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    Hefte dokumentieren Politik und Leben der 1950er-Jahre

    Im Archiv des Dekanates Selters schlummerte mit den längst vergessenen Ausgaben der Kirchenzeitschrift "Unser Weg" ein wahrer Schatz der Zeitgeschichte. Wir dokumentieren einzelne Meldungen des Magazins:

    17. März 1957: Ausblick aufs Jahr 2000: "Um das Jahr 2000 wird sich die Erdbevölkerung, die gegenwärtig zweieinhalb Milliarden Menschen beträgt, etwa verdoppelt haben, ohne dass deshalb die Völker Kriege um den Nahrungsraum zu führen brauchen. Voraussetzung ist freilich, dass die entwicklungsfähigen Gebiete für die moderne Technik erschlossen werden. (...) Im Jahr 2000 werden Europa und Amerika die Führung weiterhin eingebüßt haben. (...) Vor allem ist ein grundsätzliches Umdenken nötig: Die Auffassung, dass ein Volk nur leben kann, wenn es andere gewaltsam an der Entwicklung hindert, muss endgültig der Vergangenheit angehören."

    28. April 1957: Mensch ist Sklave der Arbeit: "Es gehöre zum Aufregendsten unserer Zeit, dass der Sonntag nicht mehr geachtet werde als Geschenk Gottes, sagte Oberkirchenrat Dr. Bergér, der Beauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für Öffentlichkeitsarbeit, bei Gelegenheit einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft ,Kirche und Öffentlichkeit’ in Gönnern. Der Mensch sei nach dem Willen Gottes in einem Rhythmus von Arbeit und Ruhe hineingestellt; die Harmonie dieses Rhythmus’ sei aber bereits durch eine falsche Einstellung zur Arbeit gestört. Der Mensch von heute sei Sklave der Arbeit geworden, er tue sie nicht um ihrer selbst Willen, sondern er sehe sie als notwendiges Übel an, um Geld zu verdienen. Weil der Mensch nicht mehr ,fröhlich sei in seiner Arbeit’, habe er auch das Verhältnis zum Sonntag und zu seiner Freizeit verloren. Man müsse den Sonntag wieder als Geschenk Gottes recht gebrauchen lernen. Es sei ein Missbrauch des Sonntags, wenn man nichts anderes damit anzufangen wisse, als sich auch in der Freizeit wie im Alltag dem Tempo und der Hetze zu überantworten."

    12. Mai 1957: Kirchenbunker als Zufluchtsort gegen Atomangriff: "Eine unterirdische Kirche, die im Atomkrieg als Luftschutzraum dienen kann, soll in der schwedischen Industriestadt Västeras gebaut werden. Ebenso wie die Kirche werden Gemeindesäle und Pfarrkanzel etwa 15 Meter unter der Erde liegen und durch Rolltreppen und Aufzüge erreichbar sein."

    8. Juni 1958: Nordirische Fußballer verzichten auf Weltmeisterschaft: "Von den weiteren Kämpfen um die Weltmeisterschaft im Fußball hat sich Nordirland zurückgezogen, obwohl es kürzlich im Ausscheidungskampf über Italien siegte. Der Zeitplan für die Stockholmer Endspiele hatte der nordirischen Mannschaft ein Spiel an einem Sonntag zugewiesen. Der Kapitän der Mannschaft erklärte jedoch, lieber würde Nordirland auf seine Chancen für die Weltmeisterschaft verzichten, als die Sonntagsruhe brechen."

    14. September 1958: Leises Orgelspiel lenkt zu sehr ab: "Gegen leises Orgelspiel: Die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau nimmt in ihrem Amtsblatt Bezug auf die in vielen Gemeinden geübte Gepflogenheit, die Taufhandlung, die Einsegnung des Brautpaares oder die Einsegnung der Konfirmanden durch leises Orgelspiel zu begleiten. Gegen diese untermalende Verwendung des Orgelspiels (...) sind jedoch erhebliche Einwendungen vorzubringen, da diese Untermalung kirchlicher Handlungen im Dienst einer falsch verstandenen Feierlichkeit steht (...). Das leise, untermalende Orgelspiel bei den genannten gottesdienstlichen Handlungen lenkt von der Verkündigung des Wortes Gottes ab."

    7. Juni 1959: Russische Forscher kämpfen gegen Schlaf: ",Seinen Freunden gibt’s der Herr im Schlafe’ steht in Psalm 127,2. Was die tun müssen, die nicht seine Freunde sind, geht aus folgender Meldung hervor: Russische Biochemiker haben jetzt angekündigt, dass sie die ersten Erfolge im "Kampf gegen den Schlaf" erzielen konnten. Die Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung von Präparaten, durch die Ermüdungsstoffe im Körper neutralisiert und dadurch das Schlafbedürfnis des Organismus' herabgesetzt werden soll. Nach Meinung der Forscher werden höchstens noch 30 bis 40 Jahre vergehen, bis der Mensch durch diese Präparate in die Lage versetzt wird, täglich mit zwei Stunden Schlaf auszukommen."

    Wertvolles Zeugnis: Geheimnisvolle Kirchenzeitungen in Selters entdeckt
    Montabaur Hachenburg
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