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    Montabaur

    Nachfolgerdebatte: Querelen vor Wahl des Montabaurer VG-Chefs

    Wer wird am 1. Januar 2018 Nachfolger von Edmund Schaaf (CDU) als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur? Hinter den Kulissen gibt es offenbar Querelen, wie aus verschiedenen kommunalen Gremien zu hören ist.

     

    Foto: Susanne Willke

    Von unserer Redakteurin Susanne Wilke

    Die Suche nach einem parteiübergreifenden Kandidaten ist nach Informationen unserer Zeitung gescheitert. Jetzt deutet Vieles auf eine Kampfkandidatur hin. Doch der Reihe nach: Nachdem der Amtsinhaber im vergangenen Herbst bekannt gegeben hatte, dass er nicht mehr für den Posten kandidieren wird, läuft die Nachfolgerdebatte überwiegend im Hintergrund. Bis Anfang August: Zu diesem Zeitpunkt haben 16 der 25 Ortsbürgermeister innerhalb der VG ihrem Favoriten, dem ersten Beigeordneten Andree Stein (CDU), einen Brief geschrieben, indem sie ihn auffordern, sich doch zur Wahl zu stellen. Unterschrieben ist er nicht nur von CDU-Parteimitgliedern, sondern auch von Vertretern der SPD und der FWG.

    Nach WZ-Informationen hätte die SPD zugunsten von Andree Stein sogar auf einen eigenen Kandidaten verzichtet. „Wir 16 finden, dass Andree Stein geeignet ist“, sagt Norbert Blath (FWG), „er wäre eigentlich der geborene Nachfolger des von mir ebenfalls sehr geschätzten Amtsinhabers Edmund Schaaf. Ich bin jetzt im 23. Jahr Ortsbürgermeister von Eitelborn und arbeite seit 15 Jahren sehr gut mit Herrn Stein zusammen. Er ist nicht nur fachlich versiert, sondern darüber hinaus ein ausgesprochen angenehmer und umgänglicher Mensch, der sowohl in der Bevölkerung als auch parteiübergreifend Akzeptanz erfährt.“

    Andree Stein allerdings hatte sich bereits im Februar dazu entschlossen, wieder als Erster Beigeordneter zu kandidieren. Dafür habe die CDU ihm volle Unterstützung zugesagt. Er selber begründet diese Kandidatur unter anderem damit, dass er nur noch für eine Amtsperiode von acht Jahren zur Verfügung steht. „Ich hätte es mir auf jeden Fall zugetraut“, lautet seine Antwort auf die Frage nach der Bürgermeisterkandidatur. Den Brief der Bürgermeister sieht er als besondere Anerkennung für seine Arbeit: „Der ist besser als jedes gute Zeugnis.“ Die 16 Bürgermeister glauben, dass Stein zu diesem Schritt gedrängt worden ist. Es sei bekannt, dass das Verhältnis zwischen dem Bürgermeister und seinem Beigeordneten „erkaltet“ ist. Edmund Schaaf treibe ein „ungutes Spiel“ mit Andree Stein, das „nicht in Ordnung“ sei, verlautet es aus den Reihen der 16. Und die, so heißt es weiter, hätten von Schaaf „einen auf die Hörner“ bekommen, weil sie sich in dem Brief für Stein starkmachen.

    Foto: Hans-Peter Metternich

    Edmund Schaaf hingegen schreibt auf Anfrage der WZ, er kenne den Brief nur vom „Hörensagen“. Und weiter: „Herr Erster Beigeordneter Stein hat wiederholt erklärt, er wolle sich um seine Wiederwahl als Erster Beigeordneter bemühen, und nicht als Bürgermeister kandidieren. Das hat er jüngst noch einmal bestätigt.“ Überrascht zeigen sich auch die CDU-Vertreter Michael Jubl und Wolfgang Neutz, sei doch bereits im April ein Schreiben an alle CDU-Mitglieder verschickt worden mit der Aufforderung, mögliche Bürgermeisterkandidaten zu benennen. Andree Stein sei damals nicht ins Spiel gebracht worden. Vier Vorschläge habe die Findungskommission, zu der auch Stein gehörte, bekommen und aufgrund von konkreten Bewertungskriterien zwei Kandidaten in die engere Wahl genommen. Sie würden nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

    In die Sache kommt Bewegung: Der CDU-Gemeindeverband Montabaur will in einer Mitgliederversammlung am Freitag, 16. September, um 19 Uhr in der Niederelberter Elberthalle Patrick Brach, Ortsbürgermeister in Nomborn, und Hans Ulrich Richter-Hopprich, Kreisverwaltungsrat, als Favoriten präsentieren. Zu diesem Ergebnis, so Neutz, sei die Kommission Anfang Juli gekommen. Noch aber ist der Ausgang offen. Weitere Bewerber können während der Versammlung benannt werden oder sich am öffentlichen Ausschreibungsverfahren beteiligen. Die SPD zeigt sich mit dieser Auswahl nicht zufrieden. „Andree Stein wäre ein geeigneter Kandidat gewesen. „Wenn aber die genannten CDU-Kandidaten eine Mehrheit bekommen“, sagt Udo Schöfer (SPD), „befindet sich die SPD im Findungsprozess, einen möglichen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.“ Namen wollte Schöfer noch nicht nennen, nur soviel: „Das ist in Arbeit.“

     

    Kommentar

    Logische Schlussfolge missachtet

    Susanne Wilke zur Wahl des Bürgermeisters

    Irgendwas scheint faul zu sein im Staate Montabaur, wenn sich 16 von 25 Ortsbürgermeistern verschiedener politischer Couleur zusammentun, um einen CDU-Mann per Bittschreiben in die Wahl zum neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Montabaur zu heben. Und wäre es nicht die logische Schlussfolge, dem langjährigen Ersten Beigeordneten zumindest diese Möglichkeit zu eröffnen?

    Die Tatsache, dass die Favoriten schon seit Anfang Juli inoffiziell bekannt sind, aber erst Mitte September öffentlich gemacht werden, wirft kein gutes Licht auf die von der CDU propagierte Transparenz. Warum wird nicht von vornherein Öffentlichkeit hergestellt? Soll möglicher Widerstand kurz gehalten werden? Warum stellt sich der amtierende Bürgermeister nicht hinter seinen Beigeordneten, der ihm seit 15 Jahren zur Seite steht? Fragen, die für Außenstehende kaum zu beantworten sind, die aber im Raume wabern und den demokratischen Gedanken – ganz öffentlich – vergiften.

    E-Mail: susanne.willke@rhein-zeitung.net

    Montabaur Hachenburg
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