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    Wirges

    Nach dem Tod: Wirges bietet Memoriam Garten

    Nach gut zwei Jahren Diskussion und Vorbereitungszeit hat die Stadt Wirges jetzt einen Memoriam-Garten. Der auf dem Südfriedhof angelegte Garten ist bis auf einen kleinen Bachlauf mit Wasserspiel fertig und soll am 6. Oktober offiziell eingeweiht und eingesegnet werden. Dann können hier die ersten Bestattungen erfolgen.

    Der Memoriam-Garten auf dem Wirgeser Südfriedhof ist nun (fast) fertig. Der neue Friedhofspark soll am 6. Oktober eingeweiht und eingesegnet werden. dann sind hier die ersten Bestattungen im Urnen-, Erd- oder Gemeinschaftsgrab möglich.  Foto: Stephanie Kühr
    Der Memoriam-Garten auf dem Wirgeser Südfriedhof ist nun (fast) fertig. Der neue Friedhofspark soll am 6. Oktober eingeweiht und eingesegnet werden. dann sind hier die ersten Bestattungen im Urnen-, Erd- oder Gemeinschaftsgrab möglich.
    Foto: Stephanie Kühr

    Das hat die für das Friedhofswesen zuständige Erste Beigeordnete Waltraud Klein im WZ-Gespräch bestätigt. Der Stadtrat von Wirges hat in seiner jüngsten Sitzung die Friedhofssatzung entsprechend abgeändert. Damit folgt die Stadt Wirges dem Beispiel der Gemeinden Freilingen, Herschbach/Oww., Girkenroth, Steinefrenz, Wallmerod und Weroth und bietet als nunmehr siebte Gemeinde im Westerwaldkreis ihren Bürgern diese Begräbnisform an.

    Wie ein kleiner Park liegt der Wirgeser Memoriam-Garten in zentraler Lage des Friedhofs auf einer etwa 220 Quadratmeter großen Fläche zwischen der Kirchenglocke und dem Ehrenmal. Die Beete haben geschwungene Pflastersteineinfassungen, kleine Wege schlängeln sich durch die gepflegte und sorgsam mit Alpenveilchen, Wacholder, Heide, Purpurglöckchen, Rhododendren und Muschelzypressen bepflanzte Anlage, eine Steinbank bietet Gelegenheit zum Ausruhen. Basaltstelen zieren das Ensemble des Friedhofsparks. Eine hölzerne Skulptur spendet in der Dämmerung dank einer Solarleuchte Licht. Der Memoriam-Garten ist ein kleiner Friedhof im Friedhof. Die einzelnen Grabstätten sind zwar namentlich gekennzeichnet, aber in Gemeinschaftsbeeten zusammengelegt. Dadurch wird die traditionell auf Friedhöfen übliche Abgrenzung zwischen den einzelnen Grabfeldern aufgehoben und durch große, gemeinsame Beete ersetzt.

    Die immergrüne Parklandschaft umfasst in Wirges insgesamt 119 Grabstätten. „Die wenigsten können sich vorstellen, dass der Garten Platz für so viele Gräber bietet, aber er ist größer als man denkt“, sagt Waltraud Klein. In der Tat ist hier ausreichend Raum für 110 Urnengräber sowie neun Erdbestattungsplätze. Neben Einzelurnengräbern gibt es Partnerurnengräber sowie Urnengräber im Gemeinschaftsfeld mit einem gemeinsamen Gedenkstein, auf dem die Namen der Verstorbenen verewigt werden. Die Grabstätten dürfen mit zierlichen Natursteinstelen oder mit Grabtafeln, auf denen ebenfalls Name und Geburts- und Sterbedaten der Toten vermerkt werden, versehen werden. „Große Grabsteine können hier nicht aufgestellt werden“, erläutert Waltraud Klein. Denn die Grabmale sollen sich harmonisch in das Landschaftsbild einfügen. Individuelle Wünsche der Angehörigen, etwa bei der Bepflanzung, werden aber berücksichtigt, betont Klein.

    Das Team von Blumen Pörtner aus Wallmerod hat den Memoriam-Garten angelegt und wird weiterhin die Pflege des Gartens übernehmen. Damit müssen sich weder die Kommune noch die Angehörigen um die Grabanlage kümmern. Das Wallmeroder Unternehmen ist Mitglied in der Genossenschaft der Friedhofsgärtner im Lande Rheinland-Pfalz und hat die rund 30.000 Euro teure Anlage des Gartens vorfinanziert. Wer im Memoriam-Garten in Wirges bestattet werden möchte, schließt zu Lebzeiten über den Gärtnermeister einen Vorsorgevertrag mit der Genossenschaft der Friedhofsgärtner ab; Hinterbliebene können entsprechend nach dem Tod eines Angehörigen einen Dauergrabpflegevertrag unterschreiben. Das Geld für die Grabpflege ist bei Vertragsabschluss einmalig an die Genossenschaft zu entrichten und wird von dieser treuhänderisch für die Dauer der Ruhefrist – in Wirges sind das 25 Jahre für Urnengräber und 30 Jahre für Erdbestattungen – verwaltet.

    Dadurch ist gewährleistet, dass die Grabstätte gepflegt wird, auch wenn der Friedhofsgärtner beispielsweise infolge einer Betriebsaufgabe ausfallen sollte. Das Geld ist bei der Genossenschaft sicher angelegt, auch die Pflegekassen oder Angehörige haben hierauf keinen Zugriff. Im Falle von Wirges stehen die einmalige Kosten für Entstehung, Gedenkstein, Pflege und Abräumen der Grabstätte fest: Sie betragen für eine Grabstätte im Gemeinschaftsgrabfeld 1995 Euro, bei einem Urnenreihengrab ab 2993 Euro, bei einem Urnenpartnergrab ab 4992 Euro und bei einem Erdreihengrab ab 6993 Euro, erläutert Wolfgang Pörtner. Die Nutzungsrechte für die Grabstätten werden zudem wie gehabt bei der Kommune erworben.

    Von unserer Redakteurin Stephanie Kühr

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