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Vier Westerwälder radeln für guten Zweck durch Frankreich

Westerwald – Aufs Rad und ab durch Frankreich. Vier junge Männer aus dem Westerwaldkreis tun für sich und andere etwas Gutes und starten am Montag in aller Frühe zu ihrer Tour 3333 entlang der Tour-de-France-Route des vergangenen Jahres durch.

Nicht immer hatten die Radler freie Fahrt. Hin- und wieder gab es auch amüsante Unterbrechungen im Trainingsablauf.
Nicht immer hatten die Radler freie Fahrt. Hin- und wieder gab es auch amüsante Unterbrechungen im Trainingsablauf.

Von unserer Redakteurin Susanne Willke

Sie machen sich auf den Weg für einen guten Zweck (von links): Marcel Gläßer, Christian Klapthor, Adrian Szary und Fabian Hering.
Sie machen sich auf den Weg für einen guten Zweck (von links): Marcel Gläßer, Christian Klapthor, Adrian Szary und Fabian Hering.

Mehr als 3333 Kilometer in 28 Tagen ist das gemeinsame Ziel von Adrian Szary (24), Marcel Gläßer (26), Fabian Hering (26) und Christian Klapthor (30). Seit Beginn des Jahres planen sie die Benefiztour, die nicht nur eine sportliche, sondern auch eine logistische Herausforderung ist. Aber schließlich haben sie sich ein wichtiges Ziel gesteckt: Sie wollen drei regionale Projekte unterstützen, die Kindern und Jugendlichen den Zugang zum Sport sowie zur Gemeinschaft ermöglichen. Mit ihren bisherigen Aktionen konnten sie bereits 17 000 Euro sammeln, die zu 100 Prozent in diese Projekte fließen werden. Viele Monate der Vorbereitung liegen hinter den vier Freunden. Jetzt machen sie sich auf den Weg mit sechs Fahrrädern sowie einem Wohnmobil und wollen in einer Art Staffeltour 3333 Rennradkilometer hinter sich bringen – mit dem Wunsch, 3 Euro pro Rennradkilometer für einen guten Zweck einzunehmen. Mit dem Erlös sollen das ambulante Kinderhospiz in Koblenz, die Kinder- und Jugendhilfe Arenberg und das Haus der Jugend Montabaur unterstützt werden.

Entstanden ist die Idee im Jahr 2011, nachdem Marcel Gläßer einen schweren Autounfall überlebt hatte. Er lag im Krankenhaus und suchte nach Motivation und Hoffnung, nach einer sportlichen Herausforderung, die Gemeinschaft und Dankbarkeit gleichzeitig zum Ausdruck bringen konnte. Was lag da näher als der Radsport? Bei seinen sportbegeisterten Freunden rannte er damit offene Türen ein. Es folgte eine Findungsphase, in der Grundüberlegungen geklärt werden mussten: Was lässt sich aus der Idee machen? Ist das zu schaffen? Was ist mit Kosten und Logistik? Ein Schritt ergab den nächsten. So hatten die Vier bald Sponsoren im Boot. Dazu gehört unter anderem die Firma Canyon, die Profifahrräder für die Strecke zur Verfügung stellt. Dazu gehört aber auch die Münz-Sportstiftung, die Trikots spendiert sowie die Verwaltungskosten der Aktion trägt. Auf diese Weise können sämtliche Spenden zu 100 Prozent für die Projekte eingesetzt werden. Und das liegt den vier Westerwäldern besonders am Herzen. Ein Grund, warum sie den Streckenverlauf der ursprünglichen 100. Tour de France aus dem Jahr 2013 verändert haben.

Um unnötige Kosten zu vermeiden, haben sie die Etappenreihenfolge ökonomisch sortiert, ohne die originale Start- und Zielorte jedes Streckenteilabschnittes zu verändern. Und sie kommen ohne Transferflüge aus. „Wir wollen möglichst wenig Zeit und Geld vergeuden", sagt Marcel Gläßer. Sie reisen in einem Wohnmobil, in dem sie nicht nur Räder und Ersatzmaterial unterbringen. Das Gefährt dient auch als Unterkunft und Versorgungsstützpunkt. Während immer mindestens einer der Vier die Strecke auf dem Rad zurücklegt, fahren die anderen mit dem Wohnmobil. Die Radtour wird so zu einer Art Staffellauf. Fast acht Monate haben Adrian Szary, Marcel Gläßer, Fabian Hering und Christian Klapthor sich auf ihr Unternehmen vorbereitet. Nach einem streng durchgetakteten Trainingsplan hat jeder 3000 Kilometer Trainingstour hinter sich. Mal waren sie gemeinsam unterwegs, mal jeder für sich. Immer so, wie es gerade passte. Nebenbei gab es viel zu organisieren, besonders Fabian Hering, der beruflich viel unterwegs war, galt das Lob der Gruppe. Denn er ließ sich trotz Hausbau und zeitraubendem Job nicht von der Organisation abhalten. Nicht zuletzt galt und gilt es immer noch, die Menschen auf ihre Aktion aufmerksam zu machen.

„Unser Wunsch ist es, nicht am Jahresende mit der Aktion aufzuhören", sagt Christian Klapthor, „wir wollen vielmehr eine gewisse Nachhaltigkeit erreichen." So habe sich zum Beispiel auch schon die Lottostiftung begeistert über das Projekt geäußert. „Es soll eine Marke werden", ergänzt Adrian Szary. In der Region werde bereits sehr viel für Jugendliche getan. Das sei beachtlich und habe die vier Männer in ihrem Vorhaben bestärkt, weiterzumachen. Wie ansteckend die Aktion der vier Westerwälder ist, zeigt schon jetzt das Schulprojekt 3333 der Theodor-Heuss-Realschule plus in Wirges. Alle Schüler wollen dort am 19. September zu einem Sponsorenlauf starten. Die Hälfte der Spenden soll in das Benefizprojekt Tour 3333 fließen.

Mehr zur Tour 3333 unter www.tour3333.org oder bei Facebook

Montabaur Hachenburg
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