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Westerburg/Salz

Waldfrevel in Salz: Verdächtiger freigesprochen

Angela Baumeier

Freispruch für den Angeklagten: So endete ein Prozess am Amtsgericht Westerburg, bei dem ein Landwirt aus dem Westerwald angeklagt war, von Mai bis Ende Oktober 2016 mehrfach Bäume in einem Privatwald in der Gemarkung Salz beschädigt zu haben.

Die Eigentümer des betroffenen Waldstückes in der Gemarkung Salz hatten schockiert feststellen müssen, dass auf etwa einem Drittel der Fläche ihres Waldstückes sämtliche Fichten systematisch beschädigt worden waren. Sie hatten Anzeige erstattet und zudem eine Belohnung ausgelobt, um Hinweise auf den Täter zu erhalten. Vergeblich.
Die Eigentümer des betroffenen Waldstückes in der Gemarkung Salz hatten schockiert feststellen müssen, dass auf etwa einem Drittel der Fläche ihres Waldstückes sämtliche Fichten systematisch beschädigt worden waren. Sie hatten Anzeige erstattet und zudem eine Belohnung ausgelobt, um Hinweise auf den Täter zu erhalten. Vergeblich.
Foto: privat

„Es ist schade, dass kein Täter ermittelt werden konnte“, stellte Richter Hans Helmut Strüder nach der Urteilsverkündung fest. „Es gibt heute viele, viele Fälle von sinnloser Zerstörungswut. Das hat in letzter Zeit erheblich zugenommen“, bedauerte er. In seinem Urteil folgte er dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Und darum ging es in diesem Fall: In dem Privatwald, der einer Erbengemeinschaft gehört, wurden vor zwei Jahren insgesamt zwischen 350 bis 400 Fichten so schwer beschädigt, dass diese abstarben (die WZ berichtete von diesem Waldfrevel). Die Eigentümer des betroffenen Waldstückes hatten Ende Oktober vergangenen Jahres schockiert feststellen müssen, dass auf etwa einem Drittel der Fläche ihres Waldstückes sämtliche Fichten systematisch beschädigt worden waren. Etwa fünf bis zehn Zentimeter, über dem Boden beginnend bis in eine Höhe von rund 60 Zentimetern, wurde die Rinde jeweils größtenteils abgeschält. Der Schaden beläuft sich auf rund 16.000 Euro. Ein Zeuge bestätigte nun vor Gericht den Totalschaden an den Bäumen: Die Fichten seien erledigt, weil keine Nährstoffversorgung nach oben mehr stattfinde. Eindeutig stamme so ein Schaden von Menschenhand.

Bei einer polizeilichen Hausdurchsuchung, die bei dem Angeklagten im Juni 2017 stattfand, wurde nichts gefunden, was den Mann belastet hätte, diese Straftat begangen zu haben. Ein als Zeuge geladener Polizist erklärte, dass der Angeklagte bis zu diesem Zeitpunkt offenbar nichts von der Anzeige wegen Sachbeschädigung wusste. Wie zwei Zeugen, die Teil der Erbengemeinschaft sind, aussagten, hatte der Angeklagte mehrfach Kaufinteresse an dem Waldgrundstück bekundet. Das hätten sie abgelehnt, da sie den Wald nicht veräußern wollen. Sie berichteten von weiteren Vorfällen: So habe der Angeklagte nach der Kaufabsage leicht brennbare Strohballen an den Waldrand gelegt. Die Erbengemeinschaft brachte im Wald nach diesem Vorfall drei Wildkameras an, die später „verschwanden“. Aufzeichnungen zeigen den Angeklagten gemeinsam mit zwei weiteren Männern in dem Privatwald. Er habe einen Mitarbeiter einer Baumschule gebeten, den Wert des Waldes zu schätzen, da er noch immer an einem Kauf interessiert gewesen sei, erklärte der Verteidiger für seinen Mandanten. Wer der andere, auf den Aufzeichnungen sichtbare Mann gewesen war, konnte nicht geklärt werden.

„Es bleibt der Verdacht, dass der Angeklagte für die Tat verantwortlich sein könnte“, stellte die Staatsanwaltschaft fest. Aber das reiche nicht, ein Tatnachweis sei mit Sicherheit nicht möglich. Deshalb sei der Angeklagte freizusprechen. „Außer Vermutungen ist nichts gewesen“, stellte der Verteidiger fest und sprach von einem Verfahren, das auf einer Mixtur von unhaltbaren Vermutungen und Dorftratsch beruhe. Richter Hans Helmut Strüder betonte abschließend: Die Bemühungen der Erbengemeinschaft, den Waldfrevel selbst aufzuklären, seien ehrenhaft – sie hatten sich an die Öffentlichkeit gewandt, eine Belohnung für Hinweise ausgelobt, die zum Täter führen würden –, doch leider ohne Erfolg geblieben. Offen bleibt, wer die Bäume schädigte, Augenzeugen gibt es nicht. Der Waldfrevel bleibt bis heute ungesühnt.

Von unserer Reporterin Angela Baumeier

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