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Westerwaldkreis

Kommunen verdienen Geld mit Köppelturm

Der optisch verkommene Aussichtsturm auf dem Köppel ist für den Westerwaldkreis und die Ortsgemeinde Moschheim finanziell durchaus lukrativ. Die beiden Kommunen erzielen zusammen mehr als 20.000 Euro an Einnahmen pro Jahr mit dem Bauwerk.

Foto: Thorsten Ferdina

Von unserem Redakteur Thorsten Ferdinand

Der Löwenanteil wird durch die Vermietung an Mobilfunkanbieter und an die Polizei erwirtschaftet. Ein vergleichsweise geringer Betrag entfällt auf die Eintrittsgelder für die Aussichtsplattform (circa 1500 Euro pro Jahr).

Diese Einnahmen fließen allerdings nicht in vollem Umfang als Gewinn in die Haushalte. Der Westerwaldkreis etwa beziffert seine Ausgaben für Bauunterhaltungsmaßnahmen am Turm auf knapp 50.000 Euro in den vergangenen 15 Jahren. Der jährliche Einnahmeüberschuss des Kreises betrage etwa 7000 Euro, heißt es. Die Gemeinde Moschheim, die Miteigentümerin der Immobilie ist, erzielt jährliche Einnahmen von 13.000 Euro aus der Vermietung für Funk- und Sendeanlagen. Ein Teil des Geldes fließt in die Unterhaltung des Zufahrtswegs, mit dem auch die Gastronomie in der Köppelhütte ans Straßennetz angebunden ist. Wartung und Instandhaltung des Aussichtsturms obliegen hingegen dem Westerwaldkreis – so ist es mit der Gemeinde Moschheim vertraglich vereinbart.

Nach einem Bericht unserer Zeitung über den schlechten Zustand des Aussichtsturms meldeten sich viele Menschen aus der Region und forderten, das Bauwerk auf der Montabaurer Höhe nicht weiter verkommen zu lassen. Der Aufzug zur Aussichtsplattform ist schon seit Jahren außer Betrieb. Im Inneren des Turms vermitteln Rost, Dreck und Schmierereien einen besorgniserregenden Eindruck. Der Westerwaldkreis gibt allerdings zu bedenken, dass trotz derzeit guter Haushaltslage immer noch ein Schuldenberg von rund 44 Millionen Euro den Etat drücke. Die Investitionsschwerpunkte lägen auf Schulen, Kindertagesstätten und Straßen, so der Kreis. Auch der Schuldenabbau habe weiterhin eine höhere Priorität als eine grundlegende Sanierung des Turms.

Dagegen fordert die SPD ein Konzept des Kreises, wie es mit dem Bauwerk weitergehen soll. "Es kann nicht sein, dass wir versuchen, das Image des Westerwalds nach außen zu verbessern und gleichzeitig ein Wahrzeichen wie den Köppelturm vergammeln lassen", betonen die heimischen Landtagsabgeordneten Hendrik Hering und Tanja Machalet. Der Aussichtsturm könne mit vertretbarem Aufwand wieder zum Anziehungspunkt werden, meinen die Sozialdemokraten. Den Hinweis, dass Sanierungskosten von 100.000 Euro für den Kreis nicht zu stemmen seien, weisen sie zurück. Geld sei unter anderem durch den Verkauf des Schullandheims auf Norderney vorhanden. Außerdem erhalte der Kreis deutlich mehr Mittel aus dem kommunalen Finanzausgleich, sodass auch dadurch Spielraum bestehe. "Der Köppel mit seinem Aussichtsturm kann ein absolutes Highlight sein unter den touristischen Angeboten, die wir im Westerwald haben. Daher erwarten wir, dass sich der Kreis seiner Verantwortung stellt und ein Konzept zu Sanierung und Vermarktung entwickelt," ergänzt Machalet. Die SPD will dazu einen Antrag im Kreistag einbringen.

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