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    Dorftheater Muffensausen feiert gelungene Premiere

    Eins sei vorweg verraten: Zwei liebestolle Italienerinnen, eine berauschte Oma und die Angst vor der Mafia wirken bei macho- und rüpelhaften Ehemännern Wunder. Doch bis es soweit ist, erleben die Zuschauer des neuen Stücks "Petri Heil und Waidmanns Dank" des Dorftheaters Muffensausen fast drei Stunden lang Unterhaltung vom Feinsten: Davon überzeugten sich bereits am Premierenwochenende und bei der öffentlichen Generalprobe zuvor in der Nauberghalle in Nister viele Hundert begeisterte Gäste.

    Nister - Eins sei vorweg verraten: Zwei liebestolle Italienerinnen, eine berauschte Oma und die Angst vor der Mafia wirken bei macho- und rüpelhaften Ehemännern Wunder. Doch bis es soweit ist, erleben die Zuschauer des neuen Stücks "Petri Heil und Waidmanns Dank" des Dorftheaters Muffensausen fast drei Stunden lang Unterhaltung vom Feinsten: Davon überzeugten sich bereits am Premierenwochenende und bei der öffentlichen Generalprobe zuvor in der Nauberghalle in Nister viele Hundert begeisterte Gäste.

    Hausfrau und Mutter Gerda (Edith Dörner) ist völlig frustriert: Statt sie zum Muttertag und Hochzeitstag zu verwöhnen, beladen ihr angelnder Ehemann Rudi (Michael Mies) und ihre beiden verzogenen Kinder Simon (Jens Hennemann) und Tina (Christina Mies) die Ärmste ständig mit neuer Hausarbeit und neuen Schikanen. Anstelle von Dank erntet sie bei ihrer lieben Familie, zu der auch der schmarotzende Schwager Hermann (Erwin Klöckner) gehört, nur wüste Beleidigungen, Erniedrigungen und Beschimpfungen. Doch irgendwann hat Gerda genug von ihrer Sippschaft und flüchtet mit ihrer besten Freundin Susi (Alice Meuwsen) zu einem unbekannten Wellnessurlaubsziel.

    Zu Hause bricht derweil das Chaos aus. Keiner räumt mehr auf, keiner kocht oder bügelt. Die Mutter und Gattin fehlt an allen Ecken und Enden. Als die beiden Brüder Rudi und Hermann dann noch auf die Ankunft zweier feuriger Italienerinnen warten, die sie bei einem Ausflug nach Hamburg kennen gelernt haben, auf einmal "Schwiegermonster" Rosalinde (Gudrun Weber), Tinas neuer Freund, der Ökofreak und 60er-Revoluzzer Harald (Gerd-Peter Becker), und Pizzabäcker Roberto (Herbert Korthals) auftauchen, laufen die Turbulenzen ihrem Höhepunkt entgegen.

    Die Theatergruppe aus Nister überzeugt auch im neuesten Stück mit bewährtem Rezept: Als Grundlage dient ein heiterer Schwank aus der Feder des bekannten Lustspielautors Bernd Gombold. Die darin enthaltenen Figuren werden von den Laiendarstellern wieder überzeugend und mitreißend verkörpert und - an passenden Stellen - mit Lokalkolorit eingefärbt. Das Ganze erhält durch die Sitzweise an Tischreihen und vor allem durch die Begleitung der Naubergmusikanten erneut Volksfestcharakter, an dem Männlein und Weiblein aller Generationen ihren Spaß haben.

    Die Dialoge werden im Wäller Platt geführt, die Sprache ist herb bis deftig und vor allem gnadenlos ehrlich. Genau das ist es, was die Besucher beim Dorftheater Muffensausen erwarten und was sie an dieser Veranstaltung so lieben. Die Zuschauer werden stellenweise ins Geschehen integriert, teils sogar direkt angesprochen oder zum Mitsingen animiert. Das funktioniert auch und vor allem durch das Improvisationsgeschick der Akteure auf der Bühne. Selbst kleine Missgeschicke werden so elegant und witzig gemeistert, dass man beinahe meinen könnte, der Autor hätte sie extra ins Drehbuch geschrieben.

    Für die Gäste gibt es also wieder viel zu lachen. Dafür sorgen die rasante Abfolge an witzigen Verwechslungen, das Spiel mit Klischees, freche Sprüche am laufenden Band und nicht zuletzt die schrägen Verkleidungen der Akteure. Und wenn Angler Rudi am Ende - offenbar geläutert - in die Arme seine Frau sinkt, dann haben sich die Verhältnisse innerhalb der schrecklich netten Familie endgültig verkehrt: Dann sind die Männer die Deppen, und Gerda ist die lachende Siegerin.

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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