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Hachenburg

Friedhoff: Archiv in Hachenburg ist moderner Dienstleister

Sein neuer Arbeitsplatz ist ein Büro im ersten Stock des historischen Hachenburger Rathauses. Sein Wirkungskreis soll aber längst nicht auf diese vier Wände beschränkt bleiben, so die ausdrückliche Botschaft des neuen, hauptamtlichen Stadtarchivars Dr. Jens Friedhoff. Seit einigen Wochen ist der promovierte Historiker nun im Amt. Dieses möchte er dazu nutzen, das immer noch weitverbreitete, antiquierte Bild von seinem Berufsstand aufzubrechen. "Ein Stadtarchiv ist heutzutage nämlich ein moderner Dienstleistungsbetrieb", sagt er.

Stadtarchivar Dr. Jens Friedhoff (rechts) freut sich auf seine neue Tätigkeit in Hachenburg. Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Klöckner arbeitet er unter anderem an Projekten für das große Stadtjubiläum 2014. 
Foto: Hoffmann-Heidrich
Stadtarchivar Dr. Jens Friedhoff (rechts) freut sich auf seine neue Tätigkeit in Hachenburg. Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Klöckner arbeitet er unter anderem an Projekten für das große Stadtjubiläum 2014.
Foto: Hoffmann-Heidrich – Nadja Hoffmann-H

Hachenburg – Sein neuer Arbeitsplatz ist ein Büro im ersten Stock des historischen Hachenburger Rathauses. Sein Wirkungskreis soll aber längst nicht auf diese vier Wände beschränkt bleiben, so die ausdrückliche Botschaft des neuen, hauptamtlichen Stadtarchivars Dr. Jens Friedhoff.

Seit einigen Wochen ist der promovierte Historiker nun im Amt. Dieses möchte er dazu nutzen, das immer noch weitverbreitete, antiquierte Bild von seinem Berufsstand aufzubrechen. "Ein Stadtarchiv ist heutzutage nämlich ein moderner Dienstleistungsbetrieb", sagt er.

Der aus Siegen stammende Friedhoff tritt die Nachfolge von Dr. Stefan Grathoff an, der sich künftig beruflich auf andere Dinge konzentrieren möchte. Bürgermeister Peter Klöckner bedauert den Fortgang Grathoffs, der mit seiner 2011 erschienenen Chronik zur Hachenburger Stadtgeschichte deutliche Spuren hinterlassen hat. Klöckner ist sich aber sicher, mit dem 45-jährigen Friedhoff einen adäquaten Ersatz gefunden zu haben, der im Westerwald längst kein Unbekannter mehr ist.

Nach seinem Studium der Geschichte, der katholischen Theologie und der Kunstgeschichte in Siegen erschien 2004 seine Dissertation zum Thema "Die Familie von Hatzfeldt. Adelige Wohnkultur und Lebensführung zwischen Renaissance und Barock". Friedhoff ist Mitglied der Historischen Kommission für Nassau. Als solches setzt er sich verstärkt für den Westerwald ein. Der Archivar ist Vorstandsmitglied des Wissenschaftlichen Beirates der Deutschen Burgenvereinigung. Bereits 1999 hatte er die Leitung des Ausstellungsprojektes "Burgen und Schlösser im Westerwald" im Landschaftsmuseum in Hachenburg inne. Er war für die Erschließung und Benutzerbetreuung des Fürstlich Hatzfeldt-Wildenburg'schen Archivs im Schloss Schönstein (Wissen) sowie die EDV-Erschließung des Gräflich Walderdorff'schen Archivs Schloss Molsberg im Rahmen eines von der Kulturstiftung RLP geförderten Projektes zuständig. Darüber hinaus hat Friedhoff an weiteren Ausstellungen im Land und an Publikationen zur Kulturgeschichte des Adels (mit-)gearbeitet.

Bereits 2007 ist der Historiker auch privat eng an den Raum Hachenburg herangerückt. In Limbach hat er zusammen mit seiner Frau das Schultheißenhaus gekauft und saniert. Dass er nun in der Löwenstadt arbeitet, ist für ihn ein Glücksfall. "Hachenburg zählt zu den herausragenden historischen Städten in der Region. Dank der gewachsenen und weitgehend unzerstörten Innenstadt habe ich die historische Bausubstanz als Anschauungsobjekt direkt vor der Haustüre." Die Tür zu seinem Büro wiederum steht für alle Interessierten offen. Dort beantwortet Friedhoff beispielsweise kostenlos Anfragen von Wissenschaftler und Hobbyhistorikern, aber auch von Privatpersonen, die einen Familienstammbaum erstellen möchten und Recherchehilfen benötigen. Darüber hinaus ist der Stadtarchivar Anlaufstelle für Menschen, die beispielsweise auf ihrem Dachboden bedeutsame Akten, Bilder oder Ähnliches finden. "Bevor die Leute solche Dokumente wegwerfen, sollen sie mich erst mal drauf schauen lassen", rät Friedhoff.

Dass unter solchen Nachlässen durchaus echte Schätzchen schlummern können, hat der Archivar erst vor wenigen Tagen wieder erlebt. So hat er etwa unter eingereichten Erbstücken interessante alte Prozessakten entdeckt, die Aufschluss über die Lebensumstände Ende des 19. Jahrhunderts in Hachenburg geben. Durch Zufall im Internet gefunden hat Friedhoff außerdem eine ungewöhnliche Expertise "Über die künftige Sayn-Hachenburgische Erbfolge" von 1786, die die Stadt umgehend erworben hat. Ziel soll es sein, künftig möglichst viele Dokumente aus den Archiven in Koblenz und Wiesbaden nach Hachenburg zurückzuführen.

Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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