicht geeignet, heißt es. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Farbe rasch löse. Man übernehme deshalb keine Garantie.

    Nicht zuletzt wird darüber diskutiert, ob die Möbel aus der Kapelle restauriert oder ersetzt werden. Es handelt sich dabei unter anderem um eher einfache Bänke. Doch auch hier verweist die Landesbehörde auf den Denkmalschutzstatus. Eine Einigung wurde bislang auch dadurch erschwert, dass es keine Aufnahmen der Kapelle im ursprünglichen Zustand gibt. Ob zum Beispiel die Möbel von Anfang an vorhanden waren oder ob sie später ergänzt wurden, können selbst Gutachter nicht zweifelsfrei klären. Sie können dazu lediglich eine fachliche Einschätzung abgeben.

    Inzwischen gab es bereits drei Ortstermine mit der Landesdenkmalpflege, und es wurden 120 Seiten Gutachten gefertigt. Zwei Drittel der ursprünglich zur Verfügung gestellten Spendensumme wurden schon verbraucht, und mit nur noch 10.000 Euro wird sich die ausstehende Sanierung voraussichtlich nicht finanzieren lassen. Im Montabaurer Stadtrat sorgte diese Nachricht unlängst für ungläubiges Kopfschütteln. Mehrere Kommunalpolitiker brachten ihr Unverständnis über die hohen Auflagen zum Ausdruck, zumal es keine Fördergelder für das Projekt gibt. Der Spender indes zeigt sogar Verständnis für das Vorgehen der Behörde: Aus Sicht der Denkmalschützer seien die Forderungen womöglich sogar nachvollziehbar, sagt er. Gleichwohl stelle sich die Frage, ob man von einem privaten Spender erwarten könne, dass er 50.000 Euro ausgibt, um ein Ergebnis zu erhalten, das den Bedürfnissen der heutigen Zeit nicht mehr entspricht. Die Kapelle sollte aus seiner Sicht vor allem ein Ort der Andacht und der Einkehr für Gläubige sein. „Da müssen wir irgendwie auf einen Nenner kommen“, sagt der Spender, der weiter auf einen baldigen Kompromiss mit der Denkmalpflege hofft, damit die Kapelle zu ihrem 125-jährigen Bestehen im Jahr 2018 doch noch in neuem Glanz erstrahlt.

    Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

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